Aktie, Cloud-Geschäft

Meta Aktie: Cloud-Geschäft zündet 17-Prozent-Rally

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 20:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Metas Cloud- und KI-Pläne beflügeln die Aktie. Analysten sehen Potenzial für weitere Kursgewinne trotz jüngster Verluste.

Meta Platforms: Cloud-Wette treibt Aktie zur starken Rally
Abstrakte Darstellung des Technologiesektors und Cloud Computing, mit aufsteigenden Lichtstrahlen, die Wachstum und Optimismus symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Vor drei Wochen war Meta Platforms noch ein Sorgenkind im Tech-Sektor. Jetzt gehört die Aktie zu den stärksten Werten im S&P 500. Der Auslöser: Anleger glauben plötzlich an Metas KI-Strategie — und an ein neues Geschäftsfeld, das bislang kaum jemand auf der Rechnung hatte.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 587,20 Euro, ein Rückgang von 1,14 Prozent zum Vortag. Der Tagesverlust ändert wenig am großen Bild: Allein in den vergangenen sieben Tagen legte der Kurs um 6,26 Prozent zu, binnen eines Monats um 13,53 Prozent.

Vom Nachzügler zum Top-Performer

Im Juli steht ein Plus von 17 Prozent zu Buche. Das reicht für Platz drei unter allen S&P-500-Werten und markiert den besten Monat seit Mai 2025. Der Vergleich zum Vormonat zeigt das Ausmaß der Wende: Im Juni hatte Meta noch 11 Prozent verloren und lag damit nahe dem Ende der Index-Rangliste.

Auch der Blick auf das Gesamtjahr bleibt durchwachsen. Nach einem Verlust von 15 Prozent im ersten Halbjahr steht die Aktie laut Kursdaten nun bei einem Plus von 5,76 Prozent seit Jahresbeginn. Der Juli-Sprung allein soll der Marktkapitalisierung nach Berechnungen von Advisor Perspectives fast 250 Milliarden Dollar hinzugefügt haben.

Cloud-Pläne als Auslöser

Den Stein ins Rollen brachte eine Bloomberg-Meldung vom 1. Juli. Sie berichtete über Pläne für ein eigenes Cloud-Computing-Geschäft bei Meta — die Aktie sprang daraufhin an einem einzigen Tag um 8,8 Prozent. Kurz darauf bestätigte Firmenchef Mark Zuckerberg, dass der Konzern überlege, überschüssige KI-Rechenkapazität an externe Kunden zu vermieten.

Die Nachfrage nach solcher Kapazität ist laut Zuckerberg hoch. Für Meta wäre das ein neuer Umsatzkanal jenseits des Werbegeschäfts.

Analysten sehen darin vor allem einen Vertrauensbeweis. Meta hatte zuletzt Mühe zu zeigen, wie sich milliardenschwere KI-Investitionen konkret auszahlen — das hauseigene Sprachmodell lag hinter Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic zurück. Angelo Zino, Leiter des Technologie-Teams bei CFRA, bringt die vorherige Skepsis auf den Punkt: "Die Bewertungskorrektur hatte viel mit dem fehlenden Vertrauen der Investoren in Meta zu tun."

Der Tiefpunkt lag am 29. April. Damals hob Meta seine Ausgabenprognose für 2026 an, unter anderem wegen höherer Rechenzentrumskosten und steigender Bauteilpreise. Einen Tag später platzierte der Konzern Anleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar, um die KI-Investitionen zu finanzieren. Beide Nachrichten schürten damals Zweifel, ob sich die hohen Ausgaben überhaupt rechnen.

Jetzt hat sich das Bild gedreht. Zino sieht Meta durch die Diversifizierung und erste Erfolge bei der KI-Monetarisierung "ziemlich gut aufgestellt für eine sehr starke Rally in den kommenden Quartalen".

Neue Einnahmequellen für Entwickler und Unternehmen

Parallel zur Cloud-Strategie beginnt Meta, seine KI-Modelle direkt zu vermarkten. Mit der neuen Version Muse Spark 1.1 führt der Konzern erstmals eine kostenpflichtige Stufe für Entwickler ein — bisher mussten Unternehmen für den Zugang zu Metas Modellen nichts zahlen.

Berichte vom 15. Juli deuten zudem auf eine neue Enterprise-Plattform hin. Sie soll Firmen erlauben, eigene KI-Agenten zu bauen und einzusetzen, parallel zum Start des Cloud-Geschäfts Meta Compute. Das Ziel: Milliarden von Kundengesprächen auf WhatsApp, Messenger und Instagram in einsetzbare Unternehmens-Agenten zu verwandeln.

Bewertung gilt weiter als günstig

Trotz der Rally sehen viele Investoren noch Luft nach oben. Die Aktie wird mit dem rund 16-Fachen der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne gehandelt — der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt bei über 20.

Portfoliomanager John Belton von Gabelli Funds, die Meta-Aktien halten, formuliert es so: Wenn ein Katalysator zünde, biete eine Aktie mit derart niedriger Bewertung mehr Aufwärtspotenzial und könne sich "wie eine gespannte Feder" verhalten.

Blick auf die Quartalszahlen

Aktuell notiert die Aktie 12,37 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 522,55 Euro, liegt aber noch 13,37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro. Der nächste wichtige Termin folgt Ende Juli: Meta legt dann Zahlen zum zweiten Quartal vor.

Analysten erwarten ein Umsatzwachstum von 27 Prozent, während der Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bleiben dürfte. Ob die neu entfachte Cloud- und KI-Fantasie trägt, dürfte davon abhängen, wie konkret das Management die Monetarisierung von Meta Compute im Bericht beziffert.

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