Netzbetreiber planen neuartige Stromleitungen in der Nordsee
26.01.2026 - 17:17:00So arbeiten Tennet Deutschland und die britische Firma National Grid GB00BDR05C01 an einer direkten Stromleitung zwischen Deutschland und GroĂbritannien, die - und das ist die Besonderheit - auch Windparks in der Nordsee anbinden soll.
Tennet und National Grid haben wÀhrend des Nordsee-Gipfels in Hamburg eine AbsichtserklÀrung unterzeichnet, wie sie mitteilten. Der sogenannte hybride Interkonnektor "GriffinLink" soll beispielsweise ermöglichen, dass Strom eines britischen Windparks auf See direkt in das deutsche Netz eingespeist wird.
Laut Tennet und National Grid kann die Gleichstrom-Verbindung voraussichtlich Ende der 2030er Jahre genutzt werden. Zu den Kosten machten die Firmen zunĂ€chst keine Angaben. Die Windparks, die angebunden werden sollen, gibt es bisher nicht. Sie mĂŒssen noch errichtet werden.
Ein Interkonnektor ist eine lĂ€nderĂŒbergreifende Stromleitung
Unter einem Interkonnektor wird eine Stromleitung verstanden, die Netze von LĂ€ndern verbindet. Hybrid drĂŒckt aus, dass sie zusĂ€tzlich Windparks anbindet.
Die Netzinfrastruktur kombiniert laut Bundeswirtschaftsministerium den Stromhandel zwischen zwei oder mehr LĂ€ndern direkt mit der Anbindung von Offshore-Windparks. Dies soll es ermöglichen, die Energie flexibel dorthin zu leiten, wo die Nachfrage am höchsten ist, wĂ€hrend die Leitung bei Windstille weiterhin fĂŒr den regulĂ€ren Energieaustausch zwischen den LĂ€ndern genutzt werden kann.
Union und SPD haben im Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, "einen ersten hybriden Offshore-Netzanschluss/Interkonnektor zu realisieren".
Auch dÀnische Windparks sollen angebunden werden
Der deutsche Netzbetreiber Amprion und der dÀnische Energinet teilten wÀhrend des Nordsee-Gipfels mit, sich auf Genehmigungsverfahren vorzubereiten. Sie planen ebenfalls einen sogenannten hybriden Interkonnektor. Dieser könne zwei dÀnische Windparks auf See mit den Stromnetzen in Deutschland und DÀnemark verbinden.

