Kupfer: KI-Boom treibt Metall in historische Superzyklus
25.01.2026 - 03:47:12Der explosive Aufstieg der Künstlichen Intelligenz löst einen beispiellosen Kupfer-Hunger aus. Die globale Knappheit treibt die Preise auf Rekordhöhen und markiert den Start eines neuen Superzyklus für den Bergbau. Der Bedarf für Rechenzentren und Stromnetze verändert die weltweiten Lieferketten grundlegend.
Kupferpreise haben darauf dramatisch reagiert. An der Londoner Metallbörse (LME) kletterte die Tonne im Januar 2026 auf ein Allzeithoch von 13.270 Dollar. Das sind 42 Prozent mehr als 2025 – die stärkste Jahresperformance seit über einem Jahrzehnt. Der Markt kämpft mit einem strukturellen Defizit: Die Nachfrage aus KI und Energiewende übertrifft das begrenzte Angebot bei weitem.
Rechenzentren: Der neue Kupfer-Riese
Im Zentrum des Booms steht der globale Ausbau der KI-Infrastruktur. KI-fähige Rechenzentren sind deutlich kupferintensiver als herkömmliche Anlagen. Eine hyperskalierbare Facility kann Zehntausende Tonnen des Metalls benötigen – für Hochleistungskabel, Stromverteilung und komplexe Kühlsysteme.
Aktuelle Analysen zeigen: KI-Rechenzentren verbrauchen bis zu dreimal mehr Kupfer. Moderne Anlagen kommen auf bis zu 4,2 Tonnen pro Megawatt Leistung.
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Die Zahlen sind beeindruckend. Ein Bericht von Morgan Stanley vom Januar 2026 prognostiziert: Der globale Kupferverbrauch durch Rechenzentren erreicht dieses Jahr 740.000 Tonnen. Bis 2027 dürfte die Millionengrenze fallen. Bis 2030 könnte der jährliche KI-bedingte Verbrauch allein 500.000 Tonnen überschreiten. Eine Entwicklung, die viele überrascht – und die globale Angebotsplanung auf den Kopf stellt.
Angebotslücke wird zur Systemkrise
Während die Nachfrage explodiert, zeigt die Lieferkette massive Ermüdungserscheinungen. Der Bergbau kommt nicht hinterher. Geplagt von alternden Minen, sinkenden Erzgehalten und jahrelanger Unterinvestition. Bis eine neue Großmine fördert, können 15 Jahre vergehen – ein strukturelles Zeitproblem.
Eine Studie von S&P Global malt ein düsteres Bild: Die globale Kupfernachfrage wird bis 2040 um 50 Prozent auf 42 Millionen Tonnen steigen. Die Produktion soll dagegen schon 2030 ihren Höhepunkt erreichen. Bis 2040 klafft eine Lücke von bis zu 10 Millionen Tonnen. Ein Defizit, das durch Recycling allein nicht zu schließen ist.
Experten warnen: Um den Bedarf zu decken, müsste die Bergbauindustrie in den kommenden Jahren so viel Kupfer fördern wie in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor.
Bergbau vor goldenem Jahrzehnt
Diese Konstellation aus unerbittlicher Nachfrage und starrem Angebot überzeugt immer mehr Analysten: Der Bergbau steht vor einem neuen Superzyklus. Globale Minenaktien werden zur Top-Anlage. Der MSCI Metals and Mining Index legte seit Anfang 2025 fast 90 Prozent zu – und schlug damit Tech- und Bankensektor.
Die Branche reagiert mit strategischen Manövern. Große Player sichern sich Zugang zu Kupfervorkommen. Das Metall, einst simpler Konjunkturindikator, wird zum strategischen Asset für Technologie und Energie umgewertet. Minenunternehmen konzentrieren ihre Investitionen jetzt auf die Erweiterung der Kupferkapazitäten.
Energiewende verstärkt den Druck
Der KI-Boom trifft auf ohnehin starke Nachfrage aus der globalen Energiewende. Elektroautos, erneuerbare Energien und moderne Stromnetze benötigen enorme Mengen des roten Metalls.
Ein durchschnittliches E-Auto braucht etwa dreimal mehr Kupfer als ein Verbrenner. Bis 2030 könnte dieser Sektor allein zwei Millionen Tonnen jährliche Nachfrage generieren.
Die angespannte Marktlage dürfte anhalten. Zwar erwarten einige Analysten eine mögliche Korrektur der Preise 2026 – etwa durch US-Zollentscheidungen. Die langfristigen Fundamentaldaten sprechen jedoch für anhaltend hohe Preise und Lieferengpässe.
Die Fähigkeit der Welt, ihre KI-Ambitionen und Klimaziele zu erreichen, hängt zunehmend an einer Frage: Finden, fördern und recyceln wir genug von diesem kritischen Metall? Der Druck auf die Bergbauindustrie, die operativen und finanziellen Hürden zu meistern, war nie größer.
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