Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Ford kommt auf Elektrokurs etwas voran

04.06.2024 - 16:46:11

KÖLN - Mit einer Verzögerung von einem Dreivierteljahr hat der Autobauer Ford US3453708600 die Serienproduktion seines ersten Elektro-Pkw gestartet, der im großen Stil in Europa hergestellt wird.

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KÖLN (dpa-AFX) - Mit einer Verzögerung von einem Dreivierteljahr hat der Autobauer Ford US3453708600 die Serienproduktion seines ersten Elektro-Pkw gestartet, der im großen Stil in Europa hergestellt wird. Die ersten Stromer des Modells Ford Explorer rollten am Dienstag in Köln vom Band und wurden Kunden ĂŒbergeben. Ford hatte knapp zwei Milliarden Euro investiert, um die ProduktionsstĂ€tte auf Elektrokurs zu trimmen. UrsprĂŒnglich hatte es im September losgehen sollen, doch wegen eines neuen Batteriestandards dauerten die Vorbereitungen lĂ€nger als erwartet.

Die HerstellungskapazitÀten des neuen Stromer-Werks liegen bei 250 000 Autos pro Jahr. Neben dem Explorer - einem kompakten GelÀndewagen- soll noch ein weiteres Elektromodell gefertigt werden. Allerdingswerde man diese KapazitÀt nicht schon nÀchstes Jahr brauchen, sagte der Vertriebschef von Ford in Deutschland, Christian WeingÀrtner. "Die KapazitÀt ist genau richtig, um mit dem Markt mitzuwachsen." Verkaufsziele nannte er nicht.

SpÀter Einstieg in den Elektromarkt

Der Autobauer ist bei der ElektromobilitĂ€t spĂ€t dran, Konkurrenten wie Tesla US88160R1014, VW DE0007664039 und andere Autobauer sind vorgeprescht, auch China mischt mit. Auf die Frage, wie Ford als Neuling so spĂ€t noch erfolgreich in den Elektromarkt rein kommen will, sagte Vertriebschef WeingĂ€rtner, jetzt sei der richtige Zeitpunkt, schließlich sei Elektro keine Nische mehr. "Jetzt wĂ€chst der Markt und er ist groß genug, dass wir eine Fabrik vernĂŒnftig laufenlassen können."

Ford setzt bei dem Auto auf Bauteile von VW - die sogenannte Plattform des Pkw samt Batterie kommt aus Wolfsburg. Die Batterie lĂ€sst sich den Angaben zufolge binnen 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent auffĂŒllen, ihre Reichweite liegt bei 602 Kilometern und der Einstiegspreis liegt bei 48 500 Euro. Eine gĂŒnstigere Explorer-Variante mit einer schwĂ€cheren Batterie soll spĂ€ter auf den Markt kommen und 42 500 Euro kosten.

Explorer als erstes Elektro-Massenprodukt

Der US-Konzern hat schon einmal ein Elektroauto in Deutschland produziert, von 2013 bis 2018 wurde eine Stromerversion des Focus in Saarlouis hergestellt - dies allerdings nur in kleiner StĂŒckzahl und ohne großen Erfolg. Ein anderes Elektroauto von Ford ist noch auf dem Markt, der Sportwagen Mustang Mach-E wird in Mexiko hergestellt - auch dies ist eher ein Nischenprodukt. Der Explorer aus Köln ist fĂŒr den US-Konzern nun die erste große Elektro-Massenproduktion im Pkw-Bereich.

Branchenkenner Ă€ußerten sich zurĂŒckhaltend ĂŒber die wirtschaftlichen Perspektiven von Ford als Elektroauto-Hersteller. "Ford legt spĂ€t los und hat ein schlechtes Timing, da die Nachfrage am E-Auto-Markt derzeit schwĂ€chelt", sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut Bochum. "Die Konkurrenten haben ÜberkapazitĂ€ten, die sie zu relativ niedrigen Preisen in den Markt drĂŒcken - das verschlechtert die Situation von Ford noch zusĂ€tzlich."

In Köln hat Ford rund 13 000 BeschÀftigte und damit deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. In dem Werk wurde jahrzehntelang der Kleinwagen-Klassiker Ford Fiesta produziert, sein letztes Exemplar rollte vergangenes Jahr vom Band.

@ dpa.de | DE0007664039 PRODUKTION/ABSATZ