Kioxia Aktie: 332-Lagen-Chip treibt auf 454,40 Euro
03.07.2026 - 23:25:02 | boerse-global.de
Ein neuer Speicherchip lässt die Aktie von Kioxia explodieren. Am Freitag springt das Papier um 18,03 Prozent auf 454,40 Euro. Auslöser ist der Start der Musterauslieferung für die zehnte Generation der "BiCS FLASH"-Speicherchips, speziell zugeschnitten auf die Anforderungen von KI-Rechenzentren.
Der japanische Speicherhersteller nähert sich damit seinem 52-Wochen-Hoch von 519,90 Euro. Nur zwölf Prozent trennen die Aktie noch von dieser Marke. Wer vor vier Monaten beim Jahrestief von 95 Euro eingestiegen ist, sitzt heute auf einem Kursgewinn von 378 Prozent.
332 Schichten und neue Architektur
Der technologische Fortschritt steckt im Detail. Die neue Chip-Generation nutzt eine 332-Lagen-Architektur und erreicht damit eine um 59 Prozent höhere Bitdichte als die achte Generation. Kioxia setzt dabei auf eine 1-Terabit-TLC-Zelle und eine Technik namens "CMOS Bonded to Array".
Diese Technik trennt Speicherzellen-Array und Steuerelektronik komplett voneinander. Beide Komponenten lassen sich so unabhängig optimieren, bevor sie zusammengefügt werden. Das Ergebnis: eine Schnittstellengeschwindigkeit von 4,8 Gbit pro Sekunde, ein Plus von 33 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.
Auch bei der Effizienz legt Kioxia zu. Die Schreibeffizienz steigt um 18 Prozent, die Leseeffizienz um 30 Prozent. Für Enterprise-SSDs in KI-Umgebungen sind das keine Nebensächlichkeiten – hier entscheidet Effizienz über Betriebskosten im großen Maßstab.
Fab2 wird zum Dreh- und Angelpunkt
Produziert wird die neue Generation im Werk Kitakami, genauer im Fab2 in der japanischen Präfektur Iwate. Die Anlage läuft seit September 2025 und stellt nun komplett auf die neuen Chips um. Bei einer Zeremonie am 2. Juli und anschließenden Pressegesprächen am 3. Juli bestätigte Kioxia zudem: Die Partnerschaft mit SanDisk läuft bis Dezember 2034 weiter.
CEO Hiroo Ota kündigte an, die Kapazitäten am Fab2 weiter auszubauen. Die Nachfrage aus dem KI-Sektor gebe den Ausschlag. Parallel prüft das Unternehmen den Bau einer dritten Fertigungshalle, Fab3, als künftigen Erweiterungsstandort.
Bewertung auf Augenhöhe mit Toyota
Der Kurssprung hat Folgen für die gesamte Bewertung des Konzerns. Die Marktkapitalisierung von Kioxia übersteigt mittlerweile 250 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 45,5 Billionen Yen. Damit liefert sich der Speicherhersteller ein Rennen mit Toyota um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens Japans.
Die Geschäftszahlen stützen diese Entwicklung. Für das Quartal April bis Juni 2026 erwartet Kioxia einen 47-fachen Anstieg des Nettogewinns im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktionskapazität für NAND- und SSD-Produkte im laufenden Jahr ist nach Angaben von Marktbeobachtern bereits vollständig ausgebucht.
Massenproduktion ab 2027 geplant
Noch befindet sich die 332-Lagen-Technologie in der Musterphase. Die Massenproduktion soll laut Unternehmensplanung 2027 anlaufen. Damit will Kioxia den Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie SK Hynix, das in sein M17-Werk investiert, und Samsung, das neue Linien in Pyeongtaek plant, verteidigen.
Um die internationale Investorenbasis zu verbreitern, prüft Kioxia zudem einen Aktiensplit in Japan sowie die Ausgabe von American Depositary Receipts in den USA. Ein möglicher Zeitpunkt dafür: das Frühjahr 2027, parallel zum globalen Ausbau der KI-Infrastruktur.
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