Leonardo, Aktie

Leonardo Aktie: Baykar-Joint-Venture LBA Systems gegründet

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leonardo präsentiert auf der Farnborough Airshow 2026 eine strategische Drohnen-Partnerschaft mit Baykar und erweitert das GCAP-Kampfjet-Projekt um Kanada als Beobachter.

Leonardo auf der Farnborough Airshow: Neue Drohnen-Allianz und GCAP-Fortschritte
Abstrakte Darstellung der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie mit Schwerpunkt auf strategischer Zusammenarbeit und Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der italienische Rüstungskonzern Leonardo nutzt die Farnborough International Airshow 2026 als Bühne für weitreichende Kooperationen und technologische Fortschritte. Im Zentrum steht dabei die strategische Zusammenarbeit im Bereich unbemannter Systeme sowie die Erweiterung des internationalen Partnernetzwerks für das Kampfflugzeugprojekt der nächsten Generation. Parallel dazu sorgen operative Erfolge der US-Tochter und eine neue Zulassung für den Zieldrohnen-Sektor für eine positive Dynamik.

Drohnen-Allianz mit Baykar und Fortschritte beim GCAP

Ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen Berichterstattung liegt auf der Kooperation mit dem türkischen Unternehmen Baykar. Auf der Branchenmesse in Farnborough präsentieren beide Partner Fortschritte bei der sogenannten Manned-Unmanned Teaming-Technologie (MUM-T). Dabei wurden Testergebnisse zum gemeinsamen Einsatz des Leonardo-Trainers M-346 und der unbemannten Plattform KIZILELMA von Baykar vorgestellt. Diese Zusammenarbeit wird durch das im Juni 2025 gegründete Joint Venture LBA Systems formalisiert, an dem beide Unternehmen zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. LBA Systems fokussiert sich auf das Design, die Produktion und den Support von unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS) für den europäischen Markt.

Gleichzeitig gewinnt das Global Combat Air Programme (GCAP) an internationaler Breite. Kanada ist dem Projekt, das von Großbritannien, Italien und Japan getragen wird, als Beobachter beigetreten. Ziel des Programms ist die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation bis zum Jahr 2035. Das Konsortium Edgewing, bestehend aus BAE Systems, Leonardo und Mitsubishi Heavy Industries, treibt die technische Umsetzung voran. Die Beteiligung Kanadas als Beobachter gilt als strategischer Schritt, der den Weg für eine spätere Vollmitgliedschaft ebnen könnte, ohne dass zum jetzigen Zeitpunkt unmittelbare finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden.

Großauftrag für US-Tochter und operative Meilensteine

Auch abseits der großen Systemplattformen meldet Leonardo Erfolge. Die US-Tochtergesellschaft Leonardo DRS hat einen umfangreichen Rahmenvertrag über die Lieferung von mehr als 50.000 Tenum Orbit Wärmebildkameras erhalten. Diese Systeme sind primär für den Einsatz in unbemannten Plattformen vorgesehen und unterstreichen die Skalierbarkeit der Fertigungskapazitäten des Unternehmens. Medienberichten zufolge prognostizieren Analysten für Leonardo DRS bis zum Jahr 2029 einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden US-Dollar.

In Europa hat die italienische Militärbehörde für Luftfahrt (MAA) zudem die Betriebsgenehmigung für die Zieldrohne M-40 erteilt. Nach erfolgreichen Testreihen auf Sardinien kann das System nun operativ eingesetzt werden. Die M-40 zeichnet sich durch eine Betriebsdauer von 60 Minuten aus und soll eine kostengünstigere Alternative zu bestehenden Systemen wie der Mirach 100/5 darstellen, die bereits von 16 Streitkräften weltweit genutzt wird. Ein bestehender Dreijahresvertrag mit der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) bildet die Grundlage für den künftigen Einsatz der Drohne.

Ausblick und Marktentwicklung

Die operative Entwicklung spiegelt sich in einer stabilen Verfassung der Leonardo-Aktie wider. Am Freitag verbuchte der Wert eine Tagesveränderung von 2,17 % und verabschiedete sich mit einem Schlusskurs von 50,52 € aus dem Handel. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert das Papier derzeit mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -23,73 %, welches am 12. März 2026 bei 66,24 € markiert wurde.

Analysten von Simply Wall St bewerten die Aussichten für die Tochter Leonardo DRS weiterhin positiv und sehen dort einen fairen Wert von 52,90 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 20 % entspräche. Für die Konzernmutter Leonardo SpA wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell mit 28,63 angegeben, während die Dividendenrendite bei 1,22 % liegt. Die kommenden Monate dürften vor allem durch die weitere Integration der Partnerschaften mit Baykar und die konkreten Fortschritte im GCAP-Programm geprägt sein.

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