KNDS, Aktie

KNDS Aktie: 13. Juli fĂĽr Erstnotiz

26.06.2026 - 13:51:43 | boerse-global.de

Die Wegmann-Familie verkauft ihre Anteile an KNDS. Deutschland und Frankreich sichern sich gegenseitige Vetorechte für die nächsten zehn Jahre.

KNDS-Börsengang: Staatliche Kontrolle nach Wegmann-Ausstieg
KNDS - Nahaufnahme eines stilisierten Börsentickers mit 'KNDS' und einem Datum, unscharfe Finanzcharts im Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Wegmann-Familie verlässt KNDS nach 144 Jahren. Ihr Ausstieg ebnet den Weg für einen der meistbeachteten Börsengänge Europas — und für eine staatliche Kontrollstruktur, die auf ein Jahrzehnt angelegt ist.

Die beiden bisherigen Hauptaktionäre, die französische Staatsholding Giat Industries und die deutsche Familienholding Wegmann & Co, verkaufen gemeinsam rund 20 Prozent von KNDS an institutionelle Investoren. Parallel dazu erwirbt die Bundesrepublik Deutschland über die KfW einen Anteil von 40 Prozent — direkt von der Wegmann-Familie. Der Transaktion muss noch der parlamentarische Haushaltsausschuss zustimmen. Die Bewertung des Unternehmens liegt dabei zwischen 15 und 18 Milliarden Euro.

Gegenseitiges Vetorecht fĂĽr zehn Jahre

Das Besondere an der Governance-Struktur: Paris und Berlin räumen sich gegenseitig ein Vetorecht ein. Keine Seite darf ihre Beteiligung ohne Zustimmung der anderen unter 30 Prozent senken — und das für eine volle Dekade. Strategische Kontrolle bleibt damit fest in staatlicher Hand, auch wenn privates Kapital hinzukommt.

Langfristige Aktionäre erhalten nach zwei Jahren doppelte Stimmrechte. Das soll Stabilität in einem Sektor sichern, der geopolitischen Schwankungen besonders ausgesetzt ist.

KNDS-Chairman Tom Enders wertet Deutschlands Einstieg als „starkes Vertrauenssignal in KNDS und seine Zukunft." Kein Wunder — die Bundesrepublik wird damit zum gleichgewichtigen Partner neben dem französischen Staat.

Rekordauftragsbestand, aber Margenwarnung fĂĽr 2026

KNDS geht mit starken Zahlen an die Börse. Der Auftragsbestand liegt bei 33,1 Milliarden Euro — mehr als das Siebenfache des Jahresumsatzes von 4,4 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum betrug 2025 rund 16 Prozent, die EBIT-Marge 15 Prozent, der freie Cashflow 980 Millionen Euro.

Für 2026 plant KNDS ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent. Die EBIT-Marge wird dabei auf etwa 12 Prozent sinken. Grund: Der Hochlauf großer Inlandsprogramme drückt zunächst auf die Rentabilität, und besonders profitable Verträge aus dem Vorjahr fallen weg.

Ab 2027 will KNDS Dividenden zahlen — mit einer Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent des Nettogewinns, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2026. Mittelfristig peilt das Unternehmen Jahresumsätze zwischen 11 und 12 Milliarden Euro an.

Rheinmetall wollte einsteigen — und scheiterte

Das Marktumfeld ist herausfordernd. Europäische Rüstungsaktien haben deutlich nachgegeben, weil Investoren bezweifeln, dass staatliche Rüstungsversprechen schnell genug in Gewinne münden. Rheinmetall hat in diesem Jahr rund ein Viertel seines Börsenwerts verloren.

Pikant: Rheinmetall soll versucht haben, sich bei KNDS einzukaufen — und wurde von den beteiligten Regierungen blockiert. Das zeigt, wie politisch aufgeladen die Eigentümerstruktur ist, die jetzt festgeschrieben wird.

Das Konsortium aus Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale begleitet die Transaktion. Die erste Börsennotiz ist für Mitte Juli geplant, mit einem harten Termin am 13. Juli.

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