Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Nahost-Pause bis Herbst

24.03.2026 - 11:45:19 | boerse-global.de

Lufthansa setzt Flüge in den Nahen Osten bis Oktober aus und kündigt gleichzeitig eine milliardenschwere Erweiterung des Münchner Flughafens an. Die Aktie spiegelt kurzfristige Risiken und langfristige Wachstumspläne wider.

Lufthansa Aktie: Nahost-Pause bis Herbst - Foto: über boerse-global.de
Lufthansa Aktie: Nahost-Pause bis Herbst - Foto: über boerse-global.de

Der Krieg im Iran zwingt Lufthansa zu einer der längsten Streckenpausen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig setzt der Konzern ein deutliches Signal in die Zukunft — mit einem milliardenschweren Ausbauvorhaben in München.

Flugstopp mit langer Laufzeit

Die Airlines des Konzerns — darunter Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways und Edelweiss — meiden einen Großteil der Nahost-Destinationen noch bis weit in den Herbst hinein. Ziele wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Riad, Teheran und weitere regionale Flughäfen stehen bis zum 24. Oktober auf der Sperrliste. Begründet wird dies mit Sicherheitsrisiken und betrieblichen Einschränkungen.

Etwas kürzer ist die Pause für Dubai und Tel Aviv: Hier gilt der Stopp bis Ende Mai. Eurowings weicht vom Konzernkurs leicht ab — die Direktflugtochter hat Beirut und Erbil zunächst nur bis Ende April ausgesetzt, Dubai, Abu Dhabi und Amman allerdings ebenfalls bis Oktober.

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Lufthansa ist damit nicht allein. Zahlreiche internationale Carrier haben ihre Verbindungen in die Region auf Eis gelegt. British Airways, KLM, Singapore Airlines und Delta gehören zu den Gesellschaften, die ähnlich weitreichende Suspendierungen angekündigt haben. Die Nahost-Verbindungen bleiben branchenweit auf unbestimmte Zeit eingeschränkt.

Gegengewicht: München wird größer

Während die Region Nahost vorerst wegbricht, blickt Lufthansa an anderer Stelle nach vorn. Gemeinsam mit dem Flughafen München wird das Terminal 2 erheblich erweitert. Das bestehende Joint Venture zwischen beiden Partnern läuft nun bis 2056 — ein zusätzlicher Flugsteig soll die Abfertigungskapazität um bis zu zehn Millionen Passagiere jährlich steigern. Die Eröffnung ist für 2035 geplant.

Treiber des Wachstums soll vor allem der Ausbau der Langstreckenflotte in München sein. Konzernchef Carsten Spohr verkündete die Pläne bei einem Festakt anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft — ein symbolisch aufgeladener Moment für ein Unternehmen, das gerade mitten in einer operativen Belastungsprobe steckt.

Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: kurzfristig spürbarer Ertragsausfall durch wegfallende Nahost-Routen, mittelfristig aber ein klares Bekenntnis zur Kapazitätserweiterung. Wie stark der Flugstopp die Zahlen belastet, hängt entscheidend davon ab, wie lange der Konflikt anhält — und ob die Oktober-Frist tatsächlich hält.

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