KfW-Studie entkräftet Mythos vom staatlichen Investitions-Killer
28.01.2026 - 10:53:12Staatlicher Konsum verdrängt Investitionen nicht – das ist das überraschende Ergebnis einer neuen Analyse der KfW Research. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie widerlegt eine zentrale Annahme im deutschen Investitionsstreit.
Das Märchen vom „Crowding Out“
Die Kernfrage der Forscher lautete: Drängt der massive Anstieg der Staatsausgaben für Soziales, Gehälter und Betriebskosten private und öffentliche Investitionen systematisch zurück? Dieses als „Crowding Out“ bekannte Phänomen gilt in der Wirtschaftstheorie als zentrale Gefahr hoher Konsumausgaben.
Die Daten für Deutschland erzählen jedoch eine andere Geschichte. Die Analyse mit dem Titel „Verdrängt der Staatskonsum die Investitionen?“ zeigt: Obwohl der staatliche Konsum in den letzten Jahren stark gewachsen ist, gibt es keinen statistischen Beleg dafür, dass dies die Investitionsquote gedrückt hat. Ein einfacher Trade-off existiert nicht.
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„Die Schwäche der Kapitalbildung in Deutschland ist vom Niveau der konsumtiven Ausgaben entkoppelt“, so die Ökonomen der staatlichen Förderbank. Ein reiner Sparkurs bei Sozialleistungen oder Gehältern würde demnach nicht automatisch zu mehr Investitionen in Infrastruktur oder Unternehmenserweiterungen führen.
Der wahre Investitionsstau: Bürokratie statt Geldmangel
Wenn nicht das Geld das Problem ist – was dann? Die Studie identifiziert strukturelle und administrative Engpässe als Hauptursachen für den deutschen Investitionsstau. Planungsverfahren, regulatorische Komplexität und Kapazitätsgrenzen in Bauwirtschaft und Verwaltung bremsen Projekte stärker aus als das Budgetgewicht des Staatskonsums.
Bereits verfügbare Mittel für Schieneninfrastruktur, Digitalisierung oder Energiewende bleiben oft ungenutzt. Grund ist mangelnde „Absorptionsfähigkeit“ – ein bekanntes Phänomen aus KfWs eigenem Investitionsmonitor. Kommunen und Unternehmen scheitern häufig an Fachkräftemangel und langwierigen Genehmigungsverfahren.
Die Debatte müsse sich daher von der rein fiskalischen auf die strukturelle Ebene verlagern, fordern die Autoren. Effizientere Verwaltung und schnellere Planungsverfahren brächten mehr Investitionen als Sparkurs-Maßnahmen.
Doppelstrategie für die Haushaltspolitik 2026
Die Analyse kommt zum kritischen Zeitpunkt. Bund und Länder verhandeln derzeit über die schwierige Haushaltslage für 2026 unter hohem politischen Druck, Ausgaben zu priorisieren.
Die KfW-Studie legt eine Doppelstrategie nahe: Notwendigen Staatskonsum für soziale Stabilität und Nachfrage beibehalten, gleichzeitig aber Investitionen durch Regulierungsreformen freisetzen. Die Ökonomen warnen vor einer „blinden“ Konsumkürzung. Ausgaben für Bildungspersonal oder Gesundheitsversorgung seien Voraussetzung für eine produktive Wirtschaft – und damit auch für ein gutes Investitionsklima.
Kreditfinanzierte Sonderfonds könnten durchaus wirksam sein, betont der Bericht. Voraussetzung sei jedoch, dass die administrativen Kanäle frei sind, damit das Geld in reale Projekte fließen kann.
Wirtschaftlicher Kontext und Ausblick
Die Studie erscheint parallel zur Diskussion um die deutsche Konjunkturerholung. KfW Research hält an seiner Prognose von 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2026 fest. Staatliche Investitionspakete sollen in der zweiten Jahreshälfte Wirkung zeigen.
Diese Erwartung hängt jedoch direkt von der Beseitigung der nicht-monetären Hindernisse ab. Ohne Planungsbeschleunigung und Bürokratieabbau wird der Investitionsstau bestehen bleiben – unabhängig von der Verteilung des Bundeshaushalts.
Experten rechnen damit, dass die Analyse die anstehenden Haushaltsdebatten im Bundestag beeinflussen wird. Sie liefert Argumente für Politiker, die strikte Sparmaßnahmen im Sozialbereich als Infrastrukturfinanzierung ablehnen. Der Weg zu mehr Investitionen führe stattdessen über die Modernisierung des Staatsapparats selbst.
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