Mehr UnfÀlle bei Weg zu Schule und Arbeit
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Zahl der SchulwegunfÀlle stieg um rund 3.300 auf fast 90.700 (plus 3,8 Prozent). 25 Mal endete so ein Unfall tödlich, wie eine neue Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Vorjahr hatte es 15 tödliche SchulwegunfÀlle gegeben.
Auch BeschÀftigte von Betrieben hatten etwas mehr WegeunfÀlle. So gab es 170.306 meldepflichtige UnfÀlle von der Arbeit zum Wohnort oder umgekehrt (plus 1,0 Prozent). 231 Tote gab es aufgrund eines Wegeunfalls. Im Vorjahr waren dies erst 214 Menschen.
Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist 2025 laut Unfallversicherung hingegen weiter gesunken. Es gab 689.900 meldepflichtige ArbeitsunfÀlle (minus 3,1 Prozent). 299 Versicherte verloren aufgrund eines Arbeitsunfalls ihr Leben, nach 307 um Vorjahr. Die DGUV legte die GeschÀfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vor.
Eine Million UnfÀlle an Bildungseinrichtungen
Die Zahl der UnfĂ€lle in den Schulen stieg um zwei Prozent: Im Schulalltag kam es zu 1.032.500 UnfĂ€llen. FĂŒnfmal endete so ein Unfall in einer Bildungseinrichtung tödlich. UnfĂ€lle von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern, Kita-Kindern und Studierenden mĂŒssen gemeldet werden, wenn jemand Ă€rztlich behandelt werden muss oder getötet wird.
Bereits vergangenes Jahr berichteten die Unfallkassen von mehr SchulwegunfÀllen. In einer damals von ihnen veröffentlichten Umfrage sagte ein Drittel der befragten Eltern, ihr Kind habe in zwölf Monaten mindestens einmal eine gefÀhrliche Situation auf dem Schulweg erlebt. Als Gefahrenstellen gelten fehlenden Radwege oder schwer einsehbare Kreuzungen.
In den Betrieben war die hĂ€ufigste Unfallursache der Verlust der Kontrolle ĂŒber ein Werkzeug (171.638), gefolgt von Stolper-, Rutsch- und SturzunfĂ€llen (163.430). Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr einen tödlichen Arbeitsunfall war der Kontrollverlust ĂŒber ein Transportmittel (101), gefolgt von AbsturzunfĂ€llen (53). 12.645 Versicherte erhielten 2025 erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls.
BeitrÀge stabil
DGUV-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stephan Fasshauer nannte es eine "sehr gute Nachricht", dass das Risiko eines Unfalls bei der Arbeit wieder gesunken sei. Trotz gestiegener Kosten sei zudem der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft von 1,09 auf 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme gesunken. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen finanzieren sich durch die BeitrĂ€ge der Unternehmen. Die Berufsgenossenschaften legten 2025 14,7 Milliarden Euro auf die versicherten Unternehmen um.
Fast 10.000 FÀlle lÀrmbedingter Schwerhörigkeit
Versichert sind auch Teilnehmende an RehabilitationsmaĂnahmen, Feuerwehrleute, pflegende Angehörige und verschiedene ehrenamtlich TĂ€tige. In dieser Gruppe gab es 40.651 ArbeitsunfĂ€lle sowie 4.836 WegeunfĂ€lle. 35 im Ehrenamt Versicherte verloren bei einem Unfall das Leben. 686 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund eines Versicherungsfalls.
2025 erhielten die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zudem 91.200 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit, Tendenz gleichbleibend. HauptgrĂŒnde: Anzeigen wegen Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen. In 24.340 FĂ€llen wurde eine Berufskrankheit anerkannt, mehr als 9.800 Mal und damit am hĂ€ufigsten wegen lĂ€rmbedingter Schwerhörigkeit.
