Kanada, UnabhÀngigkeit

Kanada will mit Ölpipeline mehr UnabhĂ€ngigkeit von USA

28.11.2025 - 20:31:09

Kanadas Premier Mark Carney hat eine AbsichtserklĂ€rung fĂŒr den Bau einer mehr 1.000 Kilometer langen Ölpipeline zum Pazifik unterzeichnet - auch, um sein Land aus der AbhĂ€ngigkeit von den USA zu befreien, wohin bisher das allermeiste Öl exportiert wurde.

KernstĂŒck der Vereinbarung mit der Provinz Alberta ist, dass Ottawa den Bau der Röhre unterstĂŒtzt, die tĂ€glich eine Million Barrel Öl aus Alberta zu einem Exportterminal an die WestkĂŒste bringen soll, wie der Sender CBC berichtete. Von dort werde das Öl hauptsĂ€chlich nach Asien verschifft.

Carney lobte bei der Unterzeichnung, damit werde Kanada stĂ€rker und unabhĂ€ngiger. UmweltschĂŒtzer kritisierte das Projekt allerdings scharf, ein Minister trat aus Protest zurĂŒck. Kritiker werfen der Regierung vor, ihre Klimaschutzziele aufzugeben und stattdessen die Ölindustrie zu stĂ€rken.

Albertas Premier Danielle Smith erklÀrte nach einem Bericht der "Globe and Mail" mit Blick auf die USA, dass die Provinz und das Land mit der Pipeline nicht lÀnger nur von einem Kunden abhÀngig seien. Carney betonte demnach, dass die einst engen Beziehungen zu den USA nun oft ein Nachteil seien.

Furcht vor UmweltschÀden und ausufernden Kosten

Kritik kam auch von der Regierung der am Pazifik liegenden Nachbarprovinz von Alberta, British Columbia. Regierungschef David Eby, kritisierte mögliche UmweltschĂ€den und ausufernde Kosten sowie die noch fehlende Routenplanung fĂŒr die Pipeline.

Die Provinz Alberta hat riesige Ölreserven. Das meiste liegt im Athabasca-Gebiet in Form von Ölsand vor, eine teerartige Substanz, die Ă€hnlich aussieht wie klebriger Asphalt. Das stark ölhaltige Produkt wird im Übertagebau abgebaut und mit hohem Energieaufwand verflĂŒssigt.

Das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle setzt klimaschĂ€dliche Treibhausgase frei, die den Planeten gefĂ€hrlich aufheizen. Die fatalen Folgen sind heftigere und hĂ€ufigere DĂŒrren, StĂŒrme, WaldbrĂ€nde und Überschwemmungen. Große FlĂ€chenbrĂ€nde gab es 2025 auch in Kanada. Diese hielten bis Anfang September an und verursachten dort die zweithöchsten jĂ€hrlichen Emissionen seit Beginn der Aufzeichnungen - nur ĂŒbertroffen vom Jahr 2023. Rauchschwaden zogen dabei im August ĂŒber den Atlantik bis nach Westeuropa.

@ dpa.de