KI-Boom, Smartphones

KI-Boom lĂ€sst gĂŒnstige Smartphones verschwinden

05.03.2026 - 10:21:50 | boerse-global.de

Die massive Nachfrage nach Speicherchips fĂŒr KI-Rechenzentren treibt die Preise in die Höhe und zwingt Hersteller, Niedrigpreis-Smartphones einzustellen. Der Markt erwartet einen historischen Absatzeinbruch.

KI-Boom lĂ€sst gĂŒnstige Smartphones verschwinden - Foto: ĂŒber boerse-global.de
KI-Boom lĂ€sst gĂŒnstige Smartphones verschwinden - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der globale KI-Ausbau verursacht einen dramatischen Engpass bei Speicherchips – und trifft den Markt fĂŒr Einsteiger-Smartphones am hĂ€rtesten. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona warnten Branchenanalysten diese Woche vor dem Ende gĂŒnstiger MobilgerĂ€te. Die Nachfrage der Rechenzentren treibt die Preise fĂŒr Arbeitsspeicher (RAM) in Höhen, die die Elektronikfertigung grundlegend verĂ€ndern. Marktforscher berichten, dass Hersteller nun gezwungen sind, Niedrigpreis-Modelle ganz einzustellen. Die Ära leistungsstarker und erschwinglicher Smartphones steht vor einer existenziellen Bedrohung.

KI-Rechenzentren saugen Speichermarkt leer

Die Ursache der Krise liegt im aggressiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Datenzentren fĂŒr generative KI benötigen enorme Mengen an Hochleistungsspeicher. Halbleiterhersteller priorisieren daher hochprofitabele Server-Komponenten. Immer mehr ProduktionskapazitĂ€ten fließen in Server-grade DDR5 und High Bandwidth Memory (HBM). Das lĂ€sst weniger Raum fĂŒr die mobilen LPDDR4- und LPDDR5-Chips, die in Smartphones verbaut werden.

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Laut einer Ende Februar 2026 veröffentlichten Studie von Gartner werden die kombinierten Preise fĂŒr DRAM und SSDs bis Jahresende um 130 Prozent steigen. Smartphone-Hersteller konkurrieren um einen stark begrenzten Pool an Mobil-Speicher. Analysten von Counterpoint Research erwarten, dass die Preise fĂŒr mobile Speicherchips im zweiten Quartal 2026 fast dreimal so hoch sein werden wie im dritten Quartal 2025. Die Kalkulation fĂŒr Hardware ist damit aus den Fugen geraten.

SchĂ€rfster Einbruch seit ĂŒber einem Jahrzehnt erwartet

Der finanzielle Druck wird zu einem historischen Absatzeinbruch fĂŒhren. Die International Data Corporation (IDC) prognostiziert fĂŒr 2026 einen RĂŒckgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um 12,9 Prozent auf nur noch etwa 1,1 Milliarden GerĂ€te.

Andere Forschungsunternehmen bestĂ€tigen dieses dĂŒstere Bild: Counterpoint erwartet ein Minus von 12,4 Prozent – das wĂ€re der niedrigste Jahreswert seit 2013. Gartner sagt einen RĂŒckgang um 8,4 Prozent im Smartphone-Sektor voraus. IDC-Analysten sprechen von einem Supply-Chain-Schock, der durch die gesamte Elektronikbranche rollt. Nach einer Phase der Bestandsabarbeitung im ersten Quartal werden sich ab April spĂŒrbare Produktionsverlangsamungen und Verschiebungen von GerĂ€te-Launches bemerkbar machen.

Das Aus fĂŒr das 100-Euro-Smartphone

Am stÀrksten betroffen ist das Einsteigersegment. Smartphones unter 100 Euro werden nach EinschÀtzung der IDC dauerhaft unwirtschaftlich. 2025 wurden in dieser Preisklasse noch etwa 170 Millionen GerÀte weltweit ausgeliefert. Die explodierenden RAM-Kosten haben die ohnehin schon minimalen Gewinnspannen dieser Modelle jedoch vollstÀndig aufgefressen.

Hersteller reagieren, indem sie ihre Portfolios straffen: Mittelklasse-Modelle erhalten schlechtere Spezifikationen, Grundausstattungen werden eingeschrĂ€nkt und die billigsten Angebote komplett gestrichen. Die IDC erwartet, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eines Smartphones in diesem Jahr um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 523 US-Dollar steigen wird. KĂ€ufer von Basismodellen werden dem Markt laut Gartner f?nfmal hĂ€ufiger den RĂŒcken kehren als KĂ€ufer von Premium-GerĂ€ten. Verbraucher, die auf gĂŒnstige Technik angewiesen sind, werden vermehrt auf generalĂŒberholte GerĂ€te zurĂŒckgreifen oder ihre aktuellen Smartphones deutlich lĂ€nger behalten mĂŒssen.

Markt-Konsolidierung und regionale Ungleichheit

Die Speicherknappheit wird zu einer erheblichen Marktbereinigung fĂŒhren. Kleine Android-Hersteller mit einem Volumen-GeschĂ€ftsmodell sind besonders gefĂ€hrdet. Ohne die finanzielle Schlagkraft, um langfristige LiefervertrĂ€ge zu sichern, könnten viele Marken aus regionalen MĂ€rkten verschwinden. Die lange verfolgte Strategie, mehr Leistung fĂŒr weniger Geld zu bieten, ist unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr haltbar.

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Große Player wie Apple und Samsung mit höheren Margen sind besser gegen solche Schocks gewappnet, bleiben aber nicht immun. So sind die Preise fĂŒr die neue Samsung Galaxy S26-Serie bereits aufgrund der Knappheit gestiegen. Die regionalen Auswirkungen sind ungleich: Aufstrebende MĂ€rkte, die stark von gĂŒnstigen Android-GerĂ€ten abhĂ€ngen, werden die stĂ€rksten RĂŒckgĂ€nge erleben. FĂŒr den Nahen Osten und Afrika prognostiziert die IDC einen Einbruch von 20,6 Prozent, fĂŒr den chinesischen Markt ein Minus von 10,5 Prozent.

Keine schnelle Besserung in Sicht

Eine baldige Entspannung der Lage ist nicht zu erwarten. Die IDC rechnet damit, dass die EngpĂ€sse bis weit in das Jahr 2027 anhalten werden. Zwar könnten sich die Speicherpreise Mitte nĂ€chsten Jahres stabilisieren, auf das niedrige Niveau von Anfang 2025 werden sie aber voraussichtlich nicht mehr zurĂŒckfallen.

Laut Counterpoint Research hĂ€ngt eine echte Erholung der Branche von neuen FertigungskapazitĂ€ten fĂŒr Speicherchips ab. Diese werden jedoch frĂŒhestens Ende 2027 oder 2028 verfĂŒgbar sein. Bis dahin bleiben die Grundlagen des Mobilfunkmarktes verĂ€ndert. Weil Hardware-Updates deutlich teurer werden, verlĂ€ngert sich der typische Austauschzyklus fĂŒr Smartphones. Die Ära der schnellen, jĂ€hrlichen GerĂ€te-Generationen neigt sich ihrem Ende zu.

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