Tourismus, Griechenland

Tourismus in Griechenland und Zypern spĂŒrt Folgen der Iran-Krise

30.03.2026 - 06:26:13 | dpa.de

Kurz vor Beginn der Urlaubssaison spĂŒren Griechenland und Zypern die Folgen des Krieges im Nahen Osten.

WĂ€hrend direkte Gefahren in Griechenland kaum zu spĂŒren sind, sorgt die Unsicherheit ĂŒber steigende Kosten und wirtschaftliche Entwicklungen bei vielen Hotels fĂŒr Sorgenfalten. Auf Zypern hingegen wirkt sich die NĂ€he zur Krisenregion stĂ€rker aus - und die Branche empfindet die Folgen des Krieges intensiver.

Buchungen in Griechenland stocken

In Athen beobachten Branchenvertreter eine spĂŒrbare Verlangsamung bei den Reservierungen. Viele Urlauber zögern und warten ab, wie sich die wirtschaftliche Lage weiterentwickelt, sagen Reiseagenturen und Hoteliers. Griechenlands Tourismusministerin Olga Kefalogianni sprach im Rundfunk von der psychologischen Belastung durch den Krieg. Zugleich verwies sie auf die Erfahrung der Branche im Umgang mit Krisen. Mögliche Chancen sieht sie in einer Verschiebung der Reiseströme: Urlauber könnten sich in der aktuellen Lage auf als sicher geltende Ziele konzentrieren - darunter Griechenland, das weit von der eigentlichen Krisenregion entfernt liegt.

Zypern reagiert mit 200-Millionen-Hilfspaket

StĂ€rker im Fokus der Entwicklungen steht die EU-Inselrepublik Zypern. Die Regierung in Nikosia legte ein Paket in Höhe von 200 Millionen Euro auf, um die wirtschaftlichen Folgen der Nahost-Krise abzufedern. Im April sollen 30 Prozent der Löhne von BeschĂ€ftigten in Hotels und UnterkĂŒnften ĂŒbernommen werden, die dann in die Saison starten. Hintergrund ist, dass manche Betriebe ihre Öffnung wegen nachlassender Buchungen zu verschieben planen. ZusĂ€tzlich plant die Regierung Hilfen fĂŒr Fluggesellschaften, um die Anbindung an wichtige HerkunftsmĂ€rkte zu sichern.

EuropÀische MÀrkte im Blick

Der zyprische Tourismusminister Kostas Koumis betont, dass besonders der Wegfall wichtiger QuellmĂ€rkte wie Israel und mehrerer arabischer Staaten problematisch sei. Auch die zunehmende ZurĂŒckhaltung europĂ€ischer Urlauber und steigende Flugpreise belasteten die Nachfrage. Nach den Briten zĂ€hlen Touristen aus Israel zu den zweitgrĂ¶ĂŸten Besuchergruppen auf Zypern.

SicherheitsvorfÀlle belasten das Image

FĂŒr zusĂ€tzliche Unsicherheit sorgte Anfang MĂ€rz eine Drohne iranischer Bauart, die den britischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt RAF Akrotiri nahe Limassol traf und leichten Schaden anrichtete. Beobachter sehen in solchen VorfĂ€llen eine Belastung des Images der Insel.

Zypern: EU-Staat am nÀchsten zur Krisenregion

Geografisch liegt Zypern nur 150 bis 250 Kilometer von Israel und dem Libanon entfernt. Damit ist die Insel der EU-Staat, der der Krisenregion am nĂ€chsten liegt. Eine NĂ€he, die die Tourismusbranche besonders sensibel fĂŒr politische Entwicklungen macht.

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