Landis+Gyr, CH0371153492

Landis+Gyr Group AG-Aktie (CH0371153492): Schwache Kursentwicklung und Energiewende-Fantasie im Fokus

17.05.2026 - 20:36:31 | ad-hoc-news.de

Die Aktie von Landis+Gyr Group AG hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben und bleibt klar unter dem 52-Wochen-Hoch. Was steckt hinter der SchwĂ€che, wie verdient der ZĂ€hler- und Smart-Meter-Spezialist sein Geld und was bedeutet das fĂŒr deutsche Anleger im Umfeld der Energiewende?

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Die Landis+Gyr Group AG-Aktie steht nach einer schwachen Kursentwicklung wieder stĂ€rker im Blick von Privatanlegern. Laut KursĂŒbersicht notierte die Aktie Mitte Mai 2026 bei rund 51,95 Euro auf Xetra und damit rund 33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, wie Daten von wallstreet-online per 16.05.2026 zeigen (Landis+Gyr Group KursĂŒbersicht, wallstreet-online Stand 16.05.2026). Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich damit ein Kursverlust von ĂŒber 13 Prozent. Zugleich profitiert das Unternehmen strukturell von langfristigen Trends wie Energiewende, Smart Grids und Digitalisierung der Energieversorgung.

FĂŒr Anleger stellt sich damit die Frage, wie das GeschĂ€ftsmodell von Landis+Gyr Group AG aussieht, welche Umsatztreiber aktuell dominieren und welche Rolle Deutschland und Europa im Konzernverbund spielen. Der Konzern positioniert sich seit Jahren als Anbieter intelligenter Messsysteme, Softwarelösungen und Services fĂŒr Versorger. In den jĂŒngsten Finanzberichten hebt das Management wiederholt hervor, dass regulatorische Vorgaben zur Digitalisierung des Messwesens in Europa und Nordamerika als wesentliche Wachstumsfaktoren gelten, wie aus dem GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das im MĂ€rz 2024 beendete GeschĂ€ftsjahr hervorgeht (Landis+Gyr GeschĂ€ftsbericht, Landis+Gyr Stand 24.05.2024).

Stand: 17.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Landis+Gyr
  • Sektor/Branche: Energieinfrastruktur, Smart Metering, Industrieelektronik
  • Sitz/Land: Cham, Schweiz
  • KernmĂ€rkte: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik
  • Wichtige Umsatztreiber: Smart Meter, Software fĂŒr Netzbetreiber, ServicevertrĂ€ge
  • Heimatbörse/Handelsplatz: SIX Swiss Exchange (Ticker LAND)
  • HandelswĂ€hrung: Schweizer Franken (CHF)

Landis+Gyr Group AG: KerngeschÀftsmodell

Landis+Gyr Group AG ist ein international tĂ€tiger Anbieter von Mess- und Kommunikationslösungen fĂŒr Energieversorger. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl traditionelle StromzĂ€hler als auch intelligente Messsysteme, die Verbrauchsdaten in Echtzeit erfassen und an Netzbetreiber ĂŒbermitteln können. DarĂŒber hinaus bietet Landis+Gyr Group AG Softwareplattformen und Analysewerkzeuge an, mit denen Versorger Netzlasten besser steuern und VerbrĂ€uche transparenter machen können. Diese Kombination aus Hardware, Software und Service bildet das KerngeschĂ€ft und soll laut Management stabile, wiederkehrende Erlöse sichern.

Der Konzern berichtet seine AktivitĂ€ten in mehreren geografischen Segmenten und Produktkategorien. In Europa, dem Mittleren Osten und Afrika ist Landis+Gyr Group AG stark im Bereich Smart Metering und intelligenter Messsysteme fĂŒr Strom und zunehmend auch Gas aktiv. Die EinfĂŒhrung intelligenter StromzĂ€hler ist in vielen LĂ€ndern gesetzlich verankert, was dem Unternehmen einen planbaren Markt verschafft. In Nordamerika wiederum liegt der Schwerpunkt auf Advanced Metering Infrastructure, also Messsystemen, die bidirektional mit dem Netz kommunizieren. Diese Systeme ermöglichen nicht nur Verbrauchserfassung, sondern auch Fernauslesung, Softwareupdates und Lastmanagement, wie der Konzern im GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das im MĂ€rz 2024 endende GeschĂ€ftsjahr erlĂ€utert (Landis+Gyr GeschĂ€ftsbericht, Landis+Gyr Stand 24.05.2024).

