KI-Transformation, Systemwechsel

KI-Transformation im HR: Systemwechsel offenbart Sicherheitslücken

10.02.2026 - 19:12:12

Der Wandel in der Personalarbeit wird durch veraltete Systeme und unkontrollierte KI-Nutzung geprägt. Unternehmen müssen Governance-Strukturen aufbauen, um Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen.

Die deutsche Personalarbeit steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Der Wechsel veralteter Kerntechnologien zwingt Unternehmen zur strategischen KI-Integration, doch gleichzeitig wachsen die Risiken durch unkontrollierte Nutzung.

Veraltete HR-Systeme zwingen zum Handeln und ebnen den Weg für KI. Eine aktuelle Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) zeigt das Ausmaß: Noch immer setzen 71 Prozent der befragten Unternehmen auf das veraltete On-Premises-System SAP ECC HCM. Das bevorstehende Ende des Supports treibt die Migration zu modernen Plattformen wie SAP HCM for S/4HANA voran. Dieser Systemwechsel ist mehr als ein technisches Upgrade – er wird zum Katalysator für die komplette Neuausrichtung der Personalprozesse. Erst auf dieser modernen Basis lassen sich KI-Funktionen und Cloud-Lösungen wie SAP SuccessFactors, bereits in 39 Prozent der Firmen im Einsatz, sinnvoll integrieren.

Schatten-IT wird zur Achillesferse

Während die Strategen die Weichen für die Zukunft stellen, entsteht an der Basis ein massives Sicherheitsproblem: die unkontrollierte KI-Nutzung durch Mitarbeiter. Vor allem in wissensintensiven Bereichen wie der Personalabteilung greifen Beschäftigte oft eigenmächtig auf frei verfügbare KI-Tools zurück. Sie generieren damit Stellenanzeigen, werten Daten aus oder bereiten Entscheidungen vor – eine gefährliche Schatten-IT.

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Das Risiko ist enorm. Werden sensible Unternehmens- oder Bewerberdaten in öffentliche KI-Systeme eingegeben, verliert das Unternehmen die Kontrolle. Im schlimmsten Fall drohen schwere Datenschutzverletzungen nach der DSGVO mit Bußgeldern und Reputationsschäden. Experten warnen vor pauschalen Verboten. Stattdessen braucht es klare Leitplanken und eine robuste KI-Governance, die rechtliche, organisatorische und technische Aspekte vereint.

KI als Antwort auf den Fachkräftemangel

Der Druck von außen wächst parallel. Ein dramatischer Fachkräftemangel zwingt zum Handeln. Laut ManpowerGroup haben global 77 Prozent der Arbeitgeber im Gesundheits- und Life-Sciences-Sektor Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Diese Lücke gefährdet Wachstum und Versorgung.

Hier wird KI zum Hoffnungsträger. Sie kann Recruiting beschleunigen, Personalengpässe abfedern und Verwaltungsprozesse effizienter machen. Die Realität hinkt jedoch hinterher: Nur 19 Prozent der Gesundheitsunternehmen nutzen KI bisher umfassend zur Verbesserung ihrer Einstellungsprozesse. Die Lücke zwischen Potenzial und Umsetzung ist groß. Die Zukunft liegt in der Kombination aus strategischem KI-Einsatz und gezielter Weiterbildung der Belegschaft.

Von der Experimentierphase zur echten Transformation

Die Diskussion ist erwachsener geworden. Es geht nicht mehr nur um die Chancen der KI, sondern zunehmend um ihre Risiken und Grenzen. Eine Gartner-Analyse, die den Kundenservice betrifft, liefert eine wichtige Lehre für HR: Bis 2027 werden etwa 50 Prozent der Unternehmen, die Servicekräfte durch KI ersetzt haben, wieder Menschen einstellen. Die Erkenntnis setzt sich durch: KI ist ein Werkzeug zur Unterstützung, kein vollständiger Ersatz für menschliche Expertise.

Die erfolgreiche Transformation liegt in der Symbiose aus menschlicher Kompetenz und technologischer Effizienz. Die kommenden ein bis zwei Jahre werden entscheidend sein. Der Fokus verschiebt sich von der Frage ob KI genutzt wird, hin zu der Frage, wie sie sicher, ethisch und wertschöpfend eingesetzt werden kann. Zwei Felder rücken in den Vordergrund: der Aufbau robuster Governance-Strukturen und der massive Kompetenzaufbau in den Teams. Die Personalabteilung der Zukunft muss Gestalterin dieses Wandels sein – und die gesamte Organisation befähigen, das Potenzial der Künstlichen Intelligenz verantwortungsvoll zu nutzen.

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