ROUNDUP, GDL beendet

GDL beendet Transdev-Streik - Ausstand bei Bahn lÀuft weiter

12.01.2024 - 14:19:42

(Mehr Details)BERLIN - Nach ihrem dreitĂ€gigen Streik auf der Schiene will die Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) wieder verhandeln - nicht mit der Deutschen Bahn, aber mit dem kleineren Wettbewerber Transdev.

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BERLIN (dpa-AFX) - Nach ihrem dreitĂ€gigen Streik auf der Schiene will die Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) wieder verhandeln - nicht mit der Deutschen Bahn, aber mit dem kleineren Wettbewerber Transdev. Das Unternehmen habe der Gewerkschaft in einem neuen Angebot zugesichert, "ĂŒber sĂ€mtliche Kernforderungen der aktuellen Tarifrunde ernsthaft zu verhandeln", teilte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag mit. Transdev bestĂ€tigte das neue Angebot und kĂŒndigte Verhandlungen fĂŒr den kommenden Montag an. Ihren Streik bei Transdev beendete die GDL daraufhin vorzeitig am Freitagmittag.

FahrgÀsten brachte das zunÀchst kaum etwas. Zum einen sollte es Stunden dauern, bis Transdev das volle Zugangebot wiederherstellen konnte. Zum anderen betreibt das Unternehmen nur in einzelnen BundeslÀndern Regionalbahnlinien, darunter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Bayern.

Der Streik bei der Deutschen Bahn, der sich auch stark auf den Fernverkehr auswirkt, ging weiter und sollte bis Freitagabend um 18.00 Uhr andauern. Zum Transdev-Angebot Ă€ußerte sich der bundeseigene Konzern zunĂ€chst nicht.

Kernforderung der GDL bei beiden Unternehmen ist die Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden fĂŒr Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Das lehnten Bahn und Transdev bisher ab. Bei beiden Unternehmen hatte die GDL die Verhandlungen deshalb zuvor fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Bei einigen kleineren Bahnunternehmen, Netinera und Go Ahead, gibt es bereits einen Abschluss, in dem sich die Forderung der GDL wiederfindet.

Der dritte und bisher lĂ€ngste Arbeitskampf im Tarifstreit mit der Bahn lĂ€uft im Personenverkehr seit dem frĂŒhen Mittwochmorgen und im GĂŒterverkehr seit Dienstagabend. Betreikt wurden zunĂ€chst sowohl die Bahn als auch Transdev. Der Notfahrplan laufe auch am Freitag stabil, teilte die Bahn mit. Er wird auch nach dem geplanten Streikende um 18.00 Uhr weiter gelten.

"Die DB bereitet sich darauf vor, ab Betriebsbeginn SamstagfrĂŒh im Personenverkehr wieder das normale Angebot zu fahren und einen reibungslosen Betriebsstart zu ermöglichen", teilte die Bahn am Donnerstag mit. Auch dann könne es allerdings noch zu einzelnen Abweichungen kommen.

WĂ€hrend sich die GDL und Transdev wieder am Verhandlungstisch treffen wollen, gab es im Tarifstreit mit der Bahn am Freitag zunĂ€chst keine Bewegung. Der Konzern hatte vergangene Woche sein Angebot ausgeweitet und dabei erstmals die Arbeitszeitforderung der GDL aufgegriffen. Demnach soll es fĂŒr BeschĂ€ftigte kĂŒnftig möglich sein, die individuellen Wochenstunden im Rahmen von bereits bestehenden Arbeitszeit-Wahlmodellen zu reduzieren oder aufzustocken. Wer weniger arbeitet, muss allerdings auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Wer aufstockt, bekommt dafĂŒr mehr.

Die GDL hatte das Angebot zurĂŒckgewiesen und besteht weiter auf den vollen Lohnausgleich bei einer Reduzierung der Arbeitszeit.

Solange die Frage nicht geklĂ€rt ist, geht die Unsicherheit fĂŒr FahrgĂ€ste auf der Schiene weiter. Die GDL hat sich um Dezember per Urabstimmung das Votum ihrer Mitglieder fĂŒr unbefristete Steiks abgeholt. Seither sind auch unbefristete AusstĂ€nde möglich. GDL-Chef Weselsky hat bislang aber betont, zu diesem Mittel nicht greifen zu wollen.

Nach Ende des Streiks am Abend will die GDL den Arbeitgebern "ein StĂŒck weit" Zeit lassen. "Wenn nichts passiert, dann ist der nĂ€chste Arbeitskampf unvermeidlich", kĂŒndigte Weselsky in Magdeburg an.

@ dpa.de