Ein weiterer Baustein sind Softwarelösungen zur Netzsteuerung und Datenanalyse. Landis+Gyr Group AG bietet Plattformen, mit denen Energieversorger die wachsende Zahl dezentraler Einspeiser wie Photovoltaik- und Windanlagen besser integrieren können. Die Systeme sollen helfen, NetzengpĂ€sse zu erkennen und LastflĂŒsse zu optimieren. Gerade mit Blick auf die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien gewinnt diese FĂ€higkeit an Bedeutung. Das Unternehmen betont in seinen Investor-Relations-Unterlagen, dass der Anteil wiederkehrender Software- und ServiceumsĂ€tze weiter steigen soll, um die ErgebnisvolatilitĂ€t zu verringern (Investor-Relations-PrĂ€sentation, Landis+Gyr Stand 05.06.2024).

Landis+Gyr Group AG erwirtschaftet zudem Erlöse aus langfristigen Service- und WartungsvertrĂ€gen. Diese umfassen Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung der ausgelieferten Systeme. Weil Smart-Meter-Infrastrukturen in der Regel ĂŒber viele Jahre im Einsatz sind, entstehen daraus wiederkehrende Erlöse mit relativ guter VisibilitĂ€t. FĂŒr Netzbetreiber ist die Auslagerung bestimmter Betriebsaufgaben an einen spezialisierten Partner oft kosteneffizienter, als eigene KapazitĂ€ten vorzuhalten. Landis+Gyr Group AG setzt damit auf eine Mischung aus ProjektgeschĂ€ft mit grĂ¶ĂŸeren Rollout-AuftrĂ€gen und ServicegeschĂ€ft, das nach Abschluss der EinfĂŒhrung eine kontinuierliche Einnahmequelle bildet.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Landis+Gyr Group AG

Die wichtigsten Umsatztreiber von Landis+Gyr Group AG liegen im Bereich intelligenter StromzĂ€hler und der zugehörigen Kommunikationsinfrastruktur. Die Nachfrage wird stark von regulatorischen Vorgaben und Ausschreibungen der Netzbetreiber geprĂ€gt. Wenn ein Land eine flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung intelligenter Messsysteme beschließt, fĂŒhrt dies meist zu großvolumigen Ausschreibungen, bei denen Anbieter wie Landis+Gyr Group AG als Systemlieferant auftreten. Diese Projekte laufen ĂŒber mehrere Jahre und beeinflussen die Umsatzentwicklung in den jeweiligen Regionen erheblich. Laut GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das im MĂ€rz 2024 abgeschlossene GeschĂ€ftsjahr gehörten großvolumige Smart-Meter-Projekte in Europa zu den zentralen Treibern der SegmentumsĂ€tze (GeschĂ€ftsbericht, Landis+Gyr Stand 24.05.2024).

In Nordamerika spielen vor allem Advanced Metering Infrastructure-Lösungen eine zentrale Rolle. Diese Systeme bestehen aus digitalen ZĂ€hlern, Kommunikationsmodulen und Head-End-Systemen zur Datenverarbeitung. Netzbetreiber können damit nicht nur Verbrauchsdaten erfassen, sondern auch ferngesteuerte Abschaltungen, Tarifumschaltungen und Netzanalysen durchfĂŒhren. Landis+Gyr Group AG hebt hervor, dass der Trend zu mehr Netzdigitalisierung und Demand-Response-Programmen die Nachfrage nach solchen Lösungen stĂŒtzt. Besonders bei Versorgern, die ihre Netze auf die Integration von Elektrofahrzeugen und Photovoltaik-Anlagen vorbereiten, sieht das Unternehmen strukturelle Chancen, wie PrĂ€sentationen im Investor-Relations-Bereich erlĂ€utern (IR-PrĂ€sentation, Landis+Gyr Stand 05.06.2024).

