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Gehirn, Hören

Lesen formt das Gehirn neu – sogar beim Hören

12.02.2026 - 09:00:12

Lesen verändert, wie unser Gehirn gesprochene Sprache verarbeitet. Das zeigt eine bahnbrechende Studie, die diese Woche im Fachjournal Cortex erschien. Forscher aus Kanada und Brasilien fanden heraus: Die Gehirne von Lesekundigen reagieren anders auf gehörte Sätze als die von Analphabeten.

Das Team von Baycrest und der Universität São Paulo verglich zwei Gruppen älterer Erwachsener. Die eine bestand aus funktionalen Analphabeten, die erst spät lesen lernten. Die andere aus Menschen, die seit ihrer Kindheit lesen können. Während alle Teilnehmer nur gesprochene Sprache hörten, maßen die Forscher ihre Hirnaktivität.

Das Ergebnis war eindeutig. Bei den geübten Lesern feuerten Regionen stärker, die für die Analyse von Sprachlauten zuständig sind – besonders der rechte Gyrus frontalis inferior. Ihr Gehirn hat offenbar gelernt, Sprache nicht nur ganzheitlich, sondern auch in ihre kleinsten phonetischen Bausteine zu zerlegen. Diese verfeinerte Verarbeitung findet statt, obwohl sie im Alltag nicht zwingend nötig ist.

Neuroplastizität: Ein Gehirn im Dauertraining

Die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrung umzubauen, heißt Neuroplastizität. Lesenlernen ist dafür ein Paradebeispiel. Da Schrift eine junge kulturelle Erfindung ist, gibt es kein angeborenes „Lesezentrum“. Stattdessen werden bestehende Netzwerke – etwa für Objekterkennung – umfunktioniert.

Frühere Studien der Max-Planck-Gesellschaft zeigten bereits: Dieser Umbau ist tiefgreifend. Er betrifft nicht nur die Großhirnrinde, sondern auch ältere Strukturen wie den Thalamus. Diese passen ihre Aktivität an und synchronisieren sich enger mit den Seharealen. So entsteht eine effizientere Verarbeitung von Schriftzeichen – selbst bei Spätlernenden.

Die Vorteile: Mehr als nur Informationsgewinn

Die schärfere auditive Wahrnehmung hat konkrete positive Effekte. Sie stärkt das verbale Kurzzeitgedächtnis und unterstützt so das Erlernen neuer Fertigkeiten. Geübte Leser verarbeiten zudem ganze Satzstrukturen schneller als ungeordnete Wortlisten. Das Lesen optimiert also grundlegend, wie wir Sprachmuster erfassen.

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Die Studie liefert damit neue, wissenschaftliche Argumente für Alphabetisierungsprogramme. Die Unfähigkeit zu lesen beschränkt demnach nicht nur sozial und wirtschaftlich, sondern hemmt auch die Entwicklung wichtiger neuronaler Pfade. Bildung wird so zu einem wesentlichen Bestandteil der kognitiven Gesundheitsvorsorge.

Ausblick: Neue Wege für Therapien

Die Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für die Behandlung von Sprach- und Lesestörungen. Ein genaueres Verständnis der trainierten Hirnmechanismen könnte gezieltere Therapien für Legasthenie ermöglichen. Zukünftige Forschung will nun klären, ob Auffälligkeiten im Thalamus bei Betroffenen Ursache oder Folge des geringeren Lesetrainings sind.

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