Lang, Schwarz

Lang & Schwarz Aktie: 39-Prozent-Absturz in 30 Tagen

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 23:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der EU-weite PFOF-Bann zwingt Trade Republic zur Neuausrichtung. Lang & Schwarz verliert Exklusivität und senkt die Prognose. Die Aktie bricht massiv ein.

Lang & Schwarz Aktie: Trade Republic beendet Partnerschaft
Lang - Eine stark fallende Aktienkurslinie auf einem dunklen Hintergrund, die einen finanziellen Absturz symbolisiert. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der EU-weite Bann für Payment for Order Flow fordert sein erstes prominentes Opfer. Trade Republic beendet die exklusive Partnerschaft mit Lang & Schwarz. Für das Düsseldorfer Wertpapierhandelshaus bricht damit ein zentraler Wachstumsmotor weg. Die Börse reagiert mit extremer Härte.

Trade Republic bricht Exklusivität auf

Seit dem 1. Juli 2026 sind Rückvergütungen von Handelsplätzen an Broker in der EU verboten. Bisher wickelte Lang & Schwarz den Großteil des Aktienhandels für Trade Republic ab. Diese enge Bindung gehört nun der Vergangenheit an. Der Neobroker leitet Orders künftig auch an rund 30 alternative Handelsplätze weiter. Dazu zählen unter anderem Xetra und die Nasdaq.

Die Folge: Lang & Schwarz verliert künftig Volumen. Der Konzern passte bereits seine Jahresprognose nach unten an. Das Management rechnet nun mit einem leichten bis moderaten Rückgang des Handelsergebnisses. Es soll aber über dem Wert von 2024 bleiben.

Dividende trifft auf Panik

An der Börse dominieren massive Verkäufe. Die Aktie stürzte innerhalb von 30 Tagen um fast 39 Prozent ab. Aktuell notiert das Papier bei 18,20 Euro. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp über dem am Montag markierten 52-Wochen-Tief.

Die charttechnische Lage signalisiert einen historisch extremen Verkaufsdruck. Der 14-Tage-RSI steht bei 12,1. Solche Werte treten nur bei extremer Überverkaufheit auf. Die annualisierte Volatilität von fast 61 Prozent verdeutlicht die massive Nervosität der Anleger.

Inmitten dieser Talfahrt fließt Geld an die Aktionäre. Am morgigen 8. Juli wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Die Ausschüttung beträgt 2,00 Euro je Anteilsschein.

Neues Modell in Arbeit

Operativ zeigte sich das Unternehmen im Frühjahr noch robust. Im zweiten Quartal lag das Ergebnis aus der Handelstätigkeit bei rund 32 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 25 Millionen Euro. Um künftige Ausfälle aufzufangen, arbeitet das Management an Alternativen.

Lang & Schwarz treibt ein zusätzliches Handelsmodell voran. Der Konzern verhandelt aktuell mit mehreren namhaften Wertpapierdienstleistern. Ziel ist die Erschließung neuer Liquiditätsquellen. Konkrete Partner nennt das Unternehmen bislang nicht.

Der nächste Termin steht am 21. August 2026 an. Dann veröffentlicht Lang & Schwarz die vollständigen Halbjahreszahlen. Spätestens dann muss das Management erste Details zum neuen Handelsmodell vorlegen. Die reinen Geschäftszahlen rücken dabei in den Hintergrund. Viel wichtiger werden für den Markt konkrete Abschlüsse mit neuen Handelspartnern sein.

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