Ein weiterer Umsatztreiber ist die zunehmende Bedeutung von Software- und PlattformgeschĂ€ft. Landis+Gyr Group AG entwickelt Anwendungen fĂŒr Datenanalyse, Abrechnung und Netzsteuerung, die auf den Datenströmen der Messsysteme aufsetzen. Diese Softwarelösungen werden hĂ€ufig im Rahmen von Lizenzmodellen oder als Software-as-a-Service-Angebote vermarktet. FĂŒr den Konzern sind sie wichtig, weil sie höhere Margen als reine Hardware liefern können. Im GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das im MĂ€rz 2024 endende GeschĂ€ftsjahr wird darauf hingewiesen, dass der Anteil der wiederkehrenden UmsĂ€tze, zu denen Software-Abonnements und ServicevertrĂ€ge gehören, schrittweise ausgebaut werden soll, um die ProfitabilitĂ€t mittelfristig zu stabilisieren (GeschĂ€ftsbericht, Landis+Gyr Stand 24.05.2024).

FĂŒr Landis+Gyr Group AG spielen daneben langfristige ServicevertrĂ€ge eine wichtige Rolle. Nach dem Rollout großer Smart-Meter-Projekte verbleibt hĂ€ufig ein ServicegeschĂ€ft ĂŒber viele Jahre. Dieses umfasst etwa Wartung, Austausch defekter Komponenten, Inspektionen und Softwareupdates. Insbesondere im Rahmen von Vollservice- oder Managed-Services-VertrĂ€gen ĂŒbernimmt Landis+Gyr Group AG zentrale Aufgaben im laufenden Betrieb der Messinfrastruktur. FĂŒr Versorger reduziert dies die KomplexitĂ€t und den Bedarf an eigenem Fachpersonal, wĂ€hrend der Anbieter kalkulierbare, wiederkehrende Erlöse generiert. Nach Angaben des Unternehmens enthĂ€lt die Projektpipeline eine Reihe langfristiger VertrĂ€ge, die ĂŒber mehrere Jahre Umsatz- und Cashflow-Sichtbarkeit geben sollen (IR-Informationen, Landis+Gyr Stand 05.06.2024).

Auch regionale Diversifikation bestimmt die Umsatzstruktur. Neben Europa und Nordamerika ist Landis+Gyr Group AG im asiatisch-pazifischen Raum aktiv. In dieser Region treiben Urbanisierung, Ausbau der Energieinfrastruktur und teils hohe Netzverluste die Nachfrage nach modernen Messsystemen. Mit der EinfĂŒhrung intelligenter StromzĂ€hler sollen technische und kommerzielle Verluste reduziert werden, etwa durch schnellere Fehlererkennung und bessere Erfassung von Diebstahl. WĂ€hrend die Projektvolumina je nach Land schwanken, sieht der Konzern in verschiedenen MĂ€rkten langfristiges Wachstumspotenzial, wie aus lĂ€nderspezifischen Fallstudien auf der Unternehmenswebsite hervorgeht (Fallstudien, Landis+Gyr Stand 10.10.2024).

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Landis+Gyr Group AG agiert in einem von Regulierung, technologischer Innovation und Energiewende geprĂ€gten Markt. Die EinfĂŒhrung intelligenter Messsysteme ist in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern gesetzlich vorgeschrieben, unter anderem in Deutschland, wo der Rollout intelligenter Messsysteme im Strombereich gesetzlich geregelt ist. Diese Vorgaben fĂŒhren zu klar definierten Rollout-ZeitplĂ€nen und Ausschreibungen, von denen Anbieter wie Landis+Gyr Group AG profitieren können. Zugleich erhöht die Regulierungsdynamik die KomplexitĂ€t, da sich Fristen und technische Anforderungen im Zeitverlauf verĂ€ndern können. Der Konzern muss seine Produkte und Lösungen laufend an neue Vorgaben anpassen, um bei Ausschreibungen wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben, wie Branchenanalysen und die Unternehmenskommunikation hervorheben (Branchenbericht, Börsen-Zeitung Stand 15.09.2024).

