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Kering konsolidiert nach Gewinnwarnung, Luxus-Aktie bleibt unter Beobachtung

28.06.2026 - 13:23:06 | ad-hoc-news.de

Der Luxuskonzern Kering S.A. hat seine Prognose im ersten Halbjahr 2024 deutlich gesenkt und befindet sich seitdem in einer Phase der Neujustierung. Die Aktie bleibt nach der Gewinnwarnung und schwächeren Gucci-Umsätzen ein Thema für Investoren.

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Von Thomas Klein, Fachredaktion Operatives & Strategie. Vor der Veroeffentlichung am 28.06.2026, 13:22 Uhr geprueft.

Der französische Luxuskonzern Kering S.A. (FR0000121964) arbeitet sich nach der deutlichen Gewinnwarnung vom 19.03.2024 weiter durch eine Phase der Neuausrichtung, in der vor allem die Entwicklung der Kernmarke Gucci im Fokus steht, wie aus Unternehmensangaben hervorgeht. Ein Vergleich mit der an der SIX gehandelten Richemont zeigt, dass Investoren den Luxus-Sektor derzeit sehr selektiv bewerten, insbesondere bei Marken mit konjunkturabhängiger Nachfrage.

Gewinnwarnung und gesenkte Erwartungen

Am 19.03.2024 hatte Kering für das erste Quartal 2024 einen Rückgang des vergleichbaren Konzernumsatzes um rund 10 Prozent im Jahresvergleich angekündigt und zugleich vor einem sehr deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses im ersten Halbjahr 2024 gewarnt, wie der Konzern in einer Mitteilung erklärte. Die Gruppe stellte dabei in Aussicht, dass das wiederkehrende operative Ergebnis im ersten Halbjahr etwa 40 bis 45 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums liegen dürfte, was insbesondere auf die Schwäche bei Gucci und den hohen Investitionsaufwand für die Neuaufstellung der Marke zurückgeführt wurde.

Gucci, die umsatzstärkste Marke von Kering, verzeichnete im ersten Quartal 2024 einen organischen Umsatzrückgang von etwa 20 Prozent, während der Konzernumsatz insgesamt um 11 Prozent auf vergleichbarer Basis sank, wie aus den am 23.04.2024 veröffentlichten Quartalszahlen hervorgeht. In China, einem Schlüsselmarkt für die Luxusbranche, habe die Nachfrage nach bestimmten Produktkategorien nachgelassen, während gleichzeitige Preiserhöhungen und zurückhaltendere Touristenkäufe in Europa den Umsatz zusätzlich belasteten, wie Analysten berichten. Ein Bericht von Bloomberg betonte, dass Kering damit deutlich hinter Konkurrenten wie LVMH und Hermès zurückbleibt, deren Wachstumsraten in wichtigen Sparten robuster ausgefallen sind.

Strategische Neuausrichtung bei Gucci

Im Mittelpunkt der laufenden Strategieanpassung steht Gucci, wo Kering einen kreativen und kommerziellen Neustart anstrebt, um das Wachstum mittel- bis langfristig wieder zu beschleunigen. Der neue Kreativdirektor Sabato De Sarno präsentierte im September 2023 seine erste Kollektion, deren vollständige Markteinführung im Laufe des Jahres 2024 erfolgt und die laut Management schrittweise für eine Erneuerung des Produktangebots sorgen soll. Parallel dazu investiert der Konzern in selektives Filial-Redesign, höhere Marketingausgaben und eine stärkere Steuerung der Vertriebskanäle, um die Marke im oberen Luxussegment klarer zu positionieren.

Die UBS hatte in einem Branchenkommentar betont, dass der Erfolg der neuen Gucci-Strategie entscheidend für die mittelfristige Margenentwicklung von Kering sei, da die Marke historisch den größten Teil des operativen Ergebnisses gestellt habe. Ein Bericht des "Handelsblatt" zu den jüngsten Luxus-Zahlen hob hervor, dass Investoren derzeit vor allem auf sichtbare Zeichen einer Stabilisierung bei Gucci achten, während sie anderen Luxuswerten wie Richemont oder LVMH angesichts stabilerer Nachfrage tendenziell mehr Vertrauen entgegenbringen.

