KI soll Bahnreisen effizienter und zuverlÀssiger machen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Technik könne etwa in den Leitstellen dabei helfen, verspĂ€tete ZĂŒge wieder schneller in den Takt zu bringen und die Auswirkungen auf den restlichen Zugverkehr zu reduzieren, sagte der Chef des Zugbauers Siemens DE0007236101 Mobility, Michael Peter, bei der Eröffnungsfeier der MobilitĂ€tsmesse Innotrans in Berlin.
Dort geht es um zahlreiche Innovationen, bei denen in der Regel KI im Mittelpunkt steht. Siemens-Wettbewerber Alstom FR0010220475 etwa stellt auf der Messe seinen KI-Assistenten "Talk to my train" vor, der Instandhaltungsteams dabei helfen soll, Probleme an den ZĂŒgen schneller zu finden und zu reparieren.
ZĂŒge wieder schneller im Einsatz
Das System greift dabei auf bereits gesammelte Daten von ZĂŒgen, Signal- und Zugsteuerungssystemen und der Infrastruktur zurĂŒck. Die Reparatur soll auf diese Weise effizienter durchgefĂŒhrt werden und die ZĂŒge schneller wieder im Einsatz sein.
"Die digitale Revolution wird dazu fĂŒhren, dass der Zug in ein goldenes Zeitalter eintreten wird", sagte der neue Alstom-Chef, Martin Sion, vor der Messeeröffnung der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Die Digitalisierung ermöglicht es, auf bestehender Infrastruktur deutlich mehr ZĂŒge fahren zu lassen und die Bahn noch zuverlĂ€ssiger zu machen."
Noch spĂŒren FahrgĂ€ste wenig
In Deutschland spĂŒren die FahrgĂ€ste davon allerdings wenig. "Die Schiene in Deutschland leistet heute nicht das, was wir von ihr erwarten", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bei der Eröffnungsfeier der Innotrans. VerspĂ€tungen und ZugausfĂ€lle plagen die FahrgĂ€ste. Grund dafĂŒr ist vor allem das ĂŒberalterte Schienennetz.
Bei der notwendigen Sanierung Dutzender vielbefahrener Korridore traten zuletzt zudem immer wieder Probleme auf. "Das Konzept der Korridorsanierung hat die hohen Erwartungen bislang nicht erfĂŒllt", betonte Bilger. "Wenn wir eine Strecke monatelang sperren mit allen Belastungen, die damit einhergehen, muss sie danach spĂŒrbar besser funktionieren."
Eine Reise, ein Ticket - quer durch Europa
Als nicht ganz einfach gestaltet sich fĂŒr FahrgĂ€ste auch das Bahnreisen ĂŒber Landesgrenzen hinweg. Bislang ist es kaum möglich, ein Ticket fĂŒr eine grenzĂŒberschreitende Verbindung mit mehreren Zugunternehmen zu kaufen. Die EU-Kommission will das Ă€ndern. Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas bekrĂ€ftigte auf der Innotrans die Bedeutung von einheitlichen Bahntickets fĂŒr Reisen quer durch Europa.
"FĂŒr die FahrgĂ€ste ist der Fahrkartenverkauf ein weiterer klarer Test dafĂŒr, ob wir wirklich ĂŒber ein europĂ€isches Eisenbahnsystem verfĂŒgen", sagte er. "Das Ziel: Eine Reise, eine Buchung, volle Rechte fĂŒr FahrgĂ€ste - das wird grenzĂŒberschreitende Reisen mit verschiedenen Zuganbietern einfacher und viel attraktiver machen."
Neue Nachtzugverbindung ab MĂ€rz 2027
Auf der Messe dreht sich derweil nicht alles um digitale Technik. Das Start-up Nox plant ab MĂ€rz 2027 eine neue Nachtzugverbindung zwischen Hamburg und MĂŒnchen. Angeboten werden dabei Reisen in Einzel- und Doppelabteilen mit Arbeits- und Schlafmöglichkeiten. Die Waggons stellt das Unternehmen ebenfalls auf der Messe vor. Zudem startet heute der Ticketverkauf fĂŒr die Verbindung.
Bei der 30. Ausgabe der Fachmesse Innotrans stehen neben neuen ZĂŒgen vor allem neuen Technologien fĂŒr die Bahnindustrie im Fokus. Es geht etwa um die Digitalisierung von Schienenwegen und automatisierten Verkehren. Vertreten sind der Berliner Messe zufolge 3.170 Aussteller aus 59 LĂ€ndern.
