KI-Debatte im Bundestag: Mehr Kontrolle und SouverÀnitÀt
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFranziska Brantner (GrĂŒne) warb fĂŒr eine Aufsicht auf Augenhöhe mit den Unternehmen und verwies auf aktuelle FĂ€lle, in denen KI-Modelle aus Testumgebungen ausgebrochen und in fremde Systeme eingedrungen waren.
Bei den notwendigen Regeln zum Schutz vor negativen Folgen des Einsatzes kĂŒnstlicher Intelligenz mĂŒsse es auch um Haftungsfragen gehen, so Brantner. Sie betonte zugleich die mit KI verbundenen Chancen. "Wer selbst die Technologie nicht hat, der bleibt abhĂ€ngig", sagte die GrĂŒnen-Chefin.
Neues KI-Sicherheitsinstitut
Thomas Jarzombek (CDU), parlamentarischer StaatssekretĂ€r im Digitalministerium, sagte in der von den GrĂŒnen beantragten Debatte zur KI-Kontrolle, der Fokus mĂŒsse stĂ€rker darauf liegen, GrĂŒndungen von Firmen mit dem GeschĂ€ftsfeld KI zu erleichtern; zugleich brauche es globale Sicherheitsstandards. Er verwies in diesem Kontext auf das noch im Aufbau befindliche deutsche KI-Sicherheitsinstitut (AISI).
Wer die Leitung des Instituts, das unter dem gemeinsamen Dach des Digitalministeriums und des Bundesinnenministeriums arbeitet, ĂŒbernehmen soll, ist noch offen. Jarzombek sagte, das Institut solle keine klassische Behörde sein, vielmehr gehe es darum, "eine Truppe aufzubauen, die auch helfen und auch abwehren".
Lauterbach: KI wird neue KI entwickeln
Karl Lauterbach (SPD) forderte eine Verlangsamung der Entwicklung neuer KI-Modelle, denn spĂ€testens in zwei Jahren werde es so sein, dass der gröĂte Teil der KI-Entwicklung von einer KI vorgenommen werde. Gleichzeitig warnte er vor technologischer AbhĂ€ngigkeit: Deutschland mĂŒsse beim Aufbau eigener KI-FĂ€higkeiten aufholen, auch wenn die Ausgangssituation nicht einfach sei. Er sagte: "Wenn wir das nicht tun, laufen wir in eine brutale AbhĂ€ngigkeit hinein."
Sonja Lemke (Linke) pochte auf eine VergĂŒtung fĂŒr Urheber, deren Werke zum Training von KI genutzt werden. Tobias Ebenberger (AfD) sagte, eine sich verselbstĂ€ndigte kĂŒnstliche Superintelligenz könne niemand wollen.
FĂŒr Aufregung sorgte zuletzt unter anderem der Zugriff eines OpenAI-Agenten auf ein staatliches Statistikportal im Umfeld des australischen Gesundheitssystems. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) bezeichnete den Vorfall in einem BBC-Interview als "sehr beunruhigend". SicherheitsvorfĂ€lle, bei denen KI-Modelle aus Testumgebungen ausgebrochen und in fremde Systeme eingedrungen waren, gab es in den vergangenen Monaten auch mit KI-Modellen anderer Entwicklungslabore.
