KOSPI: Apple zieht Seoul in den Abwärtssog
26.06.2026 - 10:25:02 | boerse-global.de
Apple wollte steigende Chipkosten durch Preiserhöhungen abfedern — und löste damit einen Ausverkauf aus, der Südkorea besonders hart trifft.
Der KOSPI verlor heute zeitweise mehr als sieben Prozent und fiel auf rund 8.294 Punkte. Mehrere Handelsunterbrechungen wurden ausgelöst. Der technologielastige KOSDAQ rutschte parallel dazu um über fünf Prozent ab — Seuls Börse steht damit unter dem stärksten Verkaufsdruck aller großen asiatischen Märkte.
Zwei Auslöser, ein Muster
Den Anstoß lieferten zwei Schlagzeilen aus den USA. Apples angekündigte Preiserhöhungen zur Kompensation höherer Chipkosten weckten Sorgen über die Marge im gesamten Halbleitersegment. Hinzu kommt ein Bericht, wonach OpenAI seinen geplanten Börsengang möglicherweise verschieben könnte — ein Signal, das Fragen über die Reife des KI-Hypes neu entfacht.
Das Ergebnis ist ein Muster, das Investoren in diesem Zyklus bereits kennen: Eine Rallye im Chipsektor, getrieben von KI-Fantasie, gefolgt von einem abrupten Ausverkauf bei den ersten Rissen im Narrativ. Der KOSPI, mit seinem hohen Gewicht südkoreanischer Chiphersteller wie Samsung und SK Hynix, reagiert auf solche Impulse regelmäßig mit überproportionalen Ausschlägen.
Asien im Minus, aber unterschiedlich stark
Auch andere Märkte gaben nach. Der Nikkei 225 verlor zeitweise knapp fünf Prozent — allerdings aus einer besonders exponierten Position, nachdem der japanische Index am Vortag ein Rekordschlusshoch markiert hatte. Hang Seng und Shanghai Composite büßten deutlich weniger ein.
Citi-Analysten mahnen zur Gelassenheit: KI- und Halbleiterwerte dürften "der wichtigste Motor" des japanischen Marktes bleiben, der Bullenmarkt bis Jahresende anhalten. Ob diese Einschätzung auch für Seoul gilt, wo der Index seit dem Jahreshoch bei 9.063 Punkten nun erheblich tiefer notiert, lässt sich erst nach einer Stabilisierung der US-Futures am Abend besser einschätzen.
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