Kostad Aktie: Totalverlust besiegelt
04.03.2026 - 14:45:21 | boerse-global.deDie Zeit der Kostad AG an der Wiener Börse ist abgelaufen. Nach dem Insolvenzantrag im vergangenen Herbst und dem erfolgten Delisting mĂŒssen Investoren mit dem vollstĂ€ndigen Verlust ihres eingesetzten Kapitals rechnen. Damit findet eine AbwĂ€rtsspirale ihr Ende, die bereits mit dem Zusammenbruch der operativen Tochtergesellschaft im Sommer ihren Lauf nahm.
Der Weg in die ZahlungsunfÀhigkeit
Der letzte Handelstag im Segment Vienna MTF markierte im Oktober den endgĂŒltigen Schlussstrich unter die Börsennotierung. Vorausgegangen war ein Konkursantrag beim Landesgericht Wiener Neustadt. Die Holding verlor ihre Existenzgrundlage faktisch bereits Ende Juli 2025, als die einzige Tochtergesellschaft, die Kostad Steuerungsbau GmbH, aufgelöst werden musste.
Warum scheiterte der einstige HoffnungstrĂ€ger fĂŒr Ladeinfrastruktur trotz des globalen Trends zur ElektromobilitĂ€t? Das GeschĂ€ftsmodell geriet ab Anfang 2024 durch eine Kombination aus Lieferkettenproblemen und massiv gestiegenen Produktionskosten unter Druck. Das Auslaufen staatlicher Förderungen und die allgemeine KonjunkturschwĂ€che in Europa verschĂ€rften die Lage. Zudem fĂŒhrten EU-Sanktionen gegen Russland zu Auftragsstornierungen durch groĂe Energieversorger, was die LiquiditĂ€t durch hohe ForderungsausfĂ€lle zusĂ€tzlich belastete.
Gescheiterte Rettungsversuche und Millionen-LĂŒcke
Ein Sanierungsverfahren fĂŒr die operative Tochtergesellschaft scheiterte im Juli letzten Jahres endgĂŒltig. Ein geplanter Rettungsplan, der eine Quote von 20 Prozent fĂŒr die rund 130 GlĂ€ubiger vorsah, konnte nicht realisiert werden. Die Suche nach externen Investoren zur notwendigen Kapitalaufnahme blieb erfolglos.
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Angesichts von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 18,5 Millionen Euro und fehlender Finanzierungsmöglichkeiten gab es keine positive FortfĂŒhrungsprognose mehr. FĂŒr die AktionĂ€re der Holding bedeutet die Abwicklung nun bittere Gewissheit: Da der einzige wesentliche Vermögenswert â die Beteiligung an der Tochtergesellschaft â wertlos ist, bleibt nach Abschluss des Insolvenzverfahrens fĂŒr die Anteilseigner nach aktuellem Stand kein verwertbares Vermögen ĂŒbrig.
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