KI-Agenten, Unternehmenssysteme

KI-Agenten übernehmen kritische Unternehmenssysteme

12.02.2026 - 16:54:12

Führende IT-Konzerne stellen KI-Agenten vor, die eigenständig Infrastruktur managen und Altsysteme modernisieren. Ein neuer Standard ermöglicht die Steuerung.

Führende IT-Konzerne stellen diese Woche autonome KI-Systeme vor, die Unternehmens-Infrastruktur selbstständig managen und alte Software modernisieren. Ein neuer Standard soll die intelligenten Helfer steuerbar machen.

Veröffentlicht: Donnerstag, 12. Februar 2026

Die Ära der autonomen KI in Unternehmen bricht an. Innerhalb weniger Tage haben Kyndryl, IBM und Coforge wegweisende Plattformen vorgestellt, die kritische Geschäftsanwendungen automatisch verwalten, sichern und modernisieren. Diese sogenannten agentischen KI-Systeme gehen weit über Chatbots hinaus – sie handeln eigenständig in komplexen IT-Landschaften. Treiber dieser Entwicklung ist das Model Context Protocol (MCP), das sich als Kommunikationsstandard für KI-Agenten etabliert.

KI mit eingebauter Compliance

Bislang scheiterten viele KI-Projekte in regulierten Branchen an Compliance-Fragen. Kyndryl hat nun eine Lösung präsentiert: Das Unternehmen übersetzt firmeninterne Richtlinien und gesetzliche Vorgaben in maschinenlesbare Regeln. Diese steuern, wie KI-Agenten arbeiten dürfen.

„Diese ‚Policy as Code‘-Methode schafft vertrauenswürdige, nachvollziehbare Ergebnisse“, erklärt ein Branchenkenner. Für Banken, Krankenhäuser und Infrastrukturbetreiber bedeutet das den Durchbruch. Sie können KI-Automation skalieren, ohne die Kontrolle über sensible Prozesse zu verlieren.

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Altsysteme intelligent erneuern

Veraltete Software bleibt das größte Hindernis für digitale Transformation. Coforge attackiert dieses Problem mit erweiterten Fähigkeiten seiner CodeInsightAI-Plattform. Die KI-Agenten analysieren Legacy-Code in Sprachen wie COBOL, Java oder Python – und modernisieren ihn automatisch.

Das System versteht sogar die ursprüngliche Geschäftslogik hinter dem Code. So entstehen nicht nur Dokumentationen, sondern auch Pläne für die Migration zu modernen Architekturen. „Manuelle Reverse-Engineering-Projekte dauern oft Jahre“, sagt ein Experte. „Diese KI-Methode beschleunigt den Prozess um ein Vielfaches.“

Die Hardware wird mitdenken

Doch intelligente Software braucht smarte Infrastruktur. IBM hat deshalb sein FlashSystem-Speichersystem mit KI ausgestattet. FlashSystem.ai agiert als Co-Administrator: Es überwacht, managt und repariert Speicherprobleme eigenständig.

Parallel baut Fujitsu in Japan souveräne KI-Server für kritische Infrastrukturen. „Unternehmen wollen wissen, wo ihre sensiblen KI-Workloads laufen“, erklärt ein Fujitsu-Sprecher. Die hauseigene Produktion soll maximale Transparenz und Sicherheit bieten.

MCP: Der Kleber für die KI-Welt

Erst das Model Context Protocol (MCP) macht diese Agenten-Ökosysteme möglich. Der Standard ermöglicht KI-Systemen, präzise mit Unternehmenswerkzeugen und APIs zu kommunizieren. Natürlichsprachige Befehle mit ihren Unschärfen werden durch zuverlässige Tool-Aufrufe ersetzt.

Plattformen wie Databricks integrieren MCP bereits. Python-Entwickler können bestehende Schnittstellen nun in MCP-kompatible Tools verwandeln. Diese Standardisierung ist entscheidend: Nur so können Governance-, Modernisierungs- und Infrastruktur-Agenten reibungslos zusammenarbeiten.

Der Weg zur autonomen Firma

Die koordinierten Ankündigungen zeigen einen klaren Trend: Unternehmen setzen KI nicht mehr nur experimentell ein, sondern produktiv in ihren Kernprozessen. Aus allgemeinen Sprachmodellen werden spezialisierte Agenten für konkrete Geschäftsfunktionen.

Die nächste Herausforderung? Interoperabilität zwischen verschiedenen Agenten-Systemen und die Akzeptanz in menschlichen Teams. Doch mit Standards wie MCP und immer tieferer KI-Integration rückt die Vision näher: das sich selbst verwaltende, selbstheilende und sich ständig modernisierende Unternehmen.

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