Metropolen verschärfen Genehmigungspflicht für Wohnungsumwandlungen
10.02.2026 - 04:30:12Deutsche Großstädte ziehen die Zügel an: Sie verschärfen die Regeln für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Der Grund ist die anhaltende Wohnraumknappheit. Die Maßnahmen sollen bezahlbare Mietwohnungen erhalten und Verdrängung verhindern.
Die rechtliche Grundlage ist der § 250 des Baugesetzbuches. Er erlaubt es Ländern, in angespannten Märkten eine behördliche Genehmigung für solche Umwandlungen vorzuschreiben. Ursprünglich bis Ende 2025 befristet, wurde die Regelung mit dem „Bauturbo“-Gesetz bis Ende 2030 verlängert.
Berlin zeigt Wirkung: Umwandlungen brechen ein
In Berlin ist die Wirkung bereits drastisch sichtbar. Der Senat verlängerte die stadtweite Verordnung bis 2030. Seit ihrer Einführung sank die Zahl der Umwandlungen von fast 29.000 im Jahr 2021 auf nur noch rund 1.550 im Jahr 2024.
Eine Genehmigung gibt es nur in engen Ausnahmefällen:
* Wenn mindestens zwei Drittel der bisherigen Mieter die Wohnungen kaufen wollen.
* Für Erben, die die Wohnungen selbst nutzen.
* Bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit für den Eigentümer.
Schlagabtausch: Mieterbund gegen Immobilienwirtschaft
Die verschärften Regeln spalten die Interessengruppen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) begrüßt die Verlängerung als zentrales Mittel gegen Verdrängung. Er fordert sogar eine dauerhafte Entfristung.
Die Immobilienwirtschaft sieht das komplett anders. Verbände wie der BFW und Haus & Grund kritisieren einen massiven Eingriff ins Eigentumsrecht. Ihrer Ansicht nach hemmt das Verbot Investitionen und nimmt Mietern die Chance auf Wohneigentum.
Ein Instrument, das keine neuen Wohnungen schafft
Das Umwandlungsverbot ist eine Reaktion auf explodierende Mieten und Kaufpreise. Es soll den Druck aus dem Markt nehmen, indem es die Schaffung teurer Eigentumswohnungen bremst.
Doch die Kehrseite ist offensichtlich: Die Regelung sichert zwar den Status quo für bestehende Mieter, schafft aber nicht eine einzige neue Wohnung. Sie steht zudem im Konflikt mit dem politischen Ziel, mehr Wohneigentum zur Altersvorsorge zu fördern.
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Dauerhafter Konflikt am Wohnungsmarkt
Mit der Verlängerung bis 2030 setzt die Politik ein klares Signal: Der Mieterschutz hat Priorität. Die Debatte über die richtige Balance zwischen Regulierung und Marktfreiheit wird jedoch weitergehen.
Langfristig lösen lässt sich die Wohnungsnot nur durch einen massiven Neubau und eine Bodenpolitik, die bezahlbares Bauland bereitstellt. Bis dahin bleibt das Umwandlungsverbot ein umstrittenes Werkzeug im Werkzeugkasten der Städte.
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