Mercedes-Benz, Aktie

Mercedes-Benz Aktie: Schwacher Umsatz, starke Marge

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz verzeichnet im zweiten Quartal sinkende Erlöse, übertrifft aber die Gewinnerwartungen und bestätigt die Jahresprognose.

Mercedes-Benz Aktie: Umsatzrückgang trotz überraschend starker Marge
Nahaufnahme eines luxuriösen Autoinnenraums mit Fokus auf hochwertige Materialien und elegantes Lichtdesign. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Weniger Umsatz, aber mehr Gewinn — bei Mercedes-Benz klaffen die Kennzahlen im zweiten Quartal auseinander. Der Stuttgarter Autobauer kappt zugleich seine Umsatzprognose für das laufende Jahr, während die Profitabilität im Kerngeschäft die Erwartungen übertrifft. Ein Widerspruch, der sich bei genauerem Hinsehen auflöst.

China bremst, die Marge überrascht trotzdem

Der Konzernumsatz sank im zweiten Quartal auf 32,06 Milliarden Euro, nach 33,15 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang von 3,3 Prozent geht vor allem auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck in China zurück, wo Mercedes seit Monaten Marktanteile verliert. Hinzu kommen die Einfuhrzölle in die USA, die dem Geschäft zusätzlich zusetzen.

Trotzdem legte das Konzern-EBIT um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro zu. Das Konzernergebnis stieg um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro — der erste Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren. Getragen wurde das Ergebnis von der Vans-Sparte und den Finanzdienstleistungen, die deutliche Zuwächse verzeichneten.

Im Kerngeschäft Mercedes-Benz Cars fiel das bereinigte EBIT von 1,23 Milliarden auf 909 Millionen Euro. Die bereinigte Umsatzrendite sackte von 5,1 auf 4,0 Prozent ab — lag damit aber über der Analystenprognose von 3,5 Prozent. Die Transporter-Sparte Vans steigerte ihren Umsatz um 5 Prozent auf 4,46 Milliarden Euro und erzielte mit 10,2 Prozent eine höhere Rendite als die von Analysten erwarteten 9,4 Prozent.

Wertminderung in China, Prognose nach unten korrigiert

Die schwierige Lage in China schlug sich auch bilanziell nieder: Mercedes nahm eine Wertminderung auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 704 Millionen Euro vor. Der Konzern rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau, statt wie bislang mit einem stabilen Erlös.

An der Ergebnisprognose hält Vorstandschef Ola Källenius trotzdem fest. Das Ziel für das Konzern-EBIT sowie die operative Marge im Pkw-Geschäft bleiben unverändert. Källenius setzt auf eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte, gestützt von neuen Modellen, die anlaufen sollen.

Ob die für die zweite Jahreshälfte angekündigten Modelle den China-Rückgang tatsächlich ausgleichen können, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen. Bis dahin bleibt die Kernfrage, ob die Marge auch bei sinkendem Umsatz stabil bleibt.

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