Industrieproduktion steigt dank Maschinenbau stÀrker als erwartet
08.09.2025 - 09:14:36 | dpa.deIn den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes legte die Fertigung im Monatsvergleich um 1,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Es ist der erste Anstieg der Fertigung seit MĂ€rz. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 1,0 Prozent erwartet. Trotz der ĂŒberraschend starken Produktion im Juli blicken Ăkonomen aber eher skeptisch auf die weitere Entwicklung.
Wie weiter bekannt wurde, war die Fertigung im Vormonat Juni besser ausgefallen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte die Daten deutlich oben. Demnach wurde 0,1 Prozent weniger produziert, nachdem zuvor ein DĂ€mpfer um 1,9 Prozent gemeldet worden war. "Das AusmaĂ der Revision ist auf Korrekturmeldungen eines Unternehmens aus der Automobilindustrie und DatenergĂ€nzungen zurĂŒckzufĂŒhren", erklĂ€rte das Bundesamt.
Im Jahresvergleich meldete das Statistikamt fĂŒr Juli ebenfalls einen Anstieg, und zwar um 1,5 Prozent.
Die positive Entwicklung der Produktion im Juli sei vor allem auf einen krĂ€ftigen Zuwachs um 9,5 Prozent im Maschinenbau zurĂŒckzufĂŒhren, heiĂt es in der Mitteilung. Auch die ProduktionszuwĂ€chse in der Automobilindustrie (+2,3 Prozent) und der Pharmaindustrie (+8,4 Prozent) hĂ€tten das Gesamtergebnis positiv beeinflusst. Negativ habe sich hingegen der RĂŒckgang der Energieerzeugung ausgewirkt.
"Die aktuellen Daten zeichnen insgesamt eine etwas gĂŒnstigere Industriekonjunktur", hieĂ es vom Bundeswirtschaftsministerium. Dies deute auf eine sich langsam stabilisierende Industrieproduktion hin, getrieben von SchlĂŒsselbranchen wie dem Maschinenbau und der Automobilindustrie.
Am Freitag war der Auftragseingang in den Industriebetrieben hingegen unerwartet schwach ausgefallen, was die Aussichten fĂŒr die weitere Entwicklung eintrĂŒbte. Die Bestellungen waren im Juli um 2,9 Prozent im Monatsvergleich gesunken, wĂ€hrend am Markt ein Anstieg erwartet worden war.
Ăkonomen bleiben mit ihren EinschĂ€tzungen fĂŒr die kommenden Monate zurĂŒckhaltend. "Die bisherige Gesamtbilanz der Industrieproduktion im laufenden Jahr bleibt durchwachsen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "ZuwĂ€chse bei der Industrieproduktion gehören in diesem Jahr zu den Ausnahmen."
Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg verwies auf den schwachen Auftragseingang, bedingt durch die aggressive Zollpolitik der US-Regierung. "Immerhin ist der Auftakt fĂŒr das dritte Quartal aber nicht so schlecht wie befĂŒrchtet", sagte Niklasch. Seiner EinschĂ€tzung nach dĂŒrfte die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten "eher im Bereich des Nullwachstums herumdĂŒmpeln".
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