KI-Kriminelle, Banken

KI-Kriminelle zwingen Banken zu neuem Sicherheitskurs

29.01.2026 - 00:47:12

Finanzinstitute verstärken ihre Abwehr gegen KI-gesteuerte Betrugsattacken durch verhaltensbasierte Biometrie, verschärfte Meldepflichten und umfassende Mitarbeiterschulungen.

Banken rüsten gegen eine neue Welle KI-gesteuerter Cyberangriffe auf – mit strengeren Regeln, biometrischer Technologie und umfassenden Schulungen. Der digitale Wandel im Finanzsektor beschleunigt sich, doch mit ihm wächst eine neue, hochgefährliche Bedrohung. Künstliche Intelligenz ermöglicht Betrügern täuschend echte Phishing-Kampagnen, Deepfake-Videoanrufe und präzise gefälschte Sprachnachrichten. Die Folge: Finanzinstitute weltweit müssen ihre Sicherheitsstrategien grundlegend überdenken.

Die neue Angriffsfläche: KI als Werkzeug der Kriminellen

Die rasante Verbreitung digitaler Banking-Plattformen hat Cyberkriminellen ein fruchtbares Betätigungsfeld eröffnet. Sie nutzen KI nun, um hochprofessionelle Betrugsszenarien zu orchestrieren, die sowohl Kunden als auch Mitarbeiter täuschen sollen. Der Druck auf die Sicherheitsabteilungen ist enorm. Traditionelle Abwehrmechanismen reichen nicht mehr aus; es braucht dynamischere und intelligentere Lösungen. Der Finanzsektor bleibt ein Hauptziel für Angreifer – von neuen Ransomware-Varianten bis hin zu ausgeklügelten Banking-Trojanern.

Regulierungen verschärfen den Druck

Regierungen reagieren auf die eskalierende Bedrohungslage mit schärferen Vorschriften. Sie zwingen Banken zu mehr Transparenz und schnelleren Reaktionen bei Sicherheitsvorfällen. In den USA tritt im Mai 2026 das Cyber Incident Reporting for Critical Infrastructure Act (CIRCIA) in Kraft. Es verpflichtet Banken, signifikante Cyberangriffe innerhalb von 72 Stunden und Zahlungen bei Erpressungssoftware innerhalb von nur 24 Stunden zu melden.

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Ein ähnlicher Trend zeigt sich in Europa und Großbritannien. Neue Richtlinien der EU sehen sogar eine persönliche Haftung des Senior-Managements bei Verstößen vor. In Großbritannien plant der Cyber Security and Resilience Bill Meldepflichten von zunächst 24 und dann 72 Stunden für schwerwiegende Vorfälle. Diese Regelungen zwingen die Institute, ihre Incident-Response-Prozesse massiv zu verschlanken und Compliance-Teams unter enormen Zeitdruck zu setzen.

Biometrie und „Defense-in-Depth“ als technologische Antwort

Im technologischen Wettrüsten setzen Banken verstärkt auf verhaltensbasierte Biometrie. Diese Technologie analysiert kontinuierlich, wie Nutzer mit ihren Geräten interagieren – etwa Tipprhythmus, Mausbewegungen oder Touchscreen-Navigation. So entsteht ein einzigartiges Nutzerprofil. Selbst wenn Kriminelle an Login-Daten gelangen, können sie dieses Verhaltensmuster kaum imitieren. Führende Anbieter dieser Technologie verzeichneten zum Jahresende 2025 ein Rekordquartal, angetrieben durch die hohe Nachfrage der Finanzbranche.

Doch Biometrie ist nur eine Schicht in einer umfassenden „Defense-in-Depth“-Strategie. Banken kombinieren sie mit Multi-Faktor-Authentifizierung, Echtzeit-Transaktionsüberwachung, sofortigen Benachrichtigungen bei Überweisungen und modernen Betrugserkennungssystemen. Sicherheitsfirmen integrieren zunehmend auch Stimmerkennung und Deepfake-Erkennung direkt in Authentifizierungsprozesse, um sich gegen KI-gesteuerte Identitätsdiebstähle zu wappnen.

Schulungen werden zur zentralen Säule der Sicherheit

Technologie allein reicht nicht. Die Branche betont einstimmig: Das menschliche Bewusstsein ist der entscheidende Faktor. Viele erfolgreiche Angriffe beginnen mit Social Engineering, bei dem Kunden trickreich zu Einmal-Passwörtern (OTPs) gebracht oder zum Klicken auf schadhafte Links verleitet werden.

Daher intensivieren Banken und Verbände ihre Aufklärungsarbeit. Online-Sessions und Webinare im ersten Quartal 2026 sollen Bankmitarbeiter und die Öffentlichkeit für die neuesten Bedrohungen sensibilisieren. Veranstaltungen wie „Cybersecurity & Fraud Prevention“ oder Konferenzen wie „Cyber Tech 2026“ behandeln Grundlagen der Cybersicherheit, gängige Betrugsmuster und spezifische Szenarien des Digitalbanking. Ziel ist eine durchgängige Sicherheitskultur – vom Mitarbeiter bis zum Endkunden.

Ausblick: Ein permanentes Wettrüsten

Die Zukunft der Finanzsicherheit wird ein permanentes Wettrennen zwischen Angreifern und Verteidigern bleiben. KI senkt die Einstiegshürde für Kriminelle und ermöglicht immer raffiniertere Angriffe. Banken müssen nicht nur Spitzentechnologien adoptieren, sondern auch eine Kultur des ständigen Lernens und der Wachsamkeit etablieren.

Globale Regulierungen werden weiter zunehmen. Zukünftig rücken die Integration von Sicherheit direkt ins Produktdesign und die Entwicklung digitaler Währungen wie des digitalen Euro mit hohen Privatsphäre-Standards in den Fokus. Die Sicherheit des modernen Bankensystems hängt künftig von einem holistischen Ansatz ab, der technologische Innovation, regulatorische Compliance und kontinuierliche Bildung aller Beteiligten nahtlos verbindet.

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