DJV, KoalitionsplÀne

KoalitionsplÀne bedrohen Informationsfreiheit

Veröffentlicht am: 03.07.2026 um 12:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die von den Koalitionsspitzen beschlossene Reform des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) scharf kritisiert.

Der Bundestag dĂŒrfe den PlĂ€nen nicht zustimmen, forderte der Verband. Die vorgesehenen Änderungen bedeuteten in der Konsequenz "die Abschaffung der Informationsfreiheit".

Mit einem umfassenden Reformpaket zu Steuern, Arbeit und EntbĂŒrokratisierung wollen Union und SPD Deutschland aus der Wirtschaftskrise fĂŒhren. Teil des am Donnerstag beschlossenen Pakets ist auch eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes. Unter anderem sollen die Auskunftsrechte kĂŒnftig auf natĂŒrliche Personen mit berechtigtem Interesse beschrĂ€nkt werden. Außerdem sollen die Namen von BeschĂ€ftigten in Behörden in Dokumenten grundsĂ€tzlich geschwĂ€rzt werden.

DJV sieht gravierende Folgen

Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster kritisierte, Medienunternehmen könnten damit kĂŒnftig keine IFG-Anfragen mehr stellen. Durch geschwĂ€rzte Namen ließen sich Verantwortlichkeiten in amtlichen Dokumenten nicht mehr nachvollziehen. "Es ist am Deutschen Bundestag, die Informationsfreiheit am Leben zu erhalten", sagte Beuster. Das IFG sei fĂŒr Medienschaffende "nicht perfekt, aber es ist besser als nichts". Mit den geplanten Einschnitten werde das Gesetz "ein zahnloser Tiger".

Beuster verwies zudem auf Angaben des Portals "Frag den Staat", wonach bislang mehr als 300.000 IFG-Anfragen gestellt worden seien. "Das zeigt, es gibt ein reges Informationsinteresse. Das darf nicht auf dem Altar des vermeintlichen BĂŒrokratieabbaus geopfert werden", sagte er.

Kritik an den PlÀnen hatte es bereits nach dem Beschluss des Koalitionsausschusses gegeben. Vertreter der Opposition sowie Transparenzorganisationen warnten unter anderem vor einer EinschrÀnkung staatlicher Transparenz und erschwerten Kontrollmöglichkeiten.

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