Marineschiffbauer TKMS wÀchst und bestÀtigt Prognose - Aktie schwach
Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDabei profitiert der U-Boot- und Fregatten-Bauer weiter von hohen MilitĂ€rausgaben der Regierungen. Das zum Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 gehörende Unternehmen kann trotz RĂŒckgĂ€ngen beim NeugeschĂ€ft auf einen rekordhohen Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro bauen.
"TKMS ist auf Kurs und wĂ€chst weiter", kommentiert Konzernchef Oliver Burkhard die Entwicklung am Montag in Kiel. "Den aktuellen Auftragsbestand können wir wie geplant mit unseren eigenen Werftstandorten abdecken. Mit Blick nach vorne prĂŒfen wir aber schon jetzt mögliche internationale Partnerschaften."
So hat TKMS jĂŒngst eine AbsichtserklĂ€rung mit der spanischen Werf Navantia ĂŒber eine Zusammenarbeit geschlossen. Dabei wĂŒrde es um den Bau von U-Booten von TKMS bei Navantia gehen, sprich eine Fertigungskooperation. Eine Ăbernahme sei nicht geplant, sagte Burkhard in einer Telefonkonferenz.
Anders sieht es beim Marineschiffsbauer German Naval Yards Kiel (GNYK) aus, fĂŒr dem TKMS bereits Anfang Januar ein unverbindliches Angebot abgegeben hat. Diesem kommt nun jedoch der RĂŒstungskonzern Rheinmetall DE0007030009 in die Quere, der ebenfalls ein Auge auf GNYK geworfen hat und vor wenigen Tagen eine nicht bindende Offerte abgegeben hat. "Wir fĂŒhren weiter GesprĂ€che", sagte Burkhard.
Dabei sei eine Ăbernahme der Werft, die auf TKMS-GelĂ€nde liegt, operativ sinnvoll. Jedoch brauche TKMS GNYK nicht unbedingt. "Wir sind nicht bereit, jeden Preis der Welt zu zahlen", so der Konzernchef. Rheinmetall verfĂŒgt laut Burkhard zwar ĂŒber mehr Geld, aber "Geld baut keine Schiffe". Rheinmetall, das vor allem fĂŒr seine Panzer bekannt ist, war durch die Ăbernahme der Marinesparte der Bremer Werftengruppe LĂŒrssen vor kurzem ebenfalls in den Schiffbau eingestiegen und will das GeschĂ€ft ausbauen. Burkhard hofft auf eine baldige Entscheidung.
Im ersten Halbjahr (per Ende MĂ€rz) verzeichnete TKMS weiteres Wachstum, so stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei stiegen die Erlöse im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresauftakt ebenfalls. Der Auftragseingang war zwar im Vergleich zum starken Vorjahresabschnitt, als TKMS von mehreren GroĂauftrĂ€gen profitierte, deutlich niedriger. Im zweiten Quartal warb TKMS jedoch bereits wieder ein milliardenschweres NeugeschĂ€ft ein.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro. Grund dafĂŒr waren deutliche Verbesserungen im U-Boot-GeschĂ€ft sowie Ergebnissteigerungen bei Atlas Electronics. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 27 Millionen Euro 41 Prozent weniger. So stiegen unter anderem die Kosten fĂŒr Forschung und Entwicklung sowie den Vertrieb.
Die Aktie kletterte zum Handelsauftakt zunĂ€chst um fast drei Prozent, konnte die Gewinne jedoch nicht halten. Am spĂ€ten Vormittag lag das Papier mehr als vier Prozent im Minus und gehörte damit zu den schwĂ€chsten Werten im MDax DE0008467416. Damit folgte TKMS den anderen RĂŒstungstiteln, die sich nach dem kurzen Zwischenhoch am Morgen wieder allgemein schwach entwickelten. Trotz Kursverlusten in den vergangenen Monaten kommt die TKMS-Aktie im laufenden Jahr noch auf ein Plus von knapp 15 Prozent.
Der Umsatz der Marinewerft habe die Erwartungen im zweiten GeschÀftsquartal getoppt, die Marge insgesamt allerdings nicht, bemerkte Adrien Rabier von Bernstein Research. Positiv wertet er allerdings die weiter verbesserte ProfitabilitÀt im U-Boot-GeschÀft sowie den insgesamt starken Auftragsbestand.
FĂŒr 2025/26 erwartet TKMS weiter ein Umsatzwachstum von zwei bis fĂŒnf Prozent sowie eine bereinigte operative Gewinnmarge von mehr als sechs Prozent. Im ersten Halbjahr lag diese bei 5,1 Prozent. Unternehmenschef Burkhard zufolge dĂŒrfte die ProfitabilitĂ€t in der zweiten GeschĂ€ftsjahreshĂ€lfte anziehen. Auch die Mittelfristziele wurden bestĂ€tigt.
