Ansehen von Temu in Deutschland besonders schlecht
08.12.2024 - 09:18:53 | dpa.deKnapp jeder FĂŒnfte hierzulande (rund 18 Prozent), der Temu kennt, hat ein sehr negatives Bild von dem chinesischen Portal. Das zeigt eine reprĂ€sentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio. Insgesamt gibt demnach sogar jeder Zweite in Deutschland an, Temu "sehr negativ", "negativ" oder "eher negativ" wahrzunehmen. Nur in Frankreich ist die Ablehnung Ă€hnlich groĂ.
In Italien, GroĂbritannien, den USA und Spanien ist das Image von Temu laut Umfrage hingegen nicht so schlecht. In Spanien haben lediglich 4 Prozent der Konsumenten ein sehr negatives Bild von der Plattform, in den USA sind es 8 Prozent, in Italien und GroĂbritannien jeweils 11. In Frankreich liegt der Anteil bei etwa 16 Prozent.
An der Umfrage nahmen insgesamt 6.000 Menschen in sechs LĂ€ndern teil. Gut 5800 davon gaben an, bereits von Temu gehört zu haben. Sie wurden gefragt, wie sie ĂŒber den Online-Marktplatz denken. Appinio hat die Umfrage im Auftrag des E-Commerce-Dienstleisters Remazing durchgefĂŒhrt. Nach den GrĂŒnden, warum die Teilnehmer Temu positiv oder negativ sehen, wurde nicht gefragt.
Umfrage: 60 Prozent haben Angst vor FĂ€lschungen
Auch eine Umfrage vom Handelsforschungsinstitut IFH zeigt, dass viele Konsumenten in Deutschland Portalen wie Temu skeptisch gegenĂŒberstehen. Diese Umfrage schloss auch Shein ein. Auf die Frage, warum sie sich nicht vorstellen können, bei einem der Portale einzukaufen, nennen 83 Prozent die mangelnde QualitĂ€t der Produkte. 60 Prozent haben Angst vor FĂ€lschungen.
Temu zĂ€hlt inzwischen zu den gröĂten OnlinehĂ€ndlern in Deutschland. Gemessen an der Anzahl der Bestellungen landete der Marktplatz nach einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Yougov im ersten Halbjahr 2024 auf dem sechsten Platz. Von Januar bis Juni kauften hierzulande etwa 1,3 Millionen Menschen bei Temu ein.
Das Portal steht in der Kritik. VerbĂ€nde, Politiker und VerbraucherschĂŒtze beklagen die mangelnde QualitĂ€t und fehlende Sicherheitsstandards der Produkte. Beklagt wird auch, dass das Portal von rechtlichen Schlupflöchern wie der 150-Euro-Zollfreigrenze profitiert. Die EU-Kommission hat im Oktober ein Verfahren gegen Temu eingeleitet. Sie vermutet unter anderem, dass der Marktplatz nicht genug gegen illegale Produkte wie Plagiate vorgeht.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

