KI-Studie, Massenarbeitslosigkeit

KI-Studie: Keine Massenarbeitslosigkeit, aber radikaler Job-Wandel

27.01.2026 - 15:52:11

Eine Analyse des IfW Kiel zeigt, dass künstliche Intelligenz nicht zu Massenarbeitslosigkeit führt, sondern Tätigkeitsprofile grundlegend verändert und den Qualifizierungsdruck erhöht.

Künstliche Intelligenz verändert nicht die Zahl der Jobs, sondern deren Inhalt – und erhöht den Qualifizierungsdruck dramatisch. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

Eine aktuelle Untersuchung des IfW entkräftet die Angst vor KI-bedingter Massenarbeitslosigkeit. Stattdessen zeichnet sie das Bild eines tiefgreifenden Wandels: Routineaufgaben schwinden, während komplexe Tätigkeiten und der Druck zur ständigen Weiterbildung zunehmen. Die Analyse „Who is afraid of AI? Who should be?“ basiert auf Arbeitsmarktdaten aus Dänemark, Portugal und Schweden der Jahre 2010 bis 2023.

Wandel der Aufgaben, nicht der Stellen

Der Kernbefund der Forscher: KI ersetzt den Menschen nicht, sondern verändert seine Rolle. Die Gesamtbeschäftigung bleibt stabil. Doch innerhalb der Unternehmen verschieben sich die Tätigkeitsprofile fundamental.

„Die Vorstellung, Maschinen würden Menschen im großen Stil verdrängen, greift zu kurz“, so die Studie. Stattdessen werden routinierte Verwaltungsaufgaben automatisiert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Jobs, die analytisches Denken, komplexe Problemlösung und Kommunikation erfordern. Die Technologie wirkt dabei je nach Typ unterschiedlich: Sprach-KI kann neue Jobs schaffen, während Bilderkennung eher bestehende Bürotätigkeiten beeinflusst.

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Der neue Zwang zum lebenslangen Lernen

Aus diesem Strukturwandel erwächst ein massiver Qualifizierungsdruck für Arbeitnehmer. Unternehmen, die KI einsetzen, erhöhen systematisch den Anteil hochqualifizierter Beschäftigter. Die entscheidende Kompetenz der Zukunft wird damit die Anpassungsfähigkeit.

Gefragt sind nicht nur Fachwissen, sondern zunehmend überfachliche Skills wie kritisches Denken und interdisziplinäre Teamarbeit. „Weiterbildung muss gezielter auf diese neuen Anforderungen ausgerichtet werden“, betont IfW-Forscher Holger Görg. Für die Personalabteilungen bedeutet das eine strategische Kehrtwende: vom Verwaltungs- zum aktiven Gestaltungsinstrument für Lernprozesse.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Die Ergebnisse sind ein klarer Handlungsaufruf an die Wirtschaft. Eine erfolgreiche KI-Implementierung ist mehr als eine Technologie-Investition. Sie erfordert eine ganzheitliche Strategie, die die Mitarbeiterentwicklung in den Mittelpunkt stellt.

Unternehmen müssen in Upskilling- und Reskilling-Programme investieren. Nur so bereiten sie ihre Belegschaft auf die veränderten Aufgaben vor. Der Fokus verschiebt sich: weg von reiner Effizienzsteigerung durch Automatisierung, hin zur Wertschöpfung durch die Kombination von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Firmen, die hier vorangehen, sichern sich Talente und steigern ihre Innovationskraft.

Dauerhafter Wandel als neue Normalität

Die Studie macht deutlich: Der KI-getriebene Umbau des Arbeitsmarktes ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein permanenter Prozess. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für lebenslanges Lernen zu stärken. Bildungseinrichtungen müssen Lehrpläne anpassen.

Für Arbeitnehmer heißt das, die eigene Karriere proaktiv zu managen und offen für Neues zu bleiben. Der Wandel ist in vollem Gange. Die Fähigkeit, sich ständig neu zu qualifizieren, wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor – für den Einzelnen und für die gesamte Volkswirtschaft.

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