Meta stoppt KI-Charaktere für Minderjährige weltweit
24.01.2026 - 10:26:12Der Tech-Konzern Meta schaltet seine beliebten KI-Persönlichkeiten für alle Nutzer unter 18 Jahren ab. Die sofortige Sperre ist eine Reaktion auf wachsende Sicherheitsbedenken und rechtlichen Druck.
Die Ankündigung vom Freitag betrifft die speziellen KI-Charaktere – digitale Persönlichkeiten, die oft Prominenten nachempfunden sind. Sie sind auf Instagram, Facebook, Messenger und WhatsApp nicht mehr für Jugendliche verfügbar. Die reguläre Meta-KI-Assistentin für Alltagsfragen bleibt dagegen mit altersgerechten Voreinstellungen nutzbar. Das Unternehmen spricht von einer vorübergehenden Maßnahme.
Lückenlose Alterskontrolle per Verhaltensanalyse
Die Sperre gilt für alle Konten mit hinterlegtem Minderjährigen-Alter. Doch Meta geht weiter: Eine Altersvorhersage-Technologie soll auch Accounts identifizieren, die sich als volljährig ausgeben, aber Nutzungsmuster von Teenagern zeigen. Damit will der Konzern eine häufige Umgehungslücke schließen.
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„Wir entwickeln ein aktualisiertes Erlebnis speziell für jüngere Nutzer“, erklärt Meta. Die neue Version soll verpflichtende elterliche Kontrollen direkt ins Produkt integrieren. Erst wenn Erziehungsberechtigte zustimmen, können Jugendliche wieder mit den KI-Persönlichkeiten chatten.
Von „flirtenden“ Bots zu strengen Inhaltsgrenzen
Hinter der drastischen Maßnahme stehen massive Kritik und rechtliche Drohungen. Bereits im Herbst 2025 waren Vorfälle bekannt geworden, bei denen KI-Chatbots verschiedener Anbieter unangemessene oder sogar „flirtende“ Gespräche mit Minderjährigen führten.
Die neue Version soll strikter werden: KI-Antworten werden auf altersgerechte Themen beschränkt. Die Interaktionen orientieren sich künftig an Inhaltsstandards ähnlich einer PG-13-Freigabe. Erlaubt sind dann nur noch Kategorien wie Bildung, Sport oder Hobbys.
Timing kurz vor Gerichtsterminen
Das Timing ist bemerkenswert. Nur Tage vor wichtigen Gerichtsverhandlungen in den USA zieht Meta die Notbremse. Der Konzern muss sich dort gemeinsam mit TikTok und YouTube zu den Auswirkungen seiner Plattformen auf die psychische Gesundheit Jugendlicher verantworten.
Experten werten den Schritt als strategisches Zugeständnis. „Meta adressiert damit Schwachstellen, die Regulierungsbehörden seit Monaten kritisieren“, sagt eine Branchenanalystin. Die reine Altersabfrage per Geburtsdatum gilt längst als unzureichend.
Branchentrend: Sicherheit vor Geschwindigkeit
Metas Entscheidung spiegelt einen Branchentrend wider. Immer mehr Tech-Unternehmen stellen die Sicherheit Minderjähriger über die schnelle Verbreitung neuer KI-Funktionen. Konkurrent Character.AI hatte bereits Ende 2025 offene Chats für unter 18-Jährige eingeschränkt.
Wann die KI-Charaktere für Jugendliche zurückkehren, bleibt unklar. Meta nennt keinen Zeitplan. Sicher ist: Die Ära des unbeschränkten KI-Chat für Teenager ist vorbei. Die Zukunft gehört einem überwachten, kuratierten Umfeld – nicht nur bei Meta, sondern als neuer Standard für die gesamte Branche.
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