Wettbewerb erhĂ€lt Landis+Gyr Group AG von internationalen Technologie- und Elektronikkonzernen, die ebenfalls Smart-Meter-Lösungen anbieten. Dazu zĂ€hlen sowohl auf Energieinfrastruktur spezialisierte Unternehmen als auch breit aufgestellte Industriekonzerne mit entsprechenden Sparten. Diese Wettbewerber verfĂŒgen in der Regel ĂŒber eigene Forschungs- und Entwicklungsressourcen und streben wie Landis+Gyr Group AG danach, komplette Systemlösungen inklusive Software und Service zu liefern. Die Wettbewerbsposition des Unternehmens hĂ€ngt daher stark davon ab, in Ausschreibungen technologisch ĂŒberzeugende Angebote mit wettbewerbsfĂ€higen Gesamtkosten vorlegen zu können. Ausschlaggebend sind neben den Investitionskosten fĂŒr ZĂ€hler und Infrastruktur auch Betriebskosten, Serviceleistungen und FlexibilitĂ€t fĂŒr spĂ€tere Erweiterungen.

Die Energiewende beeinflusst die Branche gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sorgt der Ausbau erneuerbarer Energien fĂŒr volatilere Einspeiseprofile, die ohne intelligente Mess- und Steuerungstechnik schwer zu managen wĂ€ren. Zum anderen steigt die Zahl der dezentralen Einspeiser, von Photovoltaik-Anlagen auf HausdĂ€chern bis zu Batteriespeichern. Landis+Gyr Group AG positioniert sich als Anbieter von Infrastruktur, mit der Netzbetreiber diese neuen Einspeiser integrieren können. In der Praxis bedeutet dies ein wachsendes Datenvolumen und steigende Anforderungen an Software und Analyse. Daraus ergeben sich fĂŒr den Konzern Chancen, seine Plattform- und Softwareerlöse zu steigern. Gleichzeitig steigt jedoch der Bedarf an kontinuierlicher Innovation, um neue Funktionen wie dynamische Tarife oder Echtzeit-Laststeuerung zu unterstĂŒtzen.

FĂŒr deutsche Anleger ist insbesondere relevant, dass ein Teil der Landis+Gyr-Projekte auf dem hiesigen Markt stattfindet und die Aktie an der Schweizer Börse (SIX) gehandelt wird, die fĂŒr internationale Investoren gut zugĂ€nglich ist. Über Derivate und Zertifikate existieren zudem strukturelle Produkte, die Landis+Gyr Group AG als Basiswert verwenden, wie Produktunterlagen der ZKB nahelegen (ZKB Strukturierte Produkte, ZKB Stand 28.04.2026). Damit ist das Unternehmen sowohl direkt ĂŒber die Aktie als auch indirekt ĂŒber strukturierte Produkte im deutschsprachigen Anlagemarkt prĂ€sent.

Warum Landis+Gyr Group AG fĂŒr deutsche Anleger relevant ist

Landis+Gyr Group AG ist fĂŒr deutsche Anleger aus mehreren GrĂŒnden interessant. Erstens ist der Konzern in einem Sektor tĂ€tig, der durch die Energiewende und die Digitalisierung der Netze stark an Bedeutung gewinnt. Deutschland treibt den Ausbau erneuerbarer Energien voran und arbeitet gleichzeitig an der Modernisierung der Netzinfrastruktur. Intelligente Messsysteme sind ein wichtiger Baustein, um fluktuierende Einspeiser und flexible Lasten zu koordinieren. Da Landis+Gyr Group AG beides liefert - Hardware und Software - ist das Unternehmen direkt von Investitionen deutscher Energieversorger betroffen, wie Projektberichte und Branchenmeldungen nahelegen (Branchenmeldung, Handelsblatt Stand 03.07.2024).

