ROUNDUP, KrisengesprÀche

KrisengesprÀche bei VW - Forderung nach Zukunftsperspektive

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 06:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
WĂ€hrend der VW DE0007664039-Vorstand seine Standorte-Tour zur Belegschaft fortsetzt, wird Kritik an einer fehlenden Perspektive laut.

"Es ist meine klare Erwartungshaltung an den Vorstand, fĂŒr ein tragfĂ€higes Zukunftskonzept zu sorgen", sagte Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies der Deutschen Presse-Agentur. "Werksschließungen und massenhafte Entlassungen können nicht die Lösung sein", kritisierte der SPD-Politiker.

Nach AnkĂŒndigung von Vorstandschef Oliver Blume, den Sparkurs zu verschĂ€rfen, wird beim grĂ¶ĂŸten Autobauer Europas um Zehntausende zusĂ€tzliche Jobs und vier ganze Standorte gebangt. Der mĂ€chtige Betriebsrat reagierte entrĂŒstet und berief außerordentliche Betriebsversammlungen an insgesamt neun Standorten ein.

Nach dem Auftakt in Wolfsburg und Besuchen in den als bedroht geltenden Werken in Emden und Zwickau werden Vertreter des Vorstands am Donnerstag im Motorenwerk in Chemnitz und der GlĂ€sernen Manufaktur in Dresden erwartet. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert. Neben Emden und Zwickau gibt es fĂŒr das Nutzfahrzeugwerk in Hannover und den Audi-Standort in Neckarsulm keine wettbewerbsfĂ€hige Belegung fĂŒr die 2030er-Jahre.

Vorstandschef Blume betonte zuletzt immer wieder, dass es sich nicht um ein VW-internes Problem handele. "Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck", sagte er. US-Zölle, die Marktentwicklung in China und mehrere politische Krisen zĂ€hlt er zur Lagebeschreibung auf, die alle großen Hersteller und auch Zulieferer treffe.

Auch laut dem Branchenexperten Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) muss Volkswagen DE0007664039 im Blick nach vorn ein "Quantensprung" gelingen. Effizienzsteigerung und eine organisatorische Neuaufstellung fĂŒr mehr Schnelligkeit und FlexibilitĂ€t seien nötig. "Andererseits mĂŒssen völlig neue Wachstumsfelder erschlossen werden, um in der disruptiven Phase der Branche langfristig zu ĂŒberleben", sagte Bratzel. Der Konzern stehe vor großen Herausforderungen. "Das wird nicht ohne große Konflikte ĂŒber die BĂŒhne gehen", prognostiziert Bratzel.

MinisterprĂ€sident Lies erinnerte daran, dass es immer die StĂ€rke des Autobauers gewesen sei, gemeinsam Lösungen gerade auch in schwierigen Zeiten zu finden. "Volkswagen hat großartige Produkte und Technik und daher mĂŒssen wir jetzt wieder Ruhe in die Debatte bringen, damit sich dieser Konzern wieder darauf besinnen kann, was er eigentlich am besten kann: hervorragende, innovative Fahrzeuge bauen", sagte Lies.

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