Kraken Robotics Aktie: 4,6 Prozent Minus im Mai
01.06.2026 - 11:37:57 | boerse-global.deStarkes Umsatzwachstum, schwache Profitabilität — dieser Widerspruch hat Kraken Robotics-Aktionäre zum Ende des Monats Mai kalt erwischt. Die Aktie des kanadischen Unterwassertechnologie-Spezialisten verlor am letzten Handelstag des Monats rund 4,6 Prozent und schloss bei 7,44 CAD. In Euro gerechnet notiert das Papier bei 4,74 Euro — rund 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März, obwohl der RSI mit 35 bereits überverkaufte Niveaus signalisiert.
Produktgeschäft zieht an, Marge gibt nach
Im ersten Quartal 2026 steigerte Kraken den Umsatz auf 21,7 Millionen Dollar — ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Treiber war vor allem das Produktgeschäft: Die Erlöse aus SeaPower-Unterwasserbatterien und Synthetic-Aperture-Sonar-Systemen sprangen um 50 Prozent auf 13,8 Millionen Dollar. Das Servicegeschäft wuchs solider, aber deutlich langsamer — plus 14 Prozent auf 7,9 Millionen Dollar.
Das Problem liegt tiefer. Die Nettomarge schrumpfte auf rund 2,8 Prozent, belastet durch Expansionskosten und nicht-zahlungswirksame Posten aus jüngsten Akquisitionen. Das bereinigte EBITDA blieb mit 3,0 Millionen Dollar positiv, reicht dem Markt aber offenbar nicht als Beleg dafür, dass Kraken seinen wachsenden Auftragsbestand in echte Gewinne ummünzen kann.
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Türkei-Partnerschaft und Auftragsdynamik
Auf strategischer Ebene läuft es besser. Der Auftragseingang für das laufende Jahr kletterte auf rund 97 Millionen Dollar, nach 87 Millionen Dollar noch im Frühjahr. Parallel dazu schloss Kraken eine Kooperationsvereinbarung mit dem türkischen Rüstungsunternehmen SEFINE SISAM. Kern der Zusammenarbeit: die Integration des KATFISH-Schleppsonars in Missionsplanungssoftware sowie die gemeinsame Entwicklung automatischer Zielerkennung für die Minenabwehr. Erste Demonstrationen des Systems mit SEFINE's unbemanntem Überwasserfahrzeug RD-22 vor Istanbul verliefen erfolgreich.
Ambitionierte Jahresziele, milliardenschwere Übernahme wartet
Das Management bestätigte seine Jahresprognose: Umsatz zwischen 165 und 175 Millionen Dollar, bereinigtes EBITDA zwischen 40 und 50 Millionen Dollar — was am Mittelpunkt einem Wachstum von rund 80 Prozent entspräche. Diese Guidance berücksichtigt noch nicht die geplante Übernahme der Covelya Group für 615 Millionen Dollar, die im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll.
Hinzu kommt ein weiterer Katalysator: Das Unternehmen plant, seine Aktien noch im Juni 2026 an eine größere Börse upzulisten. Gelingt das, dürfte die Aktionärsbasis deutlich breiter werden — ob das die Margenproblematik überdeckt, ist eine andere Frage.
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