DGB-Jugend, Renten-Ja

DGB-Jugend fordert rebellische Junge Gruppe zu Renten-Ja auf

02.12.2025 - 06:24:59

Kurz vor einer wichtigen Sitzung im Bundestag hat der Nachwuchs des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Junge Gruppe der Union zu einem Ja fĂŒr das Rentenpaket der Regierung aufgefordert.

Die DGB-Jugend rufe die Junge Gruppe auf, dem Paket zuzustimmen, sagte der JugendsekretÀr des DGB, Kristof Becker, der Deutschen Presse-Agentur.

"Ein stabiles gesetzliches Rentenniveau fĂŒr ausnahmslos alle BeschĂ€ftigten - egal ob jung oder alt - ist sehr wohl generationengerecht", sagte Becker. "WĂŒrde die Bundesregierung das Rentenniveau nĂ€mlich jetzt nicht stabilisieren, mĂŒssten wir alle aufgrund der demografischen Entwicklung trotzdem höhere BeitrĂ€ge zahlen." Mehr Beitrag fĂŒr weniger Rente wĂ€re aber ein schlechter Deal. Becker sagte: "Mehr Beitrag fĂŒr mehr Rente, das ist gerecht."

An diesem Dienstag will die Unionsfraktion Klarheit ĂŒber ihr Abstimmungsverhalten bei der geplanten Rentenreform schaffen. Drei Tage spĂ€ter soll im Parlament entschieden werden.

Die Koalitionsspitzen dringen auf ein Ja. Das umstrittene Rentengesetz enthĂ€lt Regeln zum Rentenniveau: Die Renten sollen der Lohnentwicklung nicht hinterherhinken, auch wenn immer mehr Babyboomer in Rente gehen. Und das Paket enthĂ€lt eine Erweiterung der MĂŒtterrente. Die Junge Gruppe bei CDU und CSU ist gegen das Paket, weil das Rentenniveau auch nach einer bestimmten Frist weiterhin höher liegen soll als ohne Gesetz - und weil dies Milliarden koste.

Gilt bei der Rente Jung gegen Alt?

Der DGB-JugendsekretĂ€r argumentiert, die Rente sei "ein Verteilungskonflikt zwischen Arbeitgebern und BeschĂ€ftigten, nicht zwischen Jungen und Alten". Die Arbeitgeber zahlten bei der gesetzlichen Rente schließlich die HĂ€lfte der Kosten. Doch "immer gleiche vermeintliche" Expertinnen und Experten erzĂ€hlten die "Legende vom Generationenkonflikt". Becker hielt ihnen vor, angeblich zum Wohl der Jugend stĂ€ndig ein höheres Renteneintrittsalter zu fordern.

Becker bezog sich dabei auf Positionen zum Renteneintrittsalter, die von den Arbeitgebern, aber auch von vielen Ökonominnen und Ökonomen oder etwa von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vertreten werden. Sie argumentieren, weil die Bevölkerung immer Ă€lter werde, sei es gerecht und finanziell geboten, dass in diesem Maß auch das Renteneintrittsalter steige.

Oder geht es um Arm gegen Reich?

Becker hielt dem entgegen: "FĂŒr junge Menschen ist ein höheres Rentenalter ein ganz schlechtes GeschĂ€ft." Dann mĂŒssten die Jungen lĂ€nger arbeiten und mehr BeitrĂ€ge zahlen.

Zuvor schon hatte sich eine Gruppe junger SPD-Abgeordneter in der Rentenfrage gegen die Junge Gruppe der Union gewandt. "Es geht nicht um Jung gegen Alt, sondern um Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich", hatten die jungen SPD-Abgeordneten geschrieben. Eine Stabilisierung des Rentenniveaus ist vor allem ein SPD-Anliegen. Die traditionell SPD-nahen Gewerkschaften fordern sogar ein noch höheres Niveau.

@ dpa.de