ROUNDUP, Thyssenkrupp

Thyssenkrupp will Stahlsparte vorerst doch behalten - Aktie fÀllt

04.05.2026 - 16:37:23 | dpa.de

(Kurs aktualisiert)ESSEN - Der Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 will seine Stahlsparte doch nicht mehr an den indischen Konkurrenten Jindal verkaufen.

(Kurs aktualisiert)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 will seine Stahlsparte doch nicht mehr an den indischen Konkurrenten Jindal verkaufen. Die beiden Unternehmen haben einer Mitteilung vom Wochenende zufolge entschieden, die seit September vergangenen Jahres laufenden GesprĂ€che auf Eis zu legen. Die Neuaufstellung des Segments solle aus eigener Kraft konsequent vorangetrieben werden, um den Stahlbereich erfolgreich und profitabel aufzustellen, hieß es in Essen. Mittelfristig will sich Thyssenkrupp aber weiter vom StahlgeschĂ€ft trennen.

GrĂŒnde fĂŒr die Entscheidung, nicht mehr mit dem indischen Unternehmen ĂŒber die Stahlsparte zu verhandeln, sind zum einen die besseren Rahmenbedingungen fĂŒr Stahlhersteller in Europa und zum anderen die Fortschritte bei der Sanierung der Sparte.

Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie profitierte am Montag nur vorĂŒbergehend von den Neuigkeiten. Am Nachmittag gehörte sie mit einem Minus von gut zwei Prozent zu den schwĂ€chsten Indexwerten. Im frĂŒhen Handel hatte das Papier noch deutlich zugelegt und damit seinen zuletzt eingeschlagenen Erholungskurs fortgesetzt. Die Aktie hatte kurz vor dem Nahost-Krieg den höchsten Stand seit 2018 erreicht. Anschließend verlor sie bis Ende MĂ€rz ĂŒber 40 Prozent. Im laufenden Jahr steht jedoch immer noch ein Kursplus von gut sechs Prozent zu Buche. In den vergangenen 12 Monaten legte der Kurs um ein Viertel zu.

Der Kasus Knaxus sei wohl die Bewertung der Sparte angesichts einer verbesserten Ausgangslage in Europa und den Restrukturierungserfolgen gewesen, kommentierte ein Börsianer. Protektionismus seitens der EU soll der Branche in Europa helfen. Die Analysten von JPMorgan hatten nach Bekanntwerden der PlÀne im Vorjahr von einer "Renaissance der Branche" gesprochen.

In diese Richtung ging auch die Argumentation von Thyssenkrupp. "Die EuropĂ€ische Union hat die große Bedeutung der Stahlproduktion fĂŒr die Resilienz industrieller Wertschöpfungsketten erkannt und den Willen bekundet, die europĂ€ische Stahlindustrie besser vor globalen ÜberkapazitĂ€ten und Dumping zu schĂŒtzen", hieß es in der Mitteilung vom Samstag.

Zudem wolle die EU die Umstellung auf eine klimafreundliche Stahlproduktion weiter stĂ€rken. "Wir haben immer gesagt: Stahl ist Zukunft. Und ein zukunftsfĂ€higes GeschĂ€ft ist ein werthaltiges GeschĂ€ft", sagte Thyssenkrupp-Chef Miguel LĂłpez laut Mitteilung. "Nachdem wir uns im eigenen Unternehmen, mit den Tarifpartnern und mit der Politik in Deutschland und Europa im Grundsatz geeinigt haben, sind die Voraussetzungen fĂŒr eine profitable FortfĂŒhrung von Thyssenkrupp Steel so gut wie lange nicht mehr."

Vor diesem Hintergrund bleibe mittelfristig eine VerselbststÀndigung von Thyssenkrupp Steel Europe mit einer eventuellen Minderheitsbeteiligung der Thyssenkrupp AG das erklÀrte Ziel. Jindal sei wÀhrend der gesamten GesprÀche ein konstruktiver und engagierter Partner gewesen. "Wir haben jedoch gemeinsam beschlossen, die Verhandlungen vorerst auszusetzen."

Thyssenkrupp und Jindal Steel hatten Mitte September bekannt gemacht, dass der familiengefĂŒhrte indische Konzern die Stahlsparte kaufen will und bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben hat. Das fĂŒr FirmenĂŒbernahmen und -verkĂ€ufe zustĂ€ndige Vorstandsmitglied Volkmar Dinstuhl hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen am 9. Dezember gesagt, dass das Angebot auf eine mehrheitliche Übernahme abziele.

Thyssenkrupp hat in der Vergangenheit schon mehrfach erfolglos versucht, seine Stahlsparte loszuwerden, da das GeschÀft volatil und sehr kapitalintensiv ist.

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