Long Covid: Neue Studie erklÀrt Gehirnnebel durch Energiemangel
16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.deDer internationale Long-Covid-Awareness-Day rĂŒckt die anhaltenden Folgen der Pandemie in den Fokus. WĂ€hrend die akuten Infektionswellen abgeklungen sind, leiden allein in Europa schĂ€tzungsweise 36 Millionen Menschen weiterhin an Langzeitbeschwerden. Im Zentrum stehen dabei die oft als âBrain Fogâ bezeichneten kognitiven Symptome. PĂŒnktlich zum Aktionstag warnen Mediziner vor massiven VersorgungslĂŒcken und fordern mehr digitale Therapien. Gleichzeitig liefern neue klinische Untersuchungen erstmals handfeste biologische Beweise fĂŒr die Ursachen.
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Studie findet gestörten Hirnstoffwechsel
Konzentrationsstörungen, GedĂ€chtnislĂŒcken und verlangsamtes Denken gehören zu den belastendsten Long-Covid-Folgen. Eine Studie des Zentralinstituts fĂŒr Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim liefert nun eine ErklĂ€rung. Die Forschenden untersuchten Post-Covid-Patienten mit einer speziellen Magnetresonanztomografie.
Die Ergebnisse sind eindeutig: In einer fĂŒr Aufmerksamkeit wichtigen Hirnregion fanden sie einen signifikanten Energiemangel. Der Spiegel wichtiger EnergietrĂ€ger wie ATP war verringert. Diese niedrigeren Werte korrelierten direkt mit schlechteren Ergebnissen in kognitiven Tests. Der âGehirnnebelâ scheint also auf einen echten Energiemangel in spezifischen Hirnarealen zurĂŒckzugehen.
VersorgungslĂŒcke: Eine Million Patienten, 210 Praxen
Trotz dieser wissenschaftlichen Fortschritte ist die praktische Versorgung der Betroffenen weiterhin katastrophal. Ărzte machen anlĂ€sslich des Awareness-Days auf einen gravierenden Engpass aufmerksam. Die oft komplexen kognitiven Störungen erfordern eine spezialisierte neuropsychologische Diagnostik.
Hier offenbart sich ein drastisches Problem: FĂŒr knapp eine Million Betroffene stehen bundesweit nur etwa 210 ambulante neuropsychologische Praxen zur VerfĂŒgung. Diese immense LĂŒcke fĂŒhrt zu extrem langen Wartezeiten. Viele Patienten bleiben monate- oder gar jahrelang ohne adĂ€quate Therapie.
Digitale Therapie-Apps als Rettungsanker
Um diese VersorgungslĂŒcke zu schlieĂen, setzen Mediziner zunehmend auf digitale Therapieangebote. App-basierte kognitive Trainingsprogramme können neurologische Symptome evidenzbasiert lindern. Ihr groĂer Vorteil: Sie sind stĂ€ndig verfĂŒgbar und passen sich der tagesaktuellen LeistungsfĂ€higkeit an.
FĂŒr viele Betroffene sind regelmĂ€Ăige Fahrten zu Therapiezentnen aufgrund von Erschöpfung (Fatigue) oft unmöglich. Digitale Anwendungen ermöglichen ein schonendes Training von GedĂ€chtnis und Aufmerksamkeit von zu Hause aus. Sie sind heute bereits ein essenzieller Baustein, um Patienten mehr SelbststĂ€ndigkeit zurĂŒckzugeben.
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ImpfmĂŒdigkeit trotz anhaltender Gefahr
Neben der Therapie bleibt die PrÀvention zentral. Eine aktuelle Erhebung warnt vor den Konsequenzen sinkender Impfquoten. Zwar senken Auffrischungsimpfungen das Long-Covid-Risiko nachweislich, die Bereitschaft sinkt jedoch.
In der laufenden Wintersaison registrierte Deutschland bereits rund 39.440 Covid-19-bedingte Krankenhauseinweisungen. Dennoch liegt die Impfquote in der besonders gefĂ€hrdeten Gruppe ab 60 Jahren nur noch bei rund 13 Prozent. Experten fordern, HĂŒrden beim Impfzugang abzubauen. Eine breite PrĂ€vention ist der effektivste Weg, um neue Long-Covid-FĂ€lle einzudĂ€mmen.
Der lange Weg zur personalisierten Medizin
Die BekĂ€mpfung von Long Covid erfordert einen langen Atem. Die Forschung arbeitet daran, das komplexe Krankheitsbild weiter zu entschlĂŒsseln. Neben dem gestörten Hirnstoffwechsel rĂŒcken auch autoimmune Prozesse in den Fokus.
Das Fernziel ist eine personalisierte Medizin, die exakt an den individuellen biologischen Störungen der Patienten ansetzt. Bis solche Therapien verfĂŒgbar sind, wird die Kombination aus PrĂ€vention und dem Ausbau digitaler Rehabilitationsangebote entscheidend bleiben, um die LebensqualitĂ€t der Millionen Betroffenen zu verbessern.
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