EU-Kommission will Verhandlungsposition von Bauern stÀrken
10.12.2024 - 12:27:35 | dpa.deKĂŒnftig soll es etwa verpflichtend sein, schriftliche VertrĂ€ge zwischen Landwirten und Abnehmern zu schlieĂen.
Das soll nach Angaben des neuen EU-Agrarkommissars Christophe Hansen niedrigschwellig möglich sein. Die Lage unterscheide sich von Sektor zu Sektor. Es brauche eine gewisse Freiheit und Einfachheit in den VertrĂ€gen, auch um BĂŒrokratie so einfach wie möglich zu gestalten.
"Das kann auch eine E-Mail sein, in der man verabredet: Ich liefere Dir zu diesem Zeitpunkt diese Menge, zu diesem Preis und in dieser QualitĂ€t", sagte der Luxemburger der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel. Bislang gebe es oft nur mĂŒndliche Absprachen.
Hansen hofft auf schnelle Umsetzung
Jeder gewinne, wenn man die Position der Landwirte stĂ€rke, sagte Hansen. Es komme jetzt auf die an der Gesetzgebung beteiligten EU-Staaten an, wie schnell die VorschlĂ€ge in Kraft treten könnten, so der Kommissar. Er wĂŒnsche sich, dass es innerhalb von sechs Monaten zu einer Einigung komme. GroĂen Widerstand gegen seine VorschlĂ€ge erwartet er nicht.
DarĂŒber hinaus soll es kĂŒnftig Mediationsprozesse zwischen Bauern und Abnehmern geben. Diese könnten laut Hansen stattfinden, wenn etwa DĂŒngemittelpreise unvorhergesehen stark steigen und eine Lösung fehle, wie diese zusĂ€tzlichen Kosten aufgeteilt werden. Zudem sollen Definitionen eingefĂŒhrt werden, wenn etwa mit fairen Milchpreisen oder kurzen Lieferketten auf Verpackungen geworben wird.
Landwirte hatten etwa im Zuge des russischen Angriffskriegs mit gestiegenen Preisen fĂŒr Energie und andere Produkte zu kĂ€mpfen. Zudem beklagen sie, dass EU-Vorgaben sie mit zu viel BĂŒrokratie belasten. Diese Unzufriedenheit hatte sich auch in groĂen Protesten in Europa ausgedrĂŒckt. Die EU-Kommission hatte in der Vergangenheit schon mehrfach Vereinfachungen fĂŒr Landwirte auf den Weg gebracht.
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