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KI-Freunde: Digitale Gefährten bedrohen Kindesentwicklung

10.02.2026 - 04:31:12

Experten warnen vor Datenschutz- und psychischen Gefahren durch KI-Anwendungen für Kinder. Neue EU-Verordnungen sollen Schutzmaßnahmen verschärfen.

KI-Chatbots und smartes Spielzeug werden zur Gefahr für Privatsphäre und Psyche von Kindern. Das zeigt der heutige Safer Internet Day unter dem Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung“.

Berlin. Immer mehr Kinder und Jugendliche vertrauen ihre intimsten Gedanken künstlichen Intelligenzen an. Apps wie Character.AI oder intelligentes Spielzeug simulieren Freundschaft – und sammeln dabei massenhaft sensible Daten. Zum heutigen Safer Internet Day warnen Experten vor den Folgen dieser digitalen Beziehungen. Bundesweit engagieren sich über 1.000 Schulen und Organisationen für mehr Medienkompetenz.

Die versteckten Datensammler im Kinderzimmer

Vernetztes Spielzeug und KI-Apps zeichnen permanent Sprachaufnahmen, Nutzungsverhalten und sogar Videos auf. Die Daten landen oft auf Servern in den USA oder China, wo unklare Datenschutzstandards gelten. „Für Eltern ist kaum nachvollziehbar, welche Daten erfasst und wie sie verwendet werden“, betont die Forschungsgruppe „Plattform Privatheit“. Kinder seien sich der langfristigen Risiken oft nicht bewusst und bräuchten besonderen Schutz.

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Seit der EU‑KI‑Verordnung gelten neue Pflichten für Hersteller und Anbieter von KI – und das betrifft unmittelbar auch smartes Spielzeug und Chatbots, die Daten von Kindern verarbeiten. Viele Anbieter sind auf Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentationspflichten nicht vorbereitet, was zu Nachrüstaufwänden und Sanktionen führen kann. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Schritte jetzt nötig sind, inklusive Checklisten für Entwickler, Schulen und Datenschutzverantwortliche. Kostenlosen KI‑Verordnungs-Leitfaden herunterladen

Emotionale Abhängigkeit: Wenn die Maschine zum Freund wird

Die psychologischen Auswirkungen bereiten Experten große Sorgen. KI-Systeme reagieren stets verständnisvoll – besonders attraktiv für einsame Kinder. Es entstehen parasoziale Beziehungen: einseitige emotionale Bindungen an eine Maschine. Eine Studie von Internet Matters zeigt das Ausmaß: 26 Prozent der befragten Kinder sprechen lieber mit einem KI-Chatbot als mit einer realen Person.

„Das kann soziale Kompetenzen hemmen und zu emotionaler Abhängigkeit führen“, warnen Jugendpsychiater. Fehlinformationen der Chatbots könnten zudem Ängste schüren oder notwendige Hilfe verzögern.

Politik fordert schärfere Regeln für Anbieter

Bundesbildungsministerin Karin Prien stellt klar: „Eine Maschine empfindet kein echtes Mitgefühl und kann menschliche Beziehungen nicht ersetzen.“ Sie betont die gesellschaftliche Verantwortung, Kinder in der digitalen Welt zu schützen.

Die „Plattform Privatheit“ kritisiert, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) trage dem Schutzbedürfnis von Kindern nur unzureichend Rechnung. Die neue EU-KI-Verordnung stuft einige KI-Spielzeuge bereits als Hochrisiko-Produkte ein. In Deutschland wird nun über wirksamere Altersverifikation und höhere Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert.

Was Eltern tun können: Begleitung statt Verbote

Verbraucherschützer raten zu aktivem Engagement statt zu pauschalen Verboten. Entscheidend sei ein begleiteter, kritischer Umgang. Konkrete Schritte:
– KI-Anwendungen gemeinsam erkunden
– Klarmachen: Es ist ein Werkzeug, kein Freund
– Datenschutzeinstellungen jeder App prüfen
– So wenig persönliche Daten wie möglich preisgeben
– Offen über Manipulationsgefahren sprechen

Organisationen wie klicksafe und jugendschutz.net stellen umfangreiche Informationsmaterialien bereit.

Ausblick: Schnelle Regulierung nötig

Der Safer Internet Day 2026 markiert einen Wendepunkt in der Debatte um KI im Kinderalltag. Während der Digital Services Act (DSA) und der AI Act rechtliche Rahmen schaffen, bleibt die konsequente Umsetzung die größte Herausforderung. Die Technologie entwickelt sich rasant – Schutzmechanismen müssen Schritt halten.

Die zentrale Botschaft: Kritisches Denken und digitale Mündigkeit sind der wirksamste Schutz. Nur so können Kinder die Chancen der Digitalisierung nutzen, ohne untragbaren Risiken ausgesetzt zu sein.

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PS: Die Fristen und Anforderungen der EU‑KI‑Verordnung sind jetzt relevant – besonders für Hersteller von KI-Spielzeug, Plattformbetreiber und Bildungsträger. Wer frühzeitig handelt, vermeidet teure Auflagen und sorgt gleichzeitig für besseren Schutz von Kindern. Der kostenlose Leitfaden fasst die wichtigsten Pflichten, praktische Checklisten und eine einfache Risikoeinstufung zusammen – ideal, wenn Sie schnell Klarheit und Handlungsschritte brauchen. Jetzt KI‑Compliance-Guide sichern

@ boerse-global.de