Kraken Robotics Aktie: Analyst senkt Kursziel auf 10 Dollar
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 05:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kraken Robotics hat die Übernahme der Covelya Group abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt bei 615 Millionen kanadischen Dollar, umgerechnet rund 432 Millionen US-Dollar. Seit dem 6. Juli gehört der britische Unterwassertechnik-Spezialist offiziell zu Kraken.
Der Deal bringt gleich mehrere bekannte Namen unter ein Dach: Sonardyne, Wavefront, Chelsea Technologies, EIVA, Voyis und Forcys. Das Ziel: Kraken soll zum Komplettanbieter für Unterwasser-Aufklärung werden – militärisch wie zivil.
Milliarden-Runde im Verteidigungssektor
Die Übernahme ist Teil eines globalen Konsolidierungstrends. Noch am selben Tag bestätigte Lockheed Martin den Kauf von Ultra Maritime für 3,45 Milliarden Dollar. Thales schnappt sich den französischen Unterwasser-Drohnen-Spezialisten Exail für rund 3,9 Milliarden Euro. Und Fincantieri investiert 600 Millionen Euro in eine neue Unterwasser-Sparte.
Die Nachfrage nach U-Boot-Abwehr, Unterwasser-Überwachung und maritimer Aufklärung steigt rasant. Genau hier will Kraken mitspielen.
Synergien und Umsatzhoffnungen
CEO Greg Reid rechnet mit Kostenvorteilen. Rund sieben Millionen Dollar Einsparungen sollen innerhalb von 24 Monaten realisiert werden. Die neue Konzernstruktur heißt „Kraken Group" und „Kraken Robotics".
Allerdings dämpfen die kurzfristigen Aussichten. Analyst Mike Stevens von National Bank Financial senkte das Kursziel von 13 auf 10 Dollar. Der Grund: die aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 liegt etwas unter den Erwartungen. Einige Projekte wie der Acoustic Corer laufen schleppend, das KATFISH-System fällt aus den Service-Erlösen. Zudem pausiert Sonardynes OBN-Programm mit Shell und Petrobras für den Rest des Jahres.
Langfristig soll es steigen
Trotz der Delle bleibt der Ausblick optimistisch. Für 2026 plant Kraken mit einem Pro-forma-Umsatzplus von rund 20 Prozent. 2027 könnte das Wachstum auf knapp 30 Prozent anziehen – der Umsatz läge dann bei etwa 570 Millionen Dollar. Das Unternehmen wäre mit dem 4,2-Fachen des Umsatzes bewertet, das EV/EBITDA läge bei 17,9.
Die Aktie notierte am Montag bei 4,13 Euro – gut 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,79 Euro. Das entspricht einem Plus von 110 Prozent seit dem Jahrestief. Die Volatilität bleibt hoch: annualisiert 66 Prozent.
Der Markt scheint abzuwarten, ob Kraken die Versprechen aus der Milliarden-Übernahme einlösen kann. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Integration gelingt – und ob das Wachstumstempo reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
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