Zweitens ist die Aktie von Landis+Gyr Group AG an der SIX Swiss Exchange notiert, einem Handelsplatz, der fĂŒr deutsche Privatanleger ĂŒber gĂ€ngige Online-Broker meist gut zugĂ€nglich ist. Viele Banken in Deutschland bieten den Handel an der Schweizer Börse an, sodass Anleger am Kursverlauf teilnehmen können. Gleichzeitig sollten deutsche Investoren Wechselkursrisiken beachten, da die Aktie in Schweizer Franken notiert wird. WĂ€hrungsschwankungen zwischen Franken und Euro können sich zusĂ€tzlich auf den in Euro berechneten Anlageerfolg auswirken, unabhĂ€ngig von der operativen Entwicklung des Unternehmens.

Drittens sind energiepolitische und regulatorische Entwicklungen in Deutschland fĂŒr Landis+Gyr Group AG relevant. Ändern sich Vorgaben zum Rollout intelligenter Messsysteme oder verschieben sich ZeitplĂ€ne, kann dies Projektvolumina und Zeitpunkte der Einnahmen beeinflussen. Der Konzern muss sich daher auf nationale und europĂ€ische Regulierungsthemen einstellen. FĂŒr deutsche Anleger kann es sinnvoll sein, diese regulatorischen Debatten im Blick zu behalten, da sie mittelbar auch Auswirkungen auf die GeschĂ€ftsentwicklung von Landis+Gyr Group AG haben können, wie Analysen in der Fachpresse betonen (Fachpressebericht, Börse Online Stand 19.02.2025).

Welcher Anlegertyp könnte Landis+Gyr Group AG in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Landis+Gyr Group AG dĂŒrfte vor allem fĂŒr Anleger interessant sein, die auf langfristige Trends wie Energiewende, Netzmodernisierung und Digitalisierung setzen. Das GeschĂ€ftsmodell ist stark am Investitionszyklus der Energieversorger ausgerichtet, was lĂ€ngere Projektlaufzeiten mit sich bringt. FĂŒr Investoren mit entsprechend langfristigem Anlagehorizont kann die Kombination aus Hardware, Software und Service attraktiv sein, da wiederkehrende Erlöse aus Wartungs- und PlattformgeschĂ€ften die VolatilitĂ€t der ProjektumsĂ€tze abmildern können. Zudem können Anleger, die bereits stark in klassische Energieversorger investiert sind, mit einem Infrastrukturzulieferer wie Landis+Gyr Group AG ihre thematische Streuung innerhalb des Sektors erhöhen.

Vorsicht könnte dagegen fĂŒr kurzfristig orientierte Anleger geboten sein, die stark auf schnelle Kursbewegungen und kurzfristige Gewinnrealisierung setzen. Der Aktienkurs reagiert zwar grundsĂ€tzlich auf Quartalszahlen, Auftragsmeldungen und regulatorische Nachrichten, doch große Projekte haben lange Vorlaufzeiten und werden meist ĂŒber mehrere Jahre realisiert. Zudem kann die AbhĂ€ngigkeit von Ausschreibungen dazu fĂŒhren, dass UmsĂ€tze und Auftragseingang von Quartal zu Quartal schwanken. FĂŒr Anleger, die auf planbare, regelmĂ€ĂŸige AusschĂŒttungen und sehr stabile KursverlĂ€ufe fokussiert sind, könnte dies eine Herausforderung darstellen. Hinzu kommen WĂ€hrungsrisiken, die insbesondere fĂŒr Anleger relevant sind, die ihre Vermögenswerte in Euro bilanzieren.

Risiken und offene Fragen

Zu den zentralen Risiken fĂŒr Landis+Gyr Group AG zĂ€hlen regulatorische Änderungen, ein intensiver Wettbewerb und mögliche Verzögerungen bei Ausschreibungen. FĂ€llt eine geplante Smart-Meter-EinfĂŒhrung in einem Markt kleiner aus als erwartet oder wird zeitlich nach hinten verschoben, kann dies zu temporĂ€rer Unterauslastung in der Produktion fĂŒhren. Zudem stehen Anbieter unter Preisdruck, wenn mehrere Wettbewerber gleichzeitig um große AuftrĂ€ge konkurrieren. Die FĂ€higkeit, technologische Differenzierungsmerkmale wie erweiterte Kommunikationsfunktionen, Cybersecurity-Lösungen oder Plattformintegration glaubhaft zu vermitteln, wird damit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.

