KI-Produktivitätsschub: Die neue Wette der Notenbanken
05.02.2026 - 19:53:12Führende Ökonomen diskutieren eine riskante Strategie: Sie wetten auf einen KI-getriebenen Produktivitätsschub, um die Zinsen zu senken. Die Idee orientiert sich an Alan Greenspans Politik der 1990er Jahre. Doch diesmal fehlen die harten Daten – die Notenbanken spekulieren auf die Zukunft.
Greenspans historisches Vorbild
In den späten 1990er Jahren hielt der damalige US-Notenbankchef Alan Greenspan die Zinsen trotz boomender Wirtschaft niedrig. Seine Wette: Der Internet-Boom steigerte die Produktivität so stark, dass die Wirtschaft ohne Inflation wachsen konnte. Greenspan stützte sich auf konkrete Daten wie steigende Unternehmensgewinne bei stabilen Lohnkosten. Diese „New Economy“ ermöglichte einen langen Aufschwung.
Die riskante KI-Wette von heute
Heute hoffen einige Ökonomen auf eine Neuauflage dieser Strategie durch Künstliche Intelligenz. Sie argumentieren, dass KI-Effizienzgewinne Spielraum für Zinssenkungen schaffen könnten, um die Konjunktur anzukurbeln. Prominente Befürworter wie der designierte US-Notenbankchef Kevin Warsh sehen in der KI den Schlüssel, um aus der wirtschaftlichen Stagnation auszubrechen.
Passend zum Thema KI: Seit dem 1. August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI‑Systeme, die Entwickler und Anwender vor konkrete Pflichten stellen. Wer Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen nicht rechtzeitig einordnet, riskiert Bußgelder und Marktverzögerungen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten für Ihr Unternehmen relevant sind, wie Sie KI‑Systeme richtig klassifizieren und welche Fristen zu beachten sind. Ideal für Entscheider und Entwickler. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Doch der Unterschied zu den 1990ern ist fundamental:
* Damals reagierte Greenspan auf sichtbare Produktivitätsdaten.
* Heute basiert die Argumentation auf Prognosen und Tech-Berichten.
Kritiker warnen vor einer verfrühten Wette. Bleiben die erhofften Effizienzgewinne aus, droht eine neue Inflationswelle.
Deutsche Wirtschaft zwischen Skepsis und Hoffnung
Die Debatte trifft auf eine verhaltene deutsche Konjunktur. Für 2026 prognostiziert das IMK ein Wachstum von 1,2 Prozent. Doch in den Unternehmen herrscht Skepsis: Laut ifo-Institut rechnen 59 Prozent mit einer unveränderten, 26 Prozent sogar mit einer schlechteren Geschäftslage.
In diesem Umfeld werden KI und Deep Tech zu zentralen Hoffnungsträgern. Die entscheidende Frage: Können die technologischen Potenziale schnell genug in messbare Produktivitätsgewinne umgesetzt werden?
Ein schmaler Grat für die Geldpolitik
Die „Greenspan-Strategie 2.0“ ist ein Balanceakt. Gelingt die Wette, entkommen die Notenbanken dem Dilemma zwischen Inflation und Wachstum. Sie könnten den von Handel und Industrie dringend erhofften Zinssenkungen Spielraum geben.
Doch das Risiko ist hoch. Eine Fehleinschätzung untergräbt die geldpolitische Glaubwürdigkeit. Während Greenspan auf eine laufende Entwicklung reagierte, müssten heutige Notenbanker präventiv auf eine Prognose setzen – ein gefährliches Spiel.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die KI-Investitionen in den Wirtschaftsdaten sichtbar werden. Nur dann könnte sich die geldpolitische Debatte grundlegend ändern. Für die deutsche Konjunktur 2026 bleibt die KI damit eine Wette auf die Zukunft.
PS: Die technologische Chance der KI darf nicht über regulatorische Pflichten hinwegtäuschen. Viele Firmen unterschätzen, wie schnell fehlende Dokumentation oder falsche Risiko‑Einschätzungen den Einsatz verzögern und zu Sanktionen führen können. Der Gratis‑Report zur EU‑KI‑Verordnung fasst kompakt Übergangsfristen, Kennzeichnungspflichten und praktische Umsetzungsschritte zusammen — so können Sie Investitionen planen und Compliance sichern. Besonders nützlich für Wirtschaftsverantwortliche und IT‑Leiter. Gratis E‑Book: EU‑KI‑Verordnung kompakt herunterladen


