Meta Aktie: 29. Juli mit Quartalszahlen
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schlusskurs fiel um 2,67 Prozent auf 565,10 Euro, nachdem Sorgen über die milliardenschweren KI-Investitionen des Konzerns und wachsender Kartellrechtsdruck die Anleger verunsicherten. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 14,53 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark die Nachrichtenlage zuletzt schwankte. Zum 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro, erreicht Ende Juli 2025, beträgt der Abstand aktuell 16,63 Prozent.
Milliarden-Deal mit Anthropic sorgt für Gegenbewegung
Auslöser der jüngsten Volatilität war ein Bericht der New York Times, wonach Meta mit dem KI-Unternehmen Anthropic über ein Compute-Leasing-Geschäft von bis zu 10 Milliarden Dollar über zwei Jahre verhandelt. Anthropic hatte den Deal bereits im Juni vorgeschlagen, vorgesehen sind monatliche Zahlungen sowie eine Ausstiegsoption für beide Seiten. Meta prüft das Angebot; ein Sprecher des Unternehmens äußerte sich bislang nicht abschließend. Die Aktie war zunächst um bis zu sechs Prozent eingebrochen, konnte die Verluste nach Bekanntwerden der Gespräche aber deutlich eingrenzen. Für Meta wäre der Deal Teil eines größeren Strategiewechsels: Zuckerberg hatte im Mai erklärt, der Konzern erwäge den Einstieg ins Cloud-Computing-Geschäft, da Unternehmen wöchentlich anfragten, um Rechenkapazität zu Aufschlagspreisen zu kaufen. Bereits zuvor hatte Meta Kapazitätsverträge mit CoreWeave über 21 Milliarden Dollar und mit Nebius über 27 Milliarden Dollar abgeschlossen. Anthropic selbst hat mit SpaceX bereits einen ähnlich gelagerten Vertrag über 45 Milliarden Dollar für drei Jahre vereinbart.
Hohe Investitionen und schwächere KI-Fortschritte belasten die Stimmung
Der eigentliche Belastungsfaktor bleibt jedoch das Ausgabenprogramm für Künstliche Intelligenz. Meta hat seine Investitionsprognose für 2026 auf 125 bis 145 Milliarden Dollar angehoben – mehr als das Doppelte der 72 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr. Allein im ersten Quartal 2026 gab der Konzern 18,997 Milliarden Dollar für Investitionen aus, ein Anstieg von 46,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Analysten von BMO Capital sehen bei Meta die geringste Sichtbarkeit auf die Kapitalrendite dieser KI-Ausgaben unter den großen Technologiekonzernen. Verschärft wurde die Skepsis durch Aussagen von Konzernchef Mark Zuckerberg, der einräumte, dass die Entwicklung von KI-Agenten langsamer verlaufe als ursprünglich erwartet. Der Chip-Ausverkauf an den US-Börsen, ausgelöst durch den Marktstart des chinesischen KI-Modells Kimi K3 von Moonshot AI, verstärkte den Abwärtsdruck auf Technologiewerte zusätzlich – der Philadelphia Semiconductor Index rutschte im Wochenverlauf tief ins Minus.
Analysten bleiben trotz Sorgen mehrheitlich optimistisch
Das operative Geschäft liefert bislang keine Bestätigung für die Investorenskepsis. Im ersten Quartal 2026 steigerte Meta den Umsatz um 33,1 Prozent auf 56,31 Milliarden Dollar, die operative Marge lag bei 41 Prozent. Der Gewinn je Aktie von 10,44 Dollar übertraf die Konsensschätzung von 6,67 Dollar deutlich – bereits das fünfte Quartal in Folge mit einer positiven Überraschung. Die Reality-Labs-Sparte verbuchte im selben Zeitraum einen Verlust von 4,03 Milliarden Dollar. Am 29. Juli legt Meta die nächsten Quartalszahlen vor, gemeinsam mit weiteren Schwergewichten wie Microsoft und Qualcomm. Trotz der jüngsten Kursschwäche bewerten die meisten Analysehäuser die Aktie positiv: Barclays nennt ein Kursziel von 830 Dollar, Bernstein 850 Dollar, Stifel 780 Dollar und Citizens JMP 800 Dollar, Raymond James stufte die Aktie zuletzt auf "Outperform" hoch. Der Analystenkonsens lautet auf "Moderate Buy" bis "Strong Buy" mit einem Durchschnittskursziel im Bereich von 815 bis 830 Dollar.
Rechtliche Baustellen bleiben ein Risiko
Neben den KI-Fragen belasten regulatorische Themen das Sentiment. Am 20. Juli beginnt in Nashville ein Prozess des US-Bundesstaats Tennessee gegen Meta – einer von 42 Bundesstaaten, die dem Konzern vorwerfen, Instagram gezielt als "Suchtmaschine" für Jugendliche gestaltet zu haben. Meta bestreitet die Vorwürfe; frühere Verfahren in Kalifornien und New Mexico endeten mit Entschädigungszahlungen von 6 Millionen beziehungsweise 375 Millionen Dollar. Parallel dazu fordern Elterninitiativen den US-Senat auf, Zuckerberg und Google-Chef Sundar Pichai vorzuladen, nachdem das Weiße Haus zuvor interveniert hatte, um ranghohe Manager zu schützen. Meta hat zudem in Kanada seine Lobbyaktivitäten gegen geplante Datenschutz- und Plattformgesetze ausgeweitet und im zweiten Quartal 2026 rund 200.000 Dollar an Vereinigungen von US-Justizministern gespendet, die zugleich Ermittlungen gegen Technologiekonzerne führen.
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