Vertiefen & einordnen

Kering-Aktie nach Gewinnwarnung im Branchenvergleich betrachten

Wer die Signale aus der Gewinnwarnung und den Gucci-Umsätzen besser einordnen will, kann die Kering-Zahlen mit anderen Luxuskonzernen und früheren Berichtsperioden vergleichen.

Gucci als Kernmarke im Konzernverbund

Der größte Teil des Kering-Umsatzes entfällt weiterhin auf Gucci, auch wenn der Anteil am Konzernumsatz infolge der schwächeren Dynamik etwas zurückgegangen ist. Im Gesamtjahr 2023 erzielte Kering einen Konzernumsatz von rund 19,6 Milliarden Euro, wobei Gucci mit etwa 9,9 Milliarden Euro mehr als die Hälfte beitrug, während Marken wie Saint Laurent, Bottega Veneta und die Sparte Kering Eyewear den Rest ausmachten. Die operative Marge auf Konzernebene sank 2023 von 28 auf 25 Prozent, was vor allem auf höhere Kosten und die nachlassende Profitabilität von Gucci zurückgeführt wurde, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Die Gruppe betont, dass sie mit der Neuaufstellung von Gucci einen mehrjährigen Transformationsprozess angestoßen hat, der sich zunächst belastend auf die Margen auswirkt, langfristig jedoch ein höherwertiges Wachstum ermöglichen soll. Neben der kreativen Neuausrichtung konzentriert sich Kering auf eine bessere Steuerung der Großhandelskanäle und eine stärkere Fokussierung auf eigene Boutiquen sowie E-Commerce, um die Bruttomargen zu stabilisieren und die Markenwahrnehmung strenger zu kontrollieren. Ein Kommentar von JP Morgan unterstreicht, dass Investoren vor allem darauf achten, ob die neue Produktgeneration bei Gucci von Kernkundengruppen wie asiatischen und US-amerikanischen Luxus-Käufern nachhaltig angenommen wird.

Luxus-Sektor im Vergleich und Rolle von Richemont

Der europäische Luxus-Sektor ist in den vergangenen Quartalen uneinheitlich gewachsen, wobei einzelne Marken und Segmente sehr unterschiedliche Entwicklungen aufweisen. LVMH meldete für das erste Quartal 2024 ein organisches Wachstum von 3 Prozent im Konzern, während die Sparte Fashion & Leather Goods mit Marken wie Louis Vuitton oder Dior etwas stärker zulegte. Hermès verzeichnete im gleichen Zeitraum ein zweistelliges Umsatzwachstum, was die Robustheit der Nachfrage im obersten Luxus-Segment widerspiegelt.

Richemont, das an der Schweizer SIX kotiert ist und mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels stark im Schmuckgeschäft verankert ist, berichtete für das Geschäftsjahr 2023/24 ein Umsatzplus von 3 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro und eine operative Marge von 22,7 Prozent. Diese Werte lagen zwar nicht mehr so deutlich über dem Sektor wie in früheren Jahren, signalisierten aber eine robustere Entwicklung als bei Kering, wo die Gewinnwarnung und schwächere Gucci-Verkäufe die Erwartungen der Investoren spürbar dämpften. Für deutsche Anleger, die Luxuswerte über Xetra oder Tradegate handeln, dienen LVMH, Hermès und Richemont daher oft als Referenz, um die Entwicklung von Kering besser einzuordnen.

Einschätzungen von Analysten und Konsens

Der Analystenkonsens für Kering wurde nach der Gewinnwarnung und den schwächeren Quartalszahlen deutlich angepasst, wobei mehrere Investmentbanken ihre Schätzungen für Umsatz- und Ergebniswachstum der Jahre 2024 und 2025 nach unten korrigierten. Die UBS betonte in einer Analyse, dass kurzfristig ein geringeres Gewinnniveau zu erwarten sei, gleichzeitig aber die Möglichkeit bestehe, dass eine erfolgreiche Gucci-Neuausrichtung das Wachstum ab 2026 wieder beschleunigen könnte. Goldman Sachs verwies darauf, dass das Bewertungsniveau der Kering-Aktie im historischen Vergleich inzwischen einen Abschlag gegenüber anderen großen Luxuskonzernen aufweise, der vor allem die Unsicherheit rund um Gucci widerspiegele.

