Meta setzt auf KI-Brillen statt Metaverse
27.01.2026 - 06:06:12Der Tech-Riese Meta vollzieht eine strategische Kehrtwende: Statt auf das teure Metaverse setzt das Unternehmen nun auf KI-gesteuerte Smart-Brillen. Diese Neuausrichtung führt zu Entlassungen und verändert die gesamte Produktstrategie.
Meta verschiebt seine Prioritäten radikal. Das Unternehmen, das vor wenigen Jahren noch seinen Namen änderte, um seine Metaverse-Ambitionen zu unterstreichen, konzentriert sich nun auf den nächsten großen Wachstumsmarkt: Künstliche Intelligenz in Alltags-Brillen. Diese pragmatische Wende ist eine direkte Reaktion auf milliardenschwere Verluste im VR-Bereich und auf neue Markttrends.
Reality Labs: Umbau mit Entlassungen
Die strategische Neuausrichtung hat konkrete personelle Konsequenzen. In der für das Metaverse zuständigen Sparte Reality Labs wurden rund 1.000 Stellen gestrichen – das entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft. Betroffen sind vor allem Teams, die an VR-Headsets wie der Quest-Serie und der Social-VR-Plattform Horizon Worlds arbeiten.
Das Unternehmen bestätigt, dass die Stellenstreichungen Teil einer bewussten Umlenkung von Investitionen sind. Die Mittel fließen nun verstärkt in die Entwicklung von KI und Wearables, insbesondere in die Partnerschaft mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica für die Ray-Ban Meta Smart Glasses.
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Das teure Metaverse und der Aufstieg der KI-Brillen
Der Strategiewechsel folgt auf eine Phase enormer Investitionen mit enttäuschenden Ergebnissen. Seit Ende 2020 hat die Reality-Labs-Sparte kumulierte Verluste von über 70 Milliarden Euro angehäuft. Gleichzeitig fand das Konzept immersiver virtueller Welten beim Massenpublikum kaum Anklang.
Der Markt für KI-Brillen entwickelt sich dagegen dynamisch. Laut Analysen von IDC wird der Absatz von VR- und Mixed-Reality-Headsets 2025 voraussichtlich um 42,8 Prozent einbrechen. Im selben Zeitraum soll der Markt für KI-fähige Brillen um über 200 Prozent wachsen – auf möglicherweise 10,6 Millionen verkaufte Einheiten. Diese klare Markttendenz erklärt Metas Kurskorrektur.
Ray-Ban Meta: Der neue Hardware-Erfolg
Im Zentrum der neuen Strategie steht die Kooperation mit EssilorLuxottica. Die Ray-Ban Meta Smart Glasses haben sich zu einem der erfolgreichsten Hardware-Produkte des Konzerns entwickelt. Über zwei Millionen Einheiten wurden bereits verkauft.
Der Erfolg basiert weniger auf der eingebauten Kamera, sondern auf der nahtlosen Integration von Metas KI-Assistent. Nutzer können Fotos machen, Anrufe tätigen, Musik hören und mit der KI interagieren – alles ohne ihr Smartphone zu berühren. Die Nachfrage ist so groß, dass Meta und EssilorLuxottica bereits über eine Verdopplung der Produktionskapazitäten verhandeln. Bis Ende 2026 könnten 20 bis 30 Millionen Einheiten produziert werden.
Wettbewerb und rechtliche Hürden
Metas Strategiewechsel spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Der gesamte Tech-Sektor sucht nach der nächsten großen Computerplattform nach dem Smartphone. KI-Wearables gelten als heißer Kandidat. Auch Konkurrenten wie Google und Apple arbeiten eigenen Berichten zufolge an ähnlichen Produkten.
Doch der Weg ist nicht ohne Hindernisse. Meta steht derzeit vor einer bedeutenden Patentklage des Unternehmens Solos Technology Ltd. Die Klage wirft dem Tech-Riesen vor, fünf Patente zur Integration von Audiosystemen, Sensoren und sprachaktivierter KI in Brillengestelle unrechtmäßig genutzt zu haben. Ein für Meta ungünstiges Urteil könnte die Hardware-Ambitionen ernsthaft gefährden.
Ausblick: KI-first statt Metaverse-first
Metas Zukunft ist klar auf eine KI-zentrierte Strategie ausgerichtet, die die reale Welt ergänzt statt sie zu ersetzen. Das Unternehmen setzt darauf, dass Verbraucher leichte, stylische Wearables bevorzugen, die ihren Alltag mit intelligenter, sprachgesteuerter Assistenz bereichern.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Meta die Produktion seiner Smart-Brillen hochskalieren, die rechtlichen Herausforderungen meistern und mit seinen KI-Funktionen die Konkurrenz hinter sich lassen kann. Zwar betont das Unternehmen, VR nicht komplett aufzugeben – doch die Verlagerung von Ressourcen spricht eine deutliche Sprache. Die Ära des “All-in”-Einsatzes für das Metaverse scheint zu Ende zu gehen.
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