Leonardo Aktie: 11 Hubschrauber für Saudi-Arabien
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo blickt auf eine erfolgreiche Woche zurück. Zum Abschluss der Farnborough International Airshow konnte CEO Roberto Mariani den Abschluss von Verträgen im Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro vermelden. Die Aufträge unterstreichen die Wachstumsambitionen des Unternehmens in strategisch wichtigen Märkten und sichern die Auslastung der Flugzeug- und Hubschraubersparten für die kommenden Jahre ab.
Indonesien und Saudi-Arabien sorgen für volles Auftragsbuch
Ein wesentlicher Pfeiler der jüngsten Erfolgsmeldungen ist ein Großauftrag aus Indonesien. Das Verteidigungsministerium des Landes hat 12 leichte Kampfflugzeuge vom Typ M-346F Block 20 bestellt. Dieser Vertrag hat laut Medienberichten ein Volumen von mehr als 700 Millionen Euro. Indonesien ist damit der erste Kunde in der Region für die modernisierte Block-20-Variante, die mit modernster Radartechnik und Systemen zur elektronischen Kampfführung ausgestattet ist. Die Auslieferungen sollen im Jahr 2030 beginnen.
Zusätzlich sicherte sich Leonardo einen Vertrag mit Saudi-Arabien über die Lieferung von 11 Hubschraubern, was dem Konzern weitere Einnahmen in Höhe von etwa 200 Millionen Euro einbringt. Parallel dazu unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit der indonesischen Marine über den möglichen Erwerb von AW149-Hubschraubern für Such- und Rettungseinsätze sowie Katastrophenschutz. CEO Mariani betonte in diesem Zusammenhang, dass der Konzern seine strategischen Programme konsequent beschleunige.
Grünes Licht aus London für britisches Hubschrauberprogramm
Flankiert werden die Exporterfolge von positiven Signalen aus dem Vereinigten Königreich. Medienberichten zufolge hat die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves den Weg für ein milliardenschweres Hubschraubergeschäft freigemacht. Dabei geht es um die Beschaffung neuer mittlerer Transporthubschrauber, die die veraltete Puma-Flotte der Royal Air Force ersetzen sollen. Der Deal hat ein geschätztes Volumen von rund einer Milliarde Britischen Pfund und gilt als essenziell für die Sicherung von rund 3.000 Arbeitsplätzen am Leonardo-Standort Yeovil.
Zudem gab Leonardo Helicopters UK am Freitag bekannt, dass die Finanzierung für den unbemannten Hubschrauber-Demonstrator Proteus bis Mitte 2027 verlängert wurde. Das Projekt, das im Januar den Erstflug absolvierte, nutzt digitale Zwillinge zur Entwicklung künftiger Einsatzmodelle für maritime Missionen. Diese technologische Basis soll die Grundlage für die künftige Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Systemen bilden, was als zentrales Element künftiger Verteidigungsstrategien gilt.
Strategische Weichenstellungen und kommende Geschäftszahlen
Hinter den aktuellen Vertragsabschlüssen treibt Leonardo auch langfristige Großprojekte voran. Beim Global Combat Air Program (GCAP), dem trinationalen Projekt eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation, wird derzeit die mögliche Beteiligung weiterer Partner geprüft. Während Kanada bereits eine Beobachterrolle eingenommen hat, bezeichnete CEO Mariani einen möglichen Beitritt Deutschlands als schwierig, da dies das Ziel einer Inbetriebnahme bis 2035 verzögern könnte. Zudem lotet der Konzern Kooperationen mit der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie aus.
An der Börse reagierte die Aktie zum Ende der Handelswoche positiv auf die Auftragsflut und schloss am Freitag bei 52,02 Euro, was einem Plus von 0,31 % entspricht. Damit notiert das Papier aktuell rund 21,47 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 66,24 Euro, das im März erreicht wurde. Anleger richten ihren Fokus nun auf den kommenden Donnerstag, den 30. Juli. Dann wird Leonardo seine detaillierten Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2026 präsentieren und voraussichtlich weitere Details zur Umsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie bekannt geben.
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