Marterbauer warnt vor Kaputtsparen trotz hoher Schulden
29.01.2026 - 18:03:12Finanzminister Markus Marterbauer positioniert sich gegen radikale Sparmaßnahmen. Der ehemalige Arbeiterkammer-Chefökonom will die hohe Staatsverschuldung lieber schrittweise abbauen – und setzt dabei auf gezielte Zukunftsinvestitionen. Seine Strategie spaltet die wirtschaftspolitische Debatte.
Schuldenberg als Erbe der Krisenjahre
Die aktuellen Zahlen von Statistik Austria sind eindeutig: Die öffentliche Schuldenquote Österreichs stieg bis Ende 2025 weiter an. Treiber waren die massiven Hilfspakete während Pandemie und Energiekrise. Marterbauer argumentiert, dass diese Ausgaben eine tiefere Rezession verhindert hätten.
Sein Rezept dagegen? Kontrollierte Konsolidierung statt harter Schnitte. Ein abrupter Sparkurs würde die wirtschaftliche Erholung nur abwürgen, so der Finanzminister.
Passend zum Thema Staatsinvestitionen: Wenn Staat und Wirtschaft gleichzeitig in die Zukunft investieren sollen, kann der Investitionsabzugsbetrag privaten Unternehmen helfen, sofort Liquidität freizusetzen und die Steuerlast zu senken. Ein kostenloser Sonder-Report beantwortet die vier zentralen Zweifelsfragen zum IAB, zeigt praxisnah, wie Sie steuerlich Mittel für geplante Investitionen sichern und welche Fallstricke zu vermeiden sind. Ideal für Unternehmer, die jetzt investieren wollen, ohne finanzielle Risiken einzugehen. Jetzt kostenlosen IAB-Report anfordern
Der schmale Grat: Sparen ohne zu würgen
Kern der Marterbauer-Strategie ist das Doppelbudget 2025/26. Es zielt darauf ab, die Neuverschuldung bis 2028 unter die EU-Marke von drei Prozent des BIP zu drücken. Doch der Minister warnt vor einem „Kaputtsparen“ von Infrastruktur und Sozialstaat.
- Investitionen als Wachstumshebel: Stattdessen pocht er auf Ausgaben für ökologischen Wandel, Bildung und Digitalisierung. Diese sollen langfristig höhere Steuereinnahmen und damit tragfähigere Staatsfinanzen schaffen.
- Politischer Gegenwind: Dieser Ansatz stößt auf Widerstand. Wirtschaftsliberale fordern schnelleres Sparen, Interessenverbände stärkere Steuerentlastungen für Unternehmen. Selbst aus der eigenen Koalition kam Kritik am Budgetkompromiss.
Länder als Bremsklotz und der EU-Druck
Eine zusätzliche Hürde für die Sanierung sind die Bundesländer. Deren Neuverschuldung fiel 2025 höher aus als erwartet – mit Wien als wesentlichem Treiber. Marterbauer betont: Budgetsanierung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe.
Gleichzeitig tickt die Uhr aus Brüssel. Ein laufendes EU-Defizitverfahren gegen Österreich unterstreicht die Dringlichkeit. Die reformierten EU-Fiskalregeln lassen zwar mehr Spielraum für Investitionen, die Defizitgrenze bleibt aber bestehen.
Grundsatzstreit: Austerität vs. Investitionen
Die Debatte spiegelt einen europäischen Richtungsstreit wider. Soll der Staat rasch und strikt konsolidieren, um Zinslasten zu begrenzen? Oder würde reine Austerität die Wirtschaft weiter bremsen und das Problem langfristig verschärfen?
Marterbauer vertritt klar die zweite Position. Als Finanzminister muss er sie nun aber mit den Realitäten einer Koalition in Einklang bringen – ein schwieriger Spagat zwischen ökonomischer Analyse und politischem Kompromiss.
Was kommt auf Österreich zu?
Der Weg ist vorgezeichnet: Ein weiteres Doppelbudget für 2027/28 soll die Sanierung abschließen. Ob das gelingt, hängt stark von der Konjunktur ab. Ein Aufschwung würde helfen, eine Stagnation den Druck auf Marterbauer erhöhen.
Die politische Debatte wird sich weiter zuspitzen, besonders vor den Landtagswahlen 2027. Am Ende wird sich zeigen, ob der Balanceakt gelingt: Staatsfinanzen stabilisieren, ohne die Grundlage für künftigen Wohlstand zu gefährden.
PS: Staatliche Investitionen sollen Wachstum bringen – doch private Investitionen sind genauso wichtig. Der 19-seitige Leitfaden „Abschreibung von A‑Z“ zeigt, wie Unternehmen und Immobilienbesitzer durch optimale Abschreibungen Steuern sparen und Liquidität für Zukunftsinvestitionen schaffen. Mit Praxisbeispielen zu degressiver AfA und Sonderabschreibungen – sofort umsetzbar. Gratis-Abschreibungs-Guide herunterladen


