Weiter FlugausfÀlle in Europa nach Cyberangriff - Ursache unklar
21.09.2025 - 16:37:29Es komme weiterhin zu verlÀngerten Wartezeiten, teilte der Berliner Flughafen BER auf seiner Internetseite mit. FluggÀste werden gebeten, online einzuchecken und ihr GepÀck nach Möglichkeit selbstÀndig an den Automaten aufzugeben.
Cyberangriff auf IT-Dienstleister
"Es gibt noch keine Entwarnung", sagte ein Sprecher des BER der Deutschen Presse-Agentur. Am Sonntag war es zunĂ€chst relativ ruhig. Am Abend wurde allerdings mit einem ersten Andrang von Besuchern und Sportlern des Marathons gerechnet. Wegen der Nachwirkungen des Angriffs und der vielen Passagiere nach dem Berlin-Marathon rechnet der Flughafen auch am Montag noch mit lĂ€ngeren Wartezeiten. Am Samstag seien vier Landungen und acht AbflĂŒge gestrichen worden. VerspĂ€tungen seien in der Regel kĂŒrzer gewesen als 45 Minuten. Das Personal im Flughafen musste beim Check-in mit Papierlisten und Stiften statt mit Computern arbeiten.
Auch an anderen FlughĂ€fen knirschte es am Sonntag noch im Betrieb. In BrĂŒssel etwa ziehen sich die Auswirkungen in die neue Woche: Der Flughafen bat die Airlines, die HĂ€lfte der fĂŒr Montag geplanten AbflĂŒge zu streichen, wie er mitteilte.
Probleme auch in Dublin und London
Auch der Dubliner Flughafen teilte am Morgen mit, einige Airlines benutzten weiter "manuelle Ausweichlösungen", um etwa Bordkarten auszustellen. Passagiere sollten etwas mehr Zeit einplanen, sofern sie GepĂ€ck aufgeben oder erst vor Ort einchecken wollten. Bis in die Mittagsstunden hinein seien 13 FlĂŒge gestrichen worden.
In London Heathrow hatten die Flughafenmitarbeiter noch am Sonntag alle HĂ€nde voll zu tun, um zu einem normalen Flugbetrieb zurĂŒckkehren zu können. Noch am Nachmittag wies der Airport Passagiere auf seiner Website darauf hin, dass die Arbeiten zur Behebung des Störfalls beim Check-in anhielten. Der GroĂteil der FlĂŒge könne aber wieder nach Plan stattfinden.
Der IT-Dienstleister Collins Aerospace war am Freitagabend zur Zielscheibe eines Cyberangriffs geworden, wie er der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte. Wegen der Attacke meldeten die FlughĂ€fen Berlin, BrĂŒssel, Dublin und London Heathrow Probleme bei der Passagierabfertigung, wie die Flugsicherungs-Dachorganisation Eurocontrol mitteilte. Der Flughafen BER kappte daraufhin nach eigenen Angaben die Verbindungen zu den Systemen.
HintergrĂŒnde unklar
Andere groĂe deutsche FlughĂ€fen wie Frankfurt berichteten am Morgen, nicht betroffen zu sein. Den Flughafen in MĂŒnster habe es am Freitagabend gegen 22.00 Uhr getroffen, sagte eine Sprecherin. Allerdings habe man innerhalb von 30 Minuten auf die eigene IT umstellen können. Auswirkungen fĂŒr FluggĂ€ste habe es nicht gegeben.
Der zum US-Luftfahrtkonzern RTX US75513E1010 gehörende IT-Dienstleister Collins hatte am Samstag mitgeteilt, er arbeite an einer Lösung fĂŒr seine Kunden. Die HintergrĂŒnde des Cyberangriffs blieben am Sonntag weiterhin unklar.