Offene Fragen ergeben sich auch mit Blick auf technologische Entwicklungen. So ist unklar, wie schnell sich bestimmte Kommunikationsstandards in den verschiedenen Regionen durchsetzen und wie lange bestehende Installationen technisch aktuell bleiben. FĂŒr Landis+Gyr Group AG bedeutet dies, dass kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert werden muss, um Produkte und Plattformen zukunftssicher zu halten. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass einzelne Technologien durch neue Lösungen abgelöst werden und damit Abschreibungen oder zusĂ€tzliche Entwicklungsaufwendungen erforderlich werden. Schließlöchlich bleibt die konjunkturelle Situation ein Faktor: Obwohl Energieversorger eher langfristig planen, können wirtschaftliche Unsicherheiten Investitionsentscheidungen verzögern.

Wichtige Termine und Katalysatoren

FĂŒr den Kurs der Landis+Gyr Group AG-Aktie spielen regelmĂ€ĂŸige Berichtstermine eine wesentliche Rolle. Das Unternehmen veröffentlicht seine JahresabschlĂŒsse und Zwischenberichte mit Angaben zu Umsatz, Ergebnis, Auftragseingang und Cashflow. Der jĂŒngste veröffentlichte Jahresbericht fĂŒr das im MĂ€rz 2024 endende GeschĂ€ftsjahr lieferte u. a. Angaben zu regionalen Umsatzanteilen und zur ProfitabilitĂ€t der einzelnen Segmente (Jahresbericht, Landis+Gyr Stand 24.05.2024). KĂŒnftige Zahlenvorlagen können Impulse liefern, wenn sie vom Markt erwartete Trends bestĂ€tigen oder widerlegen, beispielsweise beim Wachstum im Smart-Meter-GeschĂ€ft oder bei den Margen im Software- und Servicebereich.

DarĂŒber hinaus gelten große Projekt- und Ausschreibungsgewinne als potenzielle Katalysatoren fĂŒr die Aktie. Meldet Landis+Gyr Group AG den Zuschlag fĂŒr umfangreiche Smart-Meter-Rollouts in wichtigen LĂ€ndern, kann dies die Wahrnehmung der mittelfristigen Wachstumschancen verĂ€ndern. Auch regulatorische Entscheidungen, die etwa den Rollout intelligenter Messsysteme beschleunigen oder technische Spezifikationen anpassen, können je nach Ausgestaltung positive oder negative Kursreaktionen auslösen. Anleger verfolgen daher sowohl die Unternehmenskommunikation als auch energiepolitische Debatten in KernmĂ€rkten wie Deutschland, Großbritannien oder den USA, um mögliche Auswirkungen auf die Projektpipeline von Landis+Gyr Group AG einzuschĂ€tzen.

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Fazit

Die Landis+Gyr Group AG-Aktie bewegt sich nach schwacher Performance im Umfeld strukturell intakter Trends. Das Unternehmen profitiert von der zunehmenden Digitalisierung der Energienetze, der EinfĂŒhrung intelligenter Messsysteme und dem Bedarf an Software- und Plattformlösungen fĂŒr Netzbetreiber. Gleichzeitig bleibt das GeschĂ€ft durch Ausschreibungszyklen, RegulierungsĂ€nderungen und intensiven Wettbewerb geprĂ€gt, was sich in der Kursentwicklung niederschlagen kann. FĂŒr deutsche Anleger ist der Titel aufgrund der Bedeutung des deutschen Energiemarktes und der guten Handelbarkeit an der Schweizer Börse relevant. Wie sich die Aktie weiter entwickelt, dĂŒrfte davon abhĂ€ngen, wie konsequent Landis+Gyr Group AG ihre strategischen Ziele beim Ausbau von Software- und Serviceerlösen umsetzt und wie sich die InvestitionsplĂ€ne der Energieversorger in den KernmĂ€rkten entwickeln.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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