MARTA startet digitale Sicherheitsoffensive mit See & Say 2.0
22.04.2026 - 10:39:49 | boerse-global.deNach dem Start des neuen Busnetzes Mitte April setzt MARTA nun auf eine einheitliche App fĂŒr Sicherheit, Fahrplan und Bezahlung. Das Ziel: mehr Schutz fĂŒr Millionen FahrgĂ€ste.
Panik-Button und anonyme Meldungen
Das HerzstĂŒck der digitalen Wende heiĂt See & Say 2.0. Die Plattform verbindet FahrgĂ€ste direkt mit der MARTA-Polizei â und das auf mehreren Wegen. Per App können Nutzer sowohl NotfĂ€lle als auch verdĂ€chtige Beobachtungen melden. Ein entscheidender Vorteil der neuen Version: Hinweise lassen sich völlig anonym und diskret absetzen, inklusive Foto- oder Video-Upload ohne aufblitzenden Kamerablitz.
Besonders praktisch: Der Panik-Button (auch âMobile BlueLight" genannt) ĂŒbermittelt im Ernstfall die GPS-Koordinaten des Nutzers an die EinsatzkrĂ€fte. FĂŒr weniger dramatische Situationen gibt es eine Standort-Funktion, mit der FahrgĂ€ste ihren Aufenthaltsort an Freunde oder Familie schicken können. Ein âSafety Toolbox" genannter Bereich bĂŒndelt alle Sicherheitsressourcen, wĂ€hrend eine Benachrichtigungshistorie ĂŒber frĂŒhere Warnmeldungen informiert.
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ErgĂ€nzt wird das Angebot durch einen erweiterten SMS-Dienst. FahrgĂ€ste können nun auch per Textnachricht mit der Leitstelle kommunizieren â eine Option fĂŒr Situationen, in denen Telefonieren zu gefĂ€hrlich oder unpraktisch ist.
Eine App fĂŒr alles: MARTA bĂŒndelt seine digitalen Dienste
Bislang mussten FahrgĂ€ste mehrere Apps nutzen: âMARTA On the Go" fĂŒr Fahrplan und Routen, âSee & Say 2.0" fĂŒr Sicherheitsmeldungen und Breeze Mobile fĂŒr die Bezahlung. Das soll sich Ă€ndern. Die Behörde arbeitet an einer einheitlichen Plattform, die alle Funktionen in einer einzigen OberflĂ€che vereint.
Den Grundstein legte der MARTA-Verwaltungsrat bereits im Sommer 2025. Damals erhielt die Digitalfirma Reflexions den Auftrag, die vier getrennten Systeme zu verschmelzen. Das Ziel: eine intuitive App, die von der Routenplanung ĂŒber die Echtzeit-Verfolgung bis zur Notfallmeldung alles abdeckt.
Die Verantwortlichen versprechen sich davon eine höhere Nutzung der Sicherheitsfunktionen. Wer ohnehin die App fĂŒr die Fahrplanauskunft öffnet, wird eher auch den Panik-Button oder die Meldefunktion nutzen. Parallel dazu wird die Webseite itsmarta.com ĂŒberarbeitet, sodass die gleichen Funktionen auch am Desktop verfĂŒgbar sind.
1700 neue NotrufsĂ€ulen fĂŒr die Stationen
Die digitale Modernisierung geht Hand in Hand mit Investitionen in die Infrastruktur. Erst im Herbst vergab der MARTA-Vorstand den Auftrag fĂŒr ein neues VoIP-Telefonsystem â und ersetzt damit GerĂ€te, die teilweise ĂŒber 30 Jahre alt waren. Rund 1700 KombigerĂ€te werden an 38 Bahnstationen installiert. Die neuen SĂ€ulen vereinen Kundeninformation und Notruffunktion in einem GehĂ€use und sind durch blaue Leuchten weithin sichtbar.
Der Clou: Das VoIP-System ĂŒberwacht den Status jedes einzelnen Telefons in Echtzeit. AusfĂ€lle werden sofort erkannt, die Wartungszeiten sinken drastisch. Die ersten GerĂ€te hĂ€ngen bereits an den wichtigsten Knotenpunkten wie Five Points, Peachtree Center und North Springs. Die vollstĂ€ndige Umstellung ist auf fĂŒnf Jahre angelegt.
Parallel dazu testet MARTA ihre neue CQ400-Flotte â nach eigenen Angaben die technologisch fortsrittlichsten ZĂŒge des Landes. Die Waggons sind durchgĂ€ngig begehbar und mit digitalen Displays ausgestattet, die FahrgĂ€ste in Echtzeit informieren. Ladestationen und verbesserte Beleuchtung runden das modernisierte Sicherheitspaket ab.
WM 2026 als Treiber der Modernisierung
Der Zeitplan ist kein Zufall. Atlanta ist im Sommer 2026 einer der Austragungsorte der FIFA FuĂball-Weltmeisterschaft. Das viertĂ€gige Turnier wird Hunderttausende zusĂ€tzliche FahrgĂ€ste in das MARTA-Netz bringen. Die Behörde hat daher einen umfassenden Bereitschaftsplan entwickelt, der auf sichtbare SicherheitsmaĂnahmen setzt â mehr Transit-Botschafter, mehr PolizeiprĂ€senz.
Der Start des NextGen Bus Network am 18. April 2026 war ein erster HĂ€rtetest fĂŒr die neuen Kommunikationswerkzeuge. Mit hĂ€ufigeren Verbindungen und flexiblen On-Demand-Zonen ist die AbhĂ€ngigkeit von Echtzeitdaten und diskreten Meldewegen enorm gestiegen. MARTA-Interimschef Collins betont: âDiese Projekte sind die direkte Antwort auf das Feedback unserer FahrgĂ€ste. Sie wollen sauberere, sicherere und zuverlĂ€ssigere ZĂŒge und Busse.â
Ausblick: Die Zukunft der Sicherheit im Nahverkehr
Bis zum Sommer soll die Integration von See & Say 2.0 in die einheitliche MARTA-App abgeschlossen sein. Dann ist der mehrjĂ€hrige Digitalfahrplan vollendet. Das Modell: Jede Fahrgast-Interaktion â vom Ticketkauf bis zur Meldung eines verdĂ€chtigen Pakets â lĂ€uft ĂŒber eine zentrale Plattform. Die Polizei erhĂ€lt prĂ€zise Einsatzdaten und kann schneller reagieren.
Der nĂ€chste groĂe Schritt heiĂt Breeze 2.0. Das kontaktlose Bezahlsystem ermöglicht den Einstieg per Bankkarte oder Smartphone. In Kombination mit den Sicherheitstools entsteht so eine durchgĂ€ngige digitale Umgebung, die FahrgĂ€ste vom Betreten der Station bis zum Verlassen des Zuges begleitet. Mit der weiteren Auslieferung der CQ400-ZĂŒge und dem Ausbau des Busnetzes will MARTA diesen Standard halten â auch wenn die Region bis Ende des Jahrzehnts weiter wĂ€chst.
