Kering, Aktie

Kering Aktie: Wachstum kehrt zurĂĽck

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kering meldet erstmals wieder Umsatzwachstum, getragen von einer Erholung bei Gucci und starken Sparten. Die Bilanz verbessert sich deutlich.

Kering Aktie: Trendwende nach zwölf Quartalen Schrumpfkurs
Elegante Texturen und luxuriöse Stoffe in einem Atelier, die das Wachstum im Luxussegment symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwölf Quartale in Folge schrumpfte der Umsatz bei Kering. Am Dienstag drehte der französische Luxuskonzern den Trend – und die Anleger reagierten mit einem kräftigen Kurssprung. Nach Jahren der Talfahrt zeigt der Konzern rund um Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta erstmals wieder eine grüne Kurve.

Die Kering-Aktie legte am Dienstag zweistellig zu, zeitweise um mehr als 14 Prozent. Vor dem Kurssprung lag das Papier auf Jahressicht noch rund 17 Prozent im Minus – ein Beleg dafür, wie tief die Erwartungen zuvor gesunken waren.

Gucci bremst seinen RĂĽckgang

Im ersten Halbjahr 2026 setzte Kering 7,22 Milliarden Euro um – in Euro gerechnet 3 Prozent weniger als im Vorjahr, währungsbereinigt aber ein Plus von 1 Prozent. Der Wendepunkt kam im zweiten Quartal: Das vergleichbare Wachstum beschleunigte sich auf 2 Prozent und lag damit über der von Analysten erwarteten Rate.

Zugpferd Gucci bleibt zwar in der Verlustzone, verlangsamt aber deutlich. Der Umsatz der wichtigsten Marke fiel im zweiten Quartal nur um 2 Prozent, während Analysten einen Rückgang von 4 Prozent erwartet hatten. In den USA, dem derzeit stärksten Luxusmarkt, legte Gucci sogar um 9 Prozent zu.

Es ist bereits der zwölfte Quartalsrückgang in Folge für die einst wichtigste Ertragsquelle des Konzerns – die Vorquartalsrate von minus 8 Prozent zeigt aber, wie sehr sich das Tempo verändert hat. Insgesamt steht Gucci für 38 Prozent des Konzernumsatzes und kam im Halbjahr auf 2,76 Milliarden Euro.

Deutlich robuster zeigten sich die kleineren Sparten: Die Schmuckdivision mit Boucheron und Pomellato wuchs vergleichbar um 20 Prozent, die Brillensparte um 8 Prozent.

Bilanz deutlich entschärft

Der eigentliche Fortschritt zeigt sich in der Bilanz. Die Nettofinanzverschuldung sank von 8,0 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf 3,3 Milliarden Euro – ein Rückgang von 4,7 Milliarden Euro binnen sechs Monaten.

Der Verschuldungsgrad im Verhältnis zum bereinigten EBITDA verbesserte sich von 3,4 auf 1,4. Den größten Beitrag lieferte der freie Cashflow aus dem laufenden Geschäft, der um 68 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro kletterte. Hinzu kamen rund 800 Millionen Euro aus Immobilienverkäufen und der Beauty-Vereinbarung mit L'Oréal.

Die operative Marge stieg auf 12,8 Prozent – 40 Basispunkte mehr als im Vorjahreshalbjahr. Unter dem Strich blieb dennoch deutlich weniger hängen: Der Nettogewinn brach auf 189 Millionen Euro ein, nach 474 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Aktienrückkäufe plant der Konzern für 2026 weiterhin nicht.

Ausblick bleibt vorsichtig

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinem Ziel fest: Rückkehr zu Wachstum und einer besseren Marge als im Vorjahr. Für das zweite Halbjahr soll die operative Marge über der Marke von 12,8 Prozent liegen.

Das dritte Quartal dürfte wegen schwieriger Vergleichswerte nahezu stagnieren, das vierte Quartal soll von neuen Kollektionen profitieren – darunter Guccis Frühjahrs- und Cruise-Linien. Bis Jahresende will Kering zudem die Lagerbestände in der Modesparte um 1 Milliarde Euro senken.

Finanzchefin Armelle Poulou brachte es auf den Punkt: Die Gruppe sei im zweiten Quartal zu Wachstum zurückgekehrt, die Profitabilität habe sich verbessert, die Bilanz sei nun deutlich stärker. Ob daraus eine dauerhafte Erholung wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell sich Gucci in China stabilisiert – dort bleibt das Geschäft nach Unternehmensangaben weiterhin unter Druck.

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