Ein Bericht des "Handelsblatt" fasste die Stimmung im Sektor so zusammen, dass Anleger zwischen strukturell stark positionierten Marken mit hoher Preissetzungsmacht und eher zyklisch abhängigen Luxusgütern differenzieren. Während die Nachfrage nach hochpreisigen Schmuckstücken und ikonischen Lederwaren bei einigen Wettbewerbern stabil blieb, reagierten Käufer bei modisch geprägten Kollektionen empfindlicher auf wirtschaftliche Unsicherheit und Preissteigerungen, was Kering stärker als andere traf.

Geschäftsmodell mit Fokus auf Luxus und Exklusivität

Kering betreibt ein diversifiziertes Geschäftsmodell im Bereich Luxusgüter, das Mode, Lederwaren, Schmuck und Brillen umfasst. Neben Gucci gehören unter anderem Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen, Boucheron, Pomellato und die Brillensparte Kering Eyewear zum Portfolio. Strategisch setzt der Konzern auf die Entwicklung globaler Luxusmarken, die über eigene Boutiquen, Flagship-Stores in Metropolen, selektive Wholesale-Partnerschaften und digitale Vertriebskanäle vertrieben werden.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kontrolle der Wertschöpfungskette von Design und Produktentwicklung über Produktion und Logistik bis zum Verkauf, um Qualität und Exklusivität zu sichern. Kering investiert zudem in Nachhaltigkeitsinitiativen, darunter die Reduktion von CO2-Emissionen, die Nutzung zertifizierter Materialien und soziale Standards in der Lieferkette, was im Luxus-Segment zunehmend zu einem Differenzierungsfaktor wird. Zugleich beobachtet der Konzern Trends wie die wachsende Bedeutung des Wiederverkaufsmarktes und jüngere Zielgruppen, die Luxusprodukte teilweise anders nutzen und bewerten als traditionelle Käufer.

Gucci-Handtaschen als Beispielprodukt

Ein repräsentatives Produktsegment innerhalb des Konzerns sind die Handtaschen von Gucci, die zu den bekanntesten Artikeln der Marke zählen und in vielen Regionen als Symbol für Luxus und Status gelten. Modelle wie die "Gucci Jackie" oder die "Gucci Horsebit" werden regelmäßig mit neuen Materialien und Farben aktualisiert, während zentrale Designelemente wie das GG-Monogramm oder charakteristische Metallbeschläge beibehalten werden. Die Preisspanne dieser Taschen reicht in Europa typischerweise von niedrigen vierstelligen Beträgen bis hin zu deutlich höheren Preisen für limitierte oder besonders aufwendig verarbeitete Editionen.

Gucci vertreibt seine Handtaschen primär über eigene Boutiquen, ausgewählte Kaufhäuser, spezialisierte Multibrand-Stores und den offiziellen Online-Shop, wodurch Kering die Preispolitik und die Markenpräsentation eng steuern kann. Für den Konzern stellen solche ikonischen Produkte einen wichtigen Bestandteil der Markenidentität dar, da sie sowohl hohe Margen ermöglichen als auch die Sichtbarkeit der Marke im Alltag der Kunden erhöhen.

Kering-Aktie im Börsenhandel

Die Kering-Aktie wird an der Euronext Paris gehandelt und ist Teil des Leitindex CAC 40, während deutsche Privatanleger sie in der Regel über außerbörsliche Plattformen oder Auslandsorder im Depot erwerben. Am 28.06.2026 notiert die Aktie laut Börsendaten zuletzt bei 360,00 Euro, was im Vergleich zu den Kursständen vor der Gewinnwarnung ein niedrigeres Bewertungsniveau widerspiegelt. Damit bleibt Kering als Luxuswert nach der Senkung der Prognose und der laufenden Gucci-Neuausrichtung eine Aktie, die von vielen Anlegern aufmerksam verfolgt wird.

Fakten zu Kering

  • Unternehmen: Kering S.A.
  • ISIN: FR0000121964
  • WKN: 851223
  • Ticker: KER
  • Handelsplatz: Euronext Paris
  • Kurs (Stand 28.06.2026, 13:15 Uhr): 360,00 Euro
  • Marktkapitalisierung: 43,0 Mrd. Euro (Stand 28.06.2026)
  • Sektor / Branche: Luxusgüter, Bekleidung, Accessoires
  • Indexzugehoerigkeit: CAC 40
  • Naechstes Earnings-Datum: 25.07.2026

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Kurs- und Unternehmensangaben ohne Gewaehr; Kurse und Termine koennen sich kurzfristig aendern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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