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Europa Schluss: EuroStoxx auf Tagestief - LVMH und ASML belasten

28.01.2026 - 18:31:23

Kursverluste bei den Aktien des Luxuskonzerns LVMH FR0000121014 und letztlich auch beim Halbleiterbranchen-AusrĂŒster ASML NL0010273215 haben den EuroStoxx 50 EU0009658145 am Mittwoch belastet.

Der Druck nahm am Nachmittag durch die in New York etwas abflauende Euphorie im Technologiesektor zu, wo sich Anleger vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed und nachbörslichen GeschÀftszahlen einiger Tech-Schwergewichte offensichtlich nicht mehr allzu weit vorwagen wollten. Der Eurozonen-Leitindex beendete den Handel mit minus 1,02 Prozent auf seinem Tagestief von 5.933,20 Punkten.

Außerhalb der Eurozone sank der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 0,52 Prozent auf 10.154,43 ZĂ€hler. Beim schweizerischen SMI CH0009980894 stand ein Abschlag von 1,46 Prozent auf 13.023,81 Punkte zu Buche, hier belasteten Pharmawerte.

Eine ZinsĂ€nderung in den USA gilt als unwahrscheinlich, weshalb die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell um so mehr Beachtung finden sollten. "Interessant dĂŒrfte sein, ob noch bis Mai an der Zinsschraube gedreht wird", so Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets. Denn dann wird "Powell die US-Notenbank verlassen und voraussichtlich durch einen Trump-BefĂŒrworter ersetzt werden."

Am Markt setzten die Zahlen von Schwergewichten Akzente. Deutliche Gewinne in Rekordhöhen gab es zunĂ€chst fĂŒr die Aktien des Chipindustrie-AusrĂŒsters ASML NL0010273215, aus dem Handel gingen sie aber 1,9 Prozent schwĂ€cher. Der ungebremste KI-Boom treibt die GeschĂ€fte der NiederlĂ€nder krĂ€ftig an. Im Schlussquartal erzielte ASML bei Umsatz und Auftragseingang Rekordwerte. Die Analystenkonferenz am Nachmittag zum vorgelegten Zahlenwerk zeigte aber, dass sich Experten Sorgen machen, ob ASML seine KapazitĂ€ten schnell genug ausbauen kann, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

Andere Halbleiterwerte wie Infineon DE0006231004 und STMicroelectronics NL0000226223 stiegen gleichwohl im Sog des starken Auftragseingangs von ASML um 2,6 beziehungsweise 2,2 Prozent. Gute Nachrichten fĂŒr die Branche gab es auch vom sĂŒdkoreanischen Chiphersteller SK Hynix KR7000660001 sowie am Vorabend von Texas Instruments US8825081040 aus den USA.

Das genaue Gegenteil fĂŒr die eigene Branche bewirkten die Zahlen von LVMH. Der LuxusgĂŒterhersteller hatte im vergangenen GeschĂ€ftsjahr weniger Umsatz und Gewinn erzielt als im Jahr zuvor. Grund war ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. So sank vor allem in Europa die Nachfrage im zweiten Halbjahr. Dazu trĂŒbten die Handelskonflikte die Konsumlaune vor allem im Wein- und SpirituosengeschĂ€ft in KernmĂ€rkten wie China und den USA. Die Aktien fielen als EuroStoxx-Schlusslicht um 7,9 Prozent. Das zog auch andere Luxuswerte wie Hermes FR0000052292, Kering FR0000121485 und Richemont CH0210483332 mit nach unten.

Hohe AbschlĂ€ge verzeichnete der Pharmasektor EU0009658723. Belastend dĂŒrfte ein Entscheid in den Vereinigten Staaten gewirkt haben, der den Spielraum fĂŒr höhere Medikamentenpreise einschrĂ€nke, hieß es am Markt. FĂŒr die Branche sei dies zwar nur indirekt relevant, dennoch dĂŒrfte die Unsicherheit im Sektor weiter zunehmen. Roche CH0012032048 sanken um 3,3 Prozent und Sanofi FR0000120578 um 2,8 Prozent.

Besser sah es fĂŒr Volvo SE0000115446 mit einem Kursplus von 2,6 Prozent aus. Zwar hatte die anhaltend maue Nachfrage dem Lkw-Bauer auch im Schlussquartal zugesetzt, doch trotz RĂŒckgĂ€ngen bei Umsatz und Gewinn schlossen die Schweden besser als erwartet ab. Nach der langen NachfrageschwĂ€che sieht das Management fĂŒr 2026 Lichtblicke, unter anderem auf dem nordamerikanischen Markt.

@